Jürgen Kuhlmann: Impuls zur Lesung

Lesejahr B

Nicht ferne Zuschauer
sondern mitten dabei!

Gedanken zum Fest der
allerheiligsten Dreifaltigkeit


"Ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!" (Röm 8,15).

Dieser Bibelsatz, am heutigen Hochfest vernommen, ist so etwas wie ein direkter Schacht ins glühende Herz unseres Geheimnisses – trauen wir uns hinein?

Dreifaltigkeit: Dabei denkt der Normalchrist an drei Personen, die unbegreiflich weit von uns weg im Himmel sind. Scheuen wir nicht den banalen Vergleich: Ähnlich wie drei Hohe Herrschaften, deren unerreichbar köstliches Leben auf ferner Insel ein Klatschblatt der Patientin im Wartezimmer vor's Gemüt malt.

Eine solche Vorstellung ist jedoch so falsch, dass im Vergleich zu ihr solche fast mehr recht haben, die – wie Juden, Muslime und manche modern-kritische Christen – die Dreifaltigkeitslehre für Unsinn halten. Jene ferne Dreiheit ist tatsächlich Unsinn. Es hat sie nie gegeben. Höchstens eine irregeleitete Theologie hat sich so etwas ausgedacht. Was lehrt der christliche Glaube?

"Ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!" Nicht irgendwo dort oben sind drei uns äußere Personen, sondern Gottes Ewiges Kind ist die innerste Mitte deines Ich (denn mit jedem Menschen hat Christus sich vereinigt). Als selbstbewusstes Glied an IHM beziehst du dich im WIR des Heiligen Geistes auf GOTT den Vater. Kein ferner Klüngel irgendwo ist die Heiligste Dreifaltigkeit, vielmehr diese unendlich lebendige Spannung, in der du mitschwingst, von ewig her gewollt, auf ewig bewahrt und je jetzt – wenn du willst – frei und immer neu dabei. Nicht Sklavin, nicht geduckter Untertan bist du, sondern Tochter oder Sohn, für die ALLES bestimmt ist. Richtig feiert heute, wer zu solchem Selbstbewusstsein durchbricht und es seiner Umgebung zustrahlt.


Dreifaltigkeit als heilende Spannungs-Einheit
Text und Ton der Radio-Sendung im Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, Katholische Welt) vom 18. Mai 2008


Wer nicht aufs Netz angewiesen sein will, kann meine Internet-Präsenz auf einer CD-ROM bestellen, zusammen mit Buchtexten, die nicht online verfügbar sind (z.B. dem Dreifaltigkeitsbüchlein von 1968 [les- aber nicht durchsuchbar]). Die CD, samt Nachtrag Mai 2006 und September 2008, kostet 8,50 Euro + Porto. Für Religionslehrer, Pfarrer und andere Profis eine Fundgrube, für deren Freunde eine sinnige Geschenk-Idee. Bestellungen bitte direkt an mich, um Verwechslung mit dem Müll zu vermeiden bitte mit klarem Betreff: CD-Bestellung.


Volle Internet-Adresse dieser Seite: http://www.kath.de/predigt/jk/b-trin.htm

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Siehe auch des Verfassers alten Predigtkorb von 1996 an

und seine kat-holische Theorie-Baustelle

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