Jürgen Kuhlmann: Neuer Predigtkorb
Lesejahr B

Die graue und die goldene Marienwahrheit

Gedanken zum vierten Adventssonntag


"Warum nur", fragt die freundliche Protestantin, "machen die Katholiken soviel Aufhebens um Maria? Ich weiß schon, daß es heißt, sie werde nicht angebetet, nur verehrt. Tatsächlich habt ihr jedoch so etwas wie eine Göttin aus ihr gemacht. Dabei war sie eine schlichte jüdische Frau, anscheinend auch für Jesus, er wollte sie nicht einmal sehen, als man ihm meldete: deine Mutter und deine Brüder sind da. Es kommt mir so vor, als wäre eure Marienverehrung nicht christlich, eher ein Rückfall in alten heidnischen Göttinnen-Kult."

Darauf gibt es eine Menge zu sagen. Bevor wir uns aber den ungeheuren Sätzen des heutigen Evangeliums zuwenden, wollen wir über den Sinn des Wortes "Glaubenswahrheit" nachdenken, denn solange wir ihn mißverstehen, führt theologisches Argumentieren nur tiefer ins Dickicht von Wirrnis und Streit.

Wer eine Orange mit blauer Brille anschaut, sieht schwarz, ebenso, wer eine flammende Rose durch ein grünes Glas betrachten wollte. Das optische Gleichnis verdeutlicht die Struktur vieler Glaubens-Differenzen: Jede irgendwo auf Erden eingesehene Glaubenswahrheit strahlt in einer bestimmten Farbe von "Gottes vielbunter Weisheit" (Eph 3,10), zeigt sich deshalb jedem, der diese Farbe sehen kann, muß aber all denen dunkel bleiben, die geistig eine Brille der Gegenfarbe tragen. Noch so richtige Argumente werden einen Rotbebrillten nie dazu bringen, eine grüne Wahrheit zu sehen.

Trotzdem ist Dialog nicht sinnlos, er geschieht aber nicht argumentierend sondern im Wechsel von Bezeugen und Zuhören. Ich rede nicht gegen das an, was du siehst, sondern suche dich gegen das mißtrauisch zu machen, was du nicht siehst: deine Brille. Das verspricht nur Erfolg, wenn ich auch an der Reinheit meines Blicks zu zweifeln bereit bin und mich immer wieder an die Nase fasse, ob da nicht eine Brille sitzt, die mich zu sehen hindert, was du siehst. Je mehr wir beide unseren Blick entfärben, um so reiner leuchtet jedem nicht nur die fremde sondern auch die eigene Wahrheit, gehört doch zum heilsamen Sinn jeder Glaubenswahrheit die Fülle ihrer Beziehungen zum Zusammenhang aller anderen.

Dem reinen Blick entspricht freilich kein ebensolcher Pinsel. Vernehmen kann man alle Farben, malen jeweils nur eine! Wer eine bestimmte Glaubenswahrheit bezeugen soll, kann ihren ebenso wahren Gegenpol zwar als Dialogpartner sehen aber nicht mit derselben Leuchtkraft ausdrücken, insofern ist deine Wahrheit nicht meine. Wird diese Unterscheidung von Vernehmen und Ausdruck nicht anerkannt, stürzt man unvermeidlich in einen der beiden Abgründe des Relativismus oder des Fanatismus. Der Relativist wähnt, alles zu vernehmen, beraubt aber jede Wahrheit ihres Kerns: der ausdrücklichen Lebbarkeit. Die Fanatikerin meint, ihrem Lebenssinn treu zu sein, vergiftet ihn jedoch durch das Abhacken seiner Bezüge zu den anderen Wahrheiten, ohne die er auch selbst nicht Wahrheit sondern Ideologie ist.

