| Adveniat |
Die „Bischöfliche Aktion ADVENIAT” dient der pastoralen Unterstützung für die Kirche in Lateinamerika. Der Name bezieht sich auf die Bitte im lateinischen Vaterunser „Adveniat regnum tuum” (Dein Reich komme). In 35 Jahren seit 1961 wurden insgesamt etwa 150.000 Projekte mit über drei Milliarden Mark gefördert. Schwerpunkte der Arbeit sind die Priesteraus- und Weiterbildung, die Ausbildung von Katechetinnen und Katecheten, die materielle Sicherung der Seelsorge in den Pfarreien, die Förderung der Laienarbeit und der Auf- und Ausbau des Bildungswesens und kirchlicher Kommunikationssysteme (Radio). Wesentlich für die Durchführung der geförderten Projekte ist die unmittelbare Beteiligung der Kirche vor Ort.
Der Hauptteil der Mittel, die Adveniat zur Verfügung stehen, wird in einer jährlichen Spenden-Aktion zu Weihnachten aufgebracht, über 130 Millionen DM (Stand 1994). Der jährliche Gesamtetat mit weiteren Spenden, Zuschüssen aus Kirchensteuermitteln und Zinsen beläuft sich auf rund 180 Millionen DM.
Informationen: |
| Misereor |
Misereor (der Name ist dem lateinischen Bibelzitat „Misereor super turbam”, „Ich erbarme mich des Volkes” entlehnt) ist das Hilfswerk der deutschen Katholiken für die Entwicklungszusammenarbeit mit der Dritten Welt. Es wurde 1958 von der Bischofskonferenz gegründet und hat seit dem darauffolgenden Jahr über 72.000 Projekte in über 100 Ländern mit insgesamt rund 7 Milliarden DM gefördert. Ziel ist die unmittelbare Bekämpfung der Ursachen von Armut und Unterentwicklung.
Von Beginn an entwickelte Misereor den Grundsatz der „Hilfe zur Selbsthilfe”; mit den Zuschüssen von Misereor wird daher stets ein Eigenbeitrag oder eine Eigenleistung der Projektträger vor Ort angestoßen. Um dies zu ermöglichen, stellen Ausbildung und Bewußtseinsbildung der Menschen in den Entwicklungsländern einen entscheidenden Schwerpunkt dar. Bereiche der Zusammenarbeit sind vor allem Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Handwerk und Gesundheitswesen. Zahlreiche Projekte sind an den Lebensbedürfnissen der Menschen in den Slum-Gebieten der großstädtischen Ballungszentren orientiert. Derzeit entwickelt Misereor eine Akzentverlagerung aus der Erkenntnis, daß die Projektförderung stärker auf die Bedürfnisse von Frauen und ihre unmittelbare Beteiligung ausgerichtet wird. Das Hilfswerk bringt den größten Anteil der Spenden in der jährlichen Fastenaktion (zwei Wochen vor Ostern) auf; 1994 waren das 137 Millionen DM. Über die Misereor angeschlossene „Zentralstelle für Entwicklungshilfe” werden zudem staatliche Mittel für wirtschaftliche Zusammenarbeit eingesetzt; die Bundesregierung mißt der Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGO) in den Ländern der Dritten Welt große Wirksamkeit zu. So verfügt das Hilfswerk zusammen mit Kirchensteuermitteln und Zuschüssen der Europäischen Union über einen jährlichen Gesamthaushalt von fast 375 Millionen DM (Stand 1994). Misereor arbeitet eng zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH); das ist der Dienst der katholischen Kirche für den Einsatz von Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfern in der Dritten Welt. Die AGEH bereitet sie auf ihre Arbeit in südlichen Kontinenten vor, unterstützt sie während des Einsatzes und hilft bei der Rückkehr.
