Toleranz ist zu wenig. Wer die Gläubigen fremder Religionen bloß widerwillig duldet
, hat den eigenen Glauben nicht verstanden. Jedes Menschenkind ist von Gott grenzenlos geliebt. Wer danach zu leben versucht, hat das Entscheidende begriffen: Gott liebt uns gleich unendlich. Aber nicht auf gleiche
Weise. Vielmehr so, daß unsere Lebenswahrheiten einander scheinbar widersprechen. Je wichtiger jemandem die Wahrheit ist, um so schwerer fällt es ihm, die anderen - die ihm irrgläubig vorkommen - herzlich zu achten. Doch gerade das
ist von uns verlangt, im Grunde sehnen wir uns danach. Die Gegensätze zwischen den Religionen als sinnvoll zu verstehen war immer schon dringend. Seit dem 11. September ist es lebenswichtig. Warum müssen
Juden und Christen, Muslime und Atheisten derart Widersprüchliches glauben und gegen einander verteidigen? Das ist das Thema dieses Buches. Herausgewachsen ist es aus jahrzehntelanger Mitarbeit des Verfassers bei der
»Weltkonferenz der Religionen für den Frieden« und folglich Freundschaften mit Anhängern vieler Glaubensrichtungen. Dabei hat er erfahren, wie der sich bildende neue Denkrahmen ihm mehr und mehr zu beidem half: dem eigenen
christlichen Glauben treu zu sein und seine andersgläubigen Freunde als vor der WAHRHEIT voll ebenbürtig anzuerkennen. Vermutlich wird unsere Erde in den kommenden Jahrzehnten mancher Zerreißprobe ausgesetzt. An Wasser
und Ackerfläche fehlt es schon jetzt. Hoffen wir, und wirken wir daran mit, daß wenigstens die religiösen Gegensätze sich aus Kriegsgründen zu dem Segensreichtum wandeln, von dem der bunte Regenbogen der hebräischen Bibel (Gen
9,14-17) ebenso kündet wie »Gottes vielbunte Weisheit« im Neuen Testament (Eph 3,10 wörtlich) und Gottes Zeichen in der »Verschiedenheit eurer Farben und Zungen« laut (30,21) dem Koran. |
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ISBN 3-923733-26-7 |
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