Weil jedwede Spannung zwischen göttlichen Sinnwahrheiten gleichfalls von göttlicher Intensität ist und unseren endlichen Verstand überfordert, deshalb kann der gerade noch einsehen, warum religiöses Argumentieren prinzipiell sinnlos und unfruchtbar ist: weil jedes Argument allein im Kontext der eigenen Sinn-Option gilt, den unendlich entfernten Gegenpol aber nicht erreicht. Innerhalb eines Glaubens-Verständnisses (sei das konfessionell oder oekumenisch) läßt sich sehr wohl argumentieren, deshalb ist Theologie eine anspruchsvolle Wissenschaft, durch den Kern aller Glaubensgeheimnisse hindurch ist ein logischer Disput jedoch ebenso unmöglich wie eine Reise durch den Mittelpunkt der Erde. Auf deren Oberfläche kann man kommunizieren, darf sich freilich nicht über Verständigungsprobleme wundern, wenn der Unterschied zwischen Orts- und Ferngespräch vergessen wird:

Bei strahlendem Sonnenschein sitzt einer auf dem Balkon und freut sich am Telefon: Was für ein herrlicher Sommertag! - Du spinnst wohl, antwortet ihm eine ärgerliche Stimme: Es ist eine trübe Winternacht! Schriller und schriller wird der Wortwechsel, zuletzt knallen beide den Hörer auf die Gabel - und finden nicht heraus, daß ihr Streit Unsinn war. Beide haben recht. Denn man telefoniert zwischen Bayern und Neuseeland. Nur wegen des vermeintlichen Ortsgesprächs sind die beiden sich, über 20000 km hinweg, so in die Haare geraten. Wären sie draufgekommen, daß sie ein Ferngespräch führen, dann hätten sie das Grundproblem des Dialogs leicht gelöst: Jeder hätte die eigene Wahrheit als für ihn eindeutig bejahen und zugleich dem andern die andere Wahrheit lassen können.

Dreht sich vielleicht nicht nur die Erde im Sonnenglanz, sondern auch die Seele im göttlichen Sinnlicht? So ist es. Und deshalb soll ich nicht erschrecken, keinen Widerspruch darin sehen, wenn mein Mitmensch eine meiner Wahrheiten ablehnen muß und ich die seine. Gott selbst will diesen Gegensatz. Der Schöpfer des Alls "nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht" (Gen 1,5). Nein: der Menschengeist kann nicht mit einer Einsicht den Reichtum der göttlichen Wahrheit umfassen, dazu braucht es viele, auch gegensätzliche. Solche Gegen-Sätze heben einander aber nicht auf, sondern jeder gilt an seinem Ort, zu seiner Zeit.

Mit pluralitätsgeschärftem Bewußtsein wenden wir uns wieder der Frage der Marienverehrung zu. Hat die Protestantin recht? Innerhalb ihres Glaubens-Systems: ja. Was es behauptet, war Maria: eine schlichte Jüdin, von ihrem Sohn nicht immer respektvoll behandelt. Wer diese graue Seite Marias mit deren goldenem Gegenpol nicht zusammenfühlen kann, ehre ihn durch Schweigen, versuche aber nicht, katholische und orthodoxe Mitchristen durch Argumente von ihrem Staunen über die Herrlichkeit der Gottesmutter abzubringen. Das erreicht er ebenso wenig, wie die umgekehrte Überredung gelingen kann. Gott will uns bunt, vor grauem Hintergrund leuchtet Gold prachtvoller als für sich allein, ebenso wirkt ein (vom Künstler gewollter?) Ascheflecken auf Gold stärker als im Staub der Straße.

