Jürgen Kuhlmann: Impuls zur Lesung

Lesejahr C

Böse haben keine Zukunft

Gedanken zum zweiunddreißigsten Sonntag im Jahreskreis


"Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben(2 Makk 7,14).

Ins Gesicht geschleudert hat der Vierte der makkabäischen Brüder seinem Henker diesen Fluch. Gehört auch er zum "Wort des lebendigen Gottes“? Ich stelle mir vor, wie sich im christlichen Vorleser heute gegen den drohenden Schluss-Satz etwas wehrt. Denn Jesus sprach anders. Am Kreuz hat er nicht gedroht, nur gebetet: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

In welchem Sinn stimmt trotzdem auch der Schluss unserer Lesung? Dazu müssen wir ihn exakt und streng verstehen: Für dich, so wie du jetzt bist und sein willst, gibt es keine Auferstehung zum Leben. So darf auch ein Christ solche warnen, die ihn absichtlich quälen. Denn Böse haben keine Zukunft. Wer lieblos sein wollte, muss sein böses Selbst durch Reue vernichten, sonst passt er nicht ins Ewige Leben. Jahrhunderte vor Jesus finden wir solche Hoffnung schon im packenden Schluss von Psalm 83, als Chorsänger nach dem Schock im Warschauer Ghetto habe ich in den Fluch des gefolterten Makkabäers herzlich eingestimmt:

"Mein Gott, lass sie dahinwirbeln wie Staub, wie Spreu vor dem Wind!
Wie das Feuer, das ganze Wälder verbrennt, wie die Flamme, die Berge versengt,
so jage sie davon mit deinem Sturm, und schrecke sie mit deinem Wetter!
Bedecke mit Schmach ihr Gesicht, damit sie, Herr, nach deinem Namen fragen.
Beschämt sollen sie sein und verstört für immer, sollen vor Schande zugrunde gehn.
Dann sollen sie erkennen, dass du es bist. Herr ist dein Name. Du allein bist der Höchste über der ganzen Erde.
"

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Siehe auch des Verfassers alten Predigtkorb von 1996 an

und seine kat-holische Theorie-Baustelle

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