Informationen:
Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe |
| missio |
Der deutsche Zweig des Päpstlichen Missionswerks wurde vor über 160 Jahren in Aachen gegründet, in München entstand gleichzeitig der Ludwigs-Missions-Verein. Die damals gewählte Struktur von Vereinen ist bis heute beibehalten: missio Aachen und missio München zählen zusammen rund eine halbe Million Mitglieder, die durch Beiträge und Einzelspenden die jungen Kirchen in Afrika, Asien und Ozeanien unterstützen. Partner der deutschen Missionswerke sind rund 1000 Bistümer in der Welt, die ihre seelsorgliche Arbeit nicht allein finanzieren können.
Am jährlichen Welttag der Mission Ende Oktober ruft missio die deutschen Katholiken zur Hilfe für die Evangelisierung in den südlichen Kontinenten auf. Das Echo ist beeindruckend: Annähernd 145 Millionen DM (1994). Mit Mitgliedsbeiträgen, Einzelspenden und Zinsen stehen dem Missionswerk jährlich rund 200 Millionen DM zur Verfügung, mit denen etwa 5000 Projekte gefördert werden können. Die Weltkirche ist längst keine Westkirche mehr, daher ist Mission auch keine Einbahnstraße. Aus dieser Einsicht heraus vermittelt missio den deutschen Katholiken Lebens- und Glaubensimpulse aus den jungen Kirchen in der Dritten Welt. Als wichtige finanzielle Basis der weltweiten Evangelisierung sind auch die über 200 Millionen DM zu rechnen, die die missionierenden Orden in Deutschland an Spenden für ihre Arbeit in den Ländern der Dritten Welt jährlich erhalten.
Informationen:
missio – Ludwigs-Missions-Verein |
| Renovabis |
Das jüngste Hilfswerk der Kirche in Deutschland wurde 1993 von der Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegründet; es ist die „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa” und setzt nach den politischen Veränderungen in größerem Umfang die Unterstützung für die Menschen in den ehemals kommunistischen Staaten fort, die zuvor nur auf verdeckten Wegen über den Europäischen Hilfsfonds in Wien möglich war. Renovabis (benannt nach dem alttestamentlichen Psalmvers [Ps 104,30]: „Emitte spiritum tuum ...et renovabis faciem terrae”, „Sendest du deinen Geist aus, (so werden sie alle erschaffen) und du erneuerst das Antlitz”) fördert in gleicher Weise pastorale wie soziale Projekte zum Aufbau der kirchlichen Arbeit und von gesellschaftlich-demokratischen Strukturen.
Renovabis ruft jährlich am Sonntag vor Pfingsten die Katholiken zur Spendenaktion auf; 1995 erzielte sie fast 19 Millionen Mark. Die Bischofskonferenz hat die Beiträge aus Kirchensteuermitteln jetzt auf rund 40 Millionen Mark erhöht, so daß der Solidaritätsaktion nach den Aufbaujahren jetzt 60 Millionen Mark jährlich zur Verfügung stehen. Seit 1993 wurden bereits 3500 Projekte mit insgesamt 80 Millionen Mark bezuschußt. Zugleich regt Renovabis zwischenmenschliche Kontakte zwischen Gemeinden und kirchlichen Gruppen in Deutschland und den Ländern Mittel- und Osteuropas an und fördert unmittelbare Partnerschaften.
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| Caritas international |
Die Abteilung des Caritasverbandes in Freiburg, die für die Auslandsarbeit zuständig ist, ist von der Bischofskonferenz mit der internationalen Not- und Katastrophenhilfe der deutschen Kirche beauftragt. Bei Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen, Erdbeben und Stürmen, aber auch bei Katastrophen, die durch Menschen ausgelöst wurden, wie Kriegen, Bürgerkriegen und Vertreibungen, bietet Caritas international den Opfern unmittelbare Überlebenshilfe durch Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung. Der akuten Nothilfe folgen gezielte Maßnahmen zum Wiederaufbau und zur Herstellung verbesserter Lebensverhältnisse. In gefährdeten Gebieten leistet die Caritas Vorsorgehilfe, um zu befürchtende Folgen einer Katastrophe abzuschwächen.