Schon der Evangelist Lukas mochte seinen Lesern die gesamte Spannweite der Wahrheit nicht zumuten! Er, dem wir das leuchtende Bild des heutigen Evangeliums verdanken, hat aus seiner Markus-Vorlage einen Satz gestrichen, vermutlich weil Jesus von dieser Mutter (wie Lukas sie darstellt) logischerweise so nicht hätte sprechen können. Daraus, daß er es doch tat, sollen wir den Fehler nicht des goldenen Pols aber der flachen Logik erkennen: "Eines Tages kamen seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: [Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? (Mk 3,33)] Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln." (Lk 8,19-21)

"Sei gegrüßt, Begnadete", so redet der Engel Gabriel Maria an. Ihr Nachdenken, "was dieser Gruß zu bedeuten habe", setzt sich in der Kirche fort, bis zum heutigen Tag und unabsehbar. Im griechischen Original klingt der Gruß noch viel schöner. "Chaire kecharitomene" heißt auch: Freu dich, Hochbegnadete! Das Grundwort "charis" heißt: Anmut (Charme), Gnade, Huld, Gunst, Wohlwollen, Grazie, Dank. Höflicherweise grüßt man mit dem Namen. Warum sagt der Engel nicht "Guten Tag, Maria"? Ich glaube: Weil "Maria" nur ihr irdisch-grauer Name ist, während "Hochbegnadete" aussagt, was sie nach Gottes Willen eigentlich sein darf.

Jetzt sind wir auf einem Terrain, wo sich auch viele Katholiken nicht heimisch fühlen. Zwei der in Deutschland bekanntesten geben das ausdrücklich kund. Hans Küng und Karl Lehmann bezeugen in ihren Biographien, daß sie mit der glühenden Marienverehrung ihres Spirituals im römischen Seminar nicht einverstanden waren. Daß Pater Wilhelm Klein damals Maria, die reine, ungefallene Schöpfung in Person, auf jeder Seite der Bibel entdecken wollte, das schien und scheint ihnen überspannt. Gegen dieses Urteil innerhalb der römischen Kirche ist ebenso wenig einzuwenden wie gegen noch schärfere außerhalb. Nicht nur als Ökumene der Weltreligionen, nicht nur als Konfessionen der Christenheit, auch als katholische Spiritualitäten will Gott uns bunt. Daß Maria die Kirche in Person ist, die eine Freundin Gottes in sämtlichen gegensätzlichen Etappen der Gott-menschlichen Liebesgeschichte, und deshalb von innen her mitwirkt, wo immer eine Seele glaubt, hofft und liebt: diese Überzeugung ist kein katholisches Dogma, sie für skurril zu halten steht jedem frei. Sie zu bejahen freilich auch.

So kurz vor Weihnachten soll dieser umstrittene Sinn des Namens »Hochbegnadete« aber nicht das Hauptthema sein. Jetzt aktuell ist sein anderer Sinn, den der Engel gleich darauf begründet: »Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.« Wie ist diese Verheißung zu verstehen? Bestimmt nicht wie in dem garstigen amerikanischen Witz, wo der Heilige Geist fragt: »Papst? Erzählt der nicht den Leuten diese story über Mary und mich?« Um ein galantes Abenteuer zwischen Himmel und Erde geht es keinesfalls. Zwar steht nicht fest, ob Lukas Juden- oder Heidenchrist war. Sein Griechisch ist das beste aller Evangelisten. Selbst wenn er griechischer Herkunft war, dürfen wir ihm aber zutrauen, daß er dem Engel Gabriel nicht eine mythische Frivolität in den Mund legt, die zudem in Marias Sprache unsinnig wäre, ähnlich der heidnischen Posse (von Leonardo da Vinci gemalt), wie der Göttervater Zeus sich in Leda verliebt und sie als verführerischer Schwan zur Mutter der schönen Helena macht. Lukas, der »allem von Grund auf sorgfältig nachgehen« wollte (1,3), dürfte als Paulus-Begleiter gewußt haben, daß »das« Heilige Pneuma für Maria die Ruach war, die bestimmt nicht männliche, eher mütterliche Ur-Huld, die vor aller Schöpfung »über den Wassern brütete« (Gen 1,2). SIE also kommt über Maria, befähigt sie als göttliche Fruchtbarkeit dazu, daß nun »die Kraft des Höchsten dich (nämlich SIE in dir) überschatten wird. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.« Nicht nur Sohn Gottes aber sondern auch "Sohn der Liebe des Vaters" (Kol 1,13), eben der heiligen innergöttlichen Geist-Liebe, die gemäß einer Theologie zwar als "dritte Person" auftritt, man weiß aber, daß es zwischen "Personen" in Gott kein Früher oder Später gibt, so daß gemäß einer anderen Theologie nicht SIE sondern eher ES, das ewige göttliche Kind, die dritte Person wäre, müßte solche Zählerei nicht überhaupt als sinnlos gelten.

