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Caritas
Bereits in seiner Studienzeit griff Friedrich Ozanam die Gedanken des heiligen Vinzenz von Paul auf und gründete 1833 eine caritative studentische Konferenz, die später den Namen Vinzenz-Konferenz annahm. Als Führer der katholischen Studentenschaft forderte er zeitnahe religiöse Bildung und Laienapostolat. Ozanam war einer der wichtigsten europäischen Vordenker des 19. Jahrhunderts, dessen Spuren sich noch im Vatikanum II finden. Sein Lebensplan war es, die christliche Wahrheit aus der Geschichte der religiös-sittlichen Anschauungen der Völker zu beweisen. Der Verdienst, die gemeinschaftliche Hilfe für Notleidende in Konferenzform systematisiert und an der Schwelle des Industriezeitalters planvoll betrieben zu haben, liegt bei ihm. In Deutschland ist der "Vinzenz-Verein" der Beginn der organisierten Caritas gewesen. Als Verband begann er im vereinsfreudigen vorigen Jahrhundert sein Leben am 5. November 1848 auf dem Katholikentag in Mainz.

Die spirituelle Grundhaltung und Caritaspraxis des Vinzenz von Paul wurden mit der Gründung der ersten Vinzenz-Konferenzen durch Friedrich Ozanam neu aufgegriffen. Ihm gelang es, die von Vinzenz von Paul begründete Hilfe für den notleidenden Nächsten wieder als allgemeine christliche und gesellschaftliche Aufgabe ins Bewußtsein seiner Zeit zu rufen. Der helfende Mensch muß dem Hilfsbedürftigen so nahe kommen, wie nur eben möglich, und er muß ihn zu erfassen suchen in der Ganzheit seiner Person wie aus seinem familiären Milieu.

Vor dieser großen Aufgabe stehen wir auch heute, wenn sich auch die Probleme in einer hochtechnisierten und spezialisierten Gesellschaft verändert haben. Eine wachsende Vereinzelung und Beziehungslosigkeit unter den Menschen unserer Gesellschaft ist festzustellen, gefolgt von einem Rückzug ins Private. Die Menschen unserer Tage sind wirtschaftlich und politisch selbständiger und unabhängiger. Damit gehen traditionelle Bindungen verloren. Diese Entwicklung hat auch große Auswirkungen auf die heutigen Formen des sozialen Engagements. Während die spontanen Hilfeleistungen, die freien sozialen Initiativen und Selbsthilfegruppen anwachsen, ist die ehrenamtliche Mitarbeit in vereinsmäßig strukturierten Verbänden und Organisationen weitgehend rückläufig. Auch die heutige Armut hat sich verlagert: viele soziale Aufgaben konnte unsere Gesellschaft in Angriff nehmen, doch wesentlich verändert hat sich das Problem der Armut nicht.

Die heutigen Vinzenz-Konferenzen arbeiten in der Nachfolge von Vinzenz von Paul und Friedrich Ozanam mit Spezialisten aus den verschiedensten Berufsbereichen und einem hohen Maß an fachlicher Kompetenz. Grundlage ihres Tuns ist die Idee der vinzentinischen Caritas.