Auch bei Caritas international gilt die Hilfe zur Selbsthilfe als zentraler Grundsatz. Vorsorge und Hilfsmaßnahmen werden grundsätzlich mit Partnerorganisationen geplant und durchgeführt. Wenn möglich, werden auch die von Katastrophen Betroffenen beteiligt. Ziel ist die Kontinuität und dauerhafte Wirksamkeit von Hilfsmaßnahmen. Schwerpunkte der Tätigkeit lagen 1995 in Bosnien-Herzegowina und im Bürgerkriegsgebiet von Ruanda. Jährlich bringt Caritas international für ihre Aufgaben zwischen 90 und 120 Millionen Mark auf. Knapp zwei Drittel davon sind Spenden (1994 über 75 Millionen Mark), etwa ein Fünftel stammt aus Kirchensteuermitteln.
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| Missionswerk der Kinder |
Mit dem Päpstlichen Missionswerk der Kinder in Deutschland engagieren sich seit über 150 Jahren Mädchen und Jungen für notleidende Kinder in anderen Ländern. In der Sternsinger-Aktion zu Beginn eines jeden Jahres, gemeinsam getragen vom Kindermissionswerk und dem Bund der deutschen katholischen Jugend, ziehen Hunderttausende von Kindern, teils verkleidet als Heilige Drei Könige, von Haus zu Haus, singen den Menschen Lieder von der Geburt des Gottessohnes und sammeln Spenden für Projekte, die Kindern zugute kommen: Lebensmittel und Ausbildung für arme Kinder in der Dritten Welt, Kinderdörfer für Straßenkinder, Kindergärten und Heime für Waisen, ärztliche Versorgung für Kranke, medizinische Einrichtungen und Hilfsmittel für behinderte Kinder. Zugleich macht das Kindermissionswerk jungen Deutschen bewußt, daß die Menschheit in einer gemeinsamen Welt lebt und daß auch Kinder schon Verantwortung für die Verbesserung der Lebensbedingungen übernehmen können.
Das Kindermissionswerk in Deutschland zählt etwa eine Million Mitglieder und ist damit das größte der 110 katholischen Kinderhilfswerke in der Welt. 1994 brachte es über 60 Millionen Mark an Spenden auf; etwa die Hälfte der Spenden stammt aus der Sternsinger-Aktion. Damit fördert das Hilfswerk für Kinder jährlich 3.000 bis 4.000 Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika, aber auch in den Ländern Osteuropas.
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| Bonifatiuswerk |
Das Bonifatiuswerk will wie zahlreiche andere Initiativen der Kirche dort helfen, wo Katholiken in der Diaspora – in der Zerstreuung – leben, wo sie also eine Minderheit unter der Bevölkerung darstellen, zum Beispiel in Skandinavien. Im früheren zweigeteilten Deutschland unterstützte das Bonifatiuswerk besonders die Jurisdiktionsbezirke in der DDR. Wo die zahlenmäßige Basis klein ist, brauchen Schwesterkirchen Hilfen zum Bau von Gotteshäusern, zur Errichtung und zum Unterhalt von Pfarrzentren, müssen Seelsorger motorisiert werden, damit sie die erforderlichen weiten Wege zu den Gläubigen rasch zurücklegen können.
Die Mittel von jährlich mehr als 30 Millionen Mark, die für diese Solidarität der deutschen Katholiken mit Ortskirchen in der Dispora verfügbar sind, werden vor allem aufgebracht durch eine Sonderkollekte im April jeden Jahres, durch teils beträchtliche Einzelspenden und durch die regelmäßigen Beiträge der über 100.000 Mitglieder des Vereins, der bereits seit 1849 besteht.
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