Hat Lukas - oder der vorlukanische Verfasser des Berichts - die Doppelverheißung so verstanden? Wir wissen es nicht. Ob das Wörtchen "und" hier tatsächlich die Verbindung des Weiblichen und Männlichen wie bei Gott in sich so auch bei Gott in Maria bedeutet oder lediglich, wie in hebräischer Dichtung üblich, die Verdoppelung desselben Inhalts ausdrückt (z.B. "all meine Tage schwinden wie Rauch und wie Feuer brennt mein Gebein"), das ist wissenschaftlich unentscheidbar. Mir scheint: Unserem Glaubenssinn heute, der nach steinzeitlich-matriarchalischer und sodann patriarchalischer Einseitigkeit endlich zur vollen Gleichberechtigung findet, entspricht das vorgeschlagene Verständnis am besten. Nicht nur das "Wollen des Mannes" (Joh 1,13), auch die natürliche Kraft der Frau ist aus sich untüchtig zur Gottgeburt auf Erden, als Muttergeist und Vaterkraft muß Gott des Sohnes Menschwerdung in Maria wirken.

Daß ihr Kult manchen als Anbetung einer Göttin erscheint, ist nicht falsch beobachtet. Weil das Kirchen-Patriarchat dem gläubigen Volk Gottes weibliche Seite verriegelte, half das Volk sich selbst und schuf die menschliche Mutter Gottes zur transparenten Ikone der echten Göttin. Ihr Lob erklingt mittlerweile sogar in evangelischen Kirchen ...

Wie immer ein Christ hier auch denke, eines scheint klar: Jene Frau, in deren Schoß das allverwandelnde Ereignis sich begeben hat, wird mit Recht als Mutter Gottes hoch- und seliggepriesen von "allen Geschlechtern" (Lk 1,48). Wer sich davon dennoch ausschließt, mag - wie zugestanden - gute Gründe für sich selbst haben, aber keine gegen uns andere. Sei deshalb gegrüßt, Maria "voll der Gnade, der Herr ist mit dir, gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes," Jesus, der Gekommene, Gegenwärtige, Kommende. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.


Zum Weiterdenken:

Blick entfärben: "Soll mein Auge die Farbe sehen, so muß es ledig sein aller Farbe. Sehe ich blaue oder weiße Farbe, so ist das Sehen meines Auges, das die Farbe sieht - ist eben das, was da sieht, dasselbe wie das, was da gesehen wird mit dem Auge. Das Auge, in dem ich Gott sehe, das ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht; mein Auge und Gottes Auge, das ist ein Auge und ein Sehen und ein Erkennen und ein Lieben. Der Mensch, der so in Gottes Liebe steht, der soll sich selbst und allen geschaffenen Dingen tot sein, so daß er seiner selbst so wenig achtet wie eines, der über tausend Meilen entfernt ist. Ein solcher Mensch bleibt in der Gleichheit und bleibt in der Einheit und bleibt völlig gleich; in ihn fällt keine Ungleichheit. Dieser Mensch muß sich selbst und diese ganze Welt gelassen haben." (Meister Eckhart, Predigt "Qui audit me" [Quint S. 214])

Zusammenhang der Glaubenswahrheiten: "E mysteriorum ipsorum nexu inter se" läßt "fruchtbarste Einsicht" sich erreichen, lehrt das I. Vat. Konzil (III,4; D 1796).

