[Die Atheistin Anima und ihr gläubiger Freund Christian sprechen über das Leben nach dem Tod:]

Solltest du recht haben, dann müßte ich wohl spätestens beim Jüngsten Gericht meinen Irrtum eingestehen.

Und wenn du recht hättest?

Dann wüßten wir es nie.

Scheint dir das gerecht? Angenommen, wir wetten um eine Flasche Himmelssekt: die Wette könntest du nie gewinnen. Das wäre eine unfaire Wette.

Zweifellos. So ist es aber halt.

Das kann ich nicht glauben. Eine wahre Theorie muß auch schön sein, wissen wir seit Einstein. Ein solcher Ausgang beleidigt meinen Sinn für Angemessenheit. Er stimmt nicht, weil er nicht stimmen darf.

Lieber ein unschönes Ergebnis als eines, das nur dir recht gäbe.

Das soll es ja gar nicht. Wir müssen eines suchen, wo unsere Wette unentschieden ausgeht.

Das ist unmöglich.

Bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Willst du mich wahnsinnig machen? Sobald Gott im Spiel wäre, hättest du ja gewonnen!

Ich glaube nicht. Nein. Ich ahne da etwas. Warum bist du Atheistin?

Weil ich frei sein will. Weil ich es nicht mehr aushielt, ständig dem Blick dieses fremden Auges ausgesetzt zu sein, wie die nackte Sklavin sich vom Sultan angestarrt weiß, den sie doch nicht sehen darf. Ich habe, wie seinerzeit Sartre, so empört protestiert, daß Gott wegsah. Später habe ich gemerkt, daß jener Blick eingebildet war; das Riesenauge ist bloß Theaterkulisse, von uns Menschen selber gemalt. Seither bin ich Atheistin, lustig und frei.

Und sollst es, so wünsche ich, bleiben, wie auf Erden so im Himmel.

Das verstehe ich nicht.

Laß mich meine Ahnung entwickeln. Bleiben wir bei Aida. Weiß sie von Verdi?

 

Der Autor versucht in diesem Buch, die Spaltung zwischen religiösen und unreligiös fühlenden Menschen dadurch zu entkrampfen, daß sie als notwendige Stereo-Spannung deutlich wird: beide Pole muß es geben, sonst würden (die Historie zeigt es) Religion wie Atheismus lebensfeindlich. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte zwischen Anima, die sich als gottlos versteht, und ihrem Freund Christian. Das Buch ist für Menschen bestimmt, die ähnlich wie sie und er von einer der beiden Überzeugungen erfüllt sind, gleichwohl aber nicht glauben wollen, daß die andere Seite nur unrecht hat. Religions- und Ethiklehrer finden packende Anregungen.

Ein lieber Mensch schrieb dem Autor: »Ich bin nicht fromm. Manchmal habe ich blitzartig das Gefühl, es gibt jemanden, der für alles zuständig ist, auch für mich. Dieser Blitz ist dann wieder weg, sonst wär's ja auch keiner. Es ist kein bleibendes Licht, vielleicht auch, weil ich mich nicht darum bemühe. Ich denke mir, wenn es ihn gibt, mag er mich trotzdem und zeigt sich, wenn's hart auf hart geht.«

Wer Mitmenschen kennt, die ähnlich fühlen, muß nach einem passenden Geschenk nicht länger suchen.

Erschienen
im Dezember 2000

156 Seiten

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