Schöpfung in Person

Katholische Spiritualitäten: "Im Herbst des Jahres 1607 fand in Villagarcia in Spanien ein Stierkampf statt, der einen gar sonderbaren, einmaligen Anlaß hatte. Der Veranstalter des Kampfes war nämlich der Rektor des Jesuitenkollegs in dortiger Stadt, der es für ganz angebracht hielt, daß auch einige Stiere heldenhaft erledigt würden, nachdem eine fast zehnjährige wissenschaftliche Auseinandersetzung zwischen seinem Orden unter Führung von Luis Molina und den Gelehrten des Dominikanerordens unter Führung von Domingo Bañez siegreich beendet war. Freilich war Aquaviva, der Ordensgeneral der Jesuiten, nicht ganz dieser Meinung und wollte den voreiligen Rektor "mit einem scharfen Tadel vor seinen sämtlichen Untergebenen und mit zeitlicher Enthebung von seinem Amte bestraft wissen". So berichtet L. Pastor in seiner Geschichte der Päpste.
Worum war der theologische Kampf gegangen?
... Die Dominikaner warfen den Jesuiten vor, sie lehrten eine so unabhängige menschliche Freiheit, daß Gottes Allwissenheit und Allmacht nicht gewahrt blieben. Sie seien also in die Irrlehre des Pelagius verstrickt.
Die Jesuiten warfen ihrerseits den Dominikanern vor, sie lehrten eine Allwissenheit und Allmacht Gottes, die die menschliche Freiheit zerstöre. Sie seien darum in die Irrlehre des Reformators Calvin gefallen, der die menschliche Freiheit verachte.
Nach jahrelangem Hin und Her hatte Papst Paulus V. am 28. August 1607 beide Orden vom Verdacht der Irrlehre freigesprochen, ohne etwas über die Frage selbst zu entscheiden. Keiner der beiden Orden durfte den andern in Zukunft der Häresie bezichtigen und hat es auch nie mehr getan."
[Josef Zimmermann, Sternbrief 12 (Augsburg 1956), 7f]

Etappen der Gott-menschlichen Liebesgeschichte: Ihre Vereinbarkeit bei weiter gültigem Gegensatz schlage ich im neuen Buch als zukunftweisendes ökumenisches Friedensprinzip vor.

Muttergeist und Vaterkraft: Das entschärft die Frage der Jungfrauengeburt. Wenn das Ei die Gottgeburt nicht hindert, warum der Same? Die traditionelle Kombination "mutterlos im Himmel - vaterlos auf Erden" sollte, wer will, als mißglückten Systemversuch aufgeben dürfen - salvo meliori iudicio.

Göttin: Wie der spätere Augsburger Weihbischof Josef Zimmermann SIE 1941 mitten in der traditionellsten scholastischen Terminologie entdeckte und ich, ohne davon zu wissen, 1961 in Bernard Lonergans Trinitäts-Mathematik, erzähle ich hier. Vor einem Jahr erfuhr ich, daß Zimmermann wegen seiner eigenwilligen "spiratio"-Theorie fast nicht Bischof geworden wäre; tatsächlich drückt er sich in einem "Sternbrief" von 1955 vorsichtiger aus, unterscheidet zwar beide Weisen von Liebe, kennzeichnet sie aber nicht mehr als weiblich und männlich. Was natürlich gleichfalls eine wichtige Wahrheit ausdrückt; denn auch Frauen begehren, auch Männer geben sich hin, und Gott ist übergeschlechtlich. "Gott ist ein Geist, und Geister haben kein Geschlecht", wandte eine Kritikerin jüngst gegen "die Heilige Gischt" ein. Gewiß. Solange wir aber unbefangen "ER" sagen und bei "SIE" zusammenzucken, kann IHR weibliches Bild die Balance heilen.

In evangelischen Kirchen: Unglaublich? Aber wahr.


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Siehe auch des Verfassers alten Predigtkorb von 1996 an

und seine kat-holische Theorie-Baustelle

Schriftenverzeichnis

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