![]() |
![]() ![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||
| Vinzenz von Paul Seine Leitfigur |
Friedrich Ozanam Sein Leben |
Seine Gattin und sein Kind |
Rosalie Rendu Seine Förderin |
|||
|
aus einem Brief Friedrichs an seine Frau: . . . "Mein Herz, ich darf diesen Brief wohl nicht schließen, ohne Dir Nachricht von unseren Armen zu geben. Ich danke Dir für Deine liebe Sorge um die italienische Auswandererfamilie und bleibe im Geiste stets vereint mit Deinem stillen Wohltun. Unsere Pariser Schützlinge habe ich wenig zu Gesicht bekommen. Die Leute in der Dragonerstraße haben genug zu klagen. Du erinnerst Dich an die Frau mit dem wehen Arm; der mußte unbedingt operiert werden. Natürlich kann sie nun ihre kleinen Würmchen fürs erste nicht tragen. Die größeren Kinder bleiben den ganzen Tag in ihrem düsteren Hofraum, haben keinen Unterricht, nicht einmal ein bißchen Bewegung für ihre Gliedmaßen. Und dabei ist's draußen so schön warm; alles eitel Sonnenschein; selbst die kleinen Vögel lassen doch ihr Nestchen im Stich und fangen an auszufliegen. Der Vater der Familie ist durch und durch krank; dabei muß er noch obendrein an Stelle seiner Frau das Kochen besorgen. Ist diese Morgenarbeit getan, so befallen ihn wieder die Brechnote. Die Lebensmittel sind für die Leute unerschwinglich teuer. Es gibt doch alles in Menge, und trotzdem halten die habgierigen Spekulanten die Preise der Eßwaren unverschämt hoch. Die Kartoffeln z.B., diese letzte Rettung ärmlicher Haushaltungen, kosten zurzeit das Viertelpfund vierundzwanzig Pfennig, von Fleisch gar nicht zu reden; kaum das nötige Brot ist da. Was ist das für eine Unterernährung bei dem Gesundheitszustand! - Dann die arme Familie in der Du Four-Straße; da sind zwei kleine Kinder in Gefahr; doppelte Sorgen, doppelte Kosten, Die älteste Tochter tut, was sie kann, um ihrer Mutter zu helfen. Fortwährend wird gewaschen, und in dieser armseligen, niederen Behausung, die zudem noch teuer bezahlt werden muß, herrscht ein unvermeidliches Durcheinander. Was für ein Elend für ein gequältes Mutterherz, das alles mit ansehen zu müssen und beim besten Willen nichts mehr zum Wohl der ihrigen arbeiten zu können! Und da wollen wir uns vielleicht noch beklagen! Da wollen wir uns noch alle Annehmlichkeiten des Lebens leisten! Meine Herzensfreundin, nicht wahr; Du hast nichts dagegen, wenn ich vor der Abreise unseren lieben Armen an Deinem Namenstag etwas Besonderes gebe? Ich will mich mit meinem für Dich bestimmten Geschenk - es ist so schon bescheiden genug - lieber noch etwas einschränken. Dafür sollen dann am 15. August diese acht kleinen Kinder, die der liebe Gott sicher besonders gern hat, weil sie unschuldig darben, sie sollen beten - fur Dich, für Dich, Amelie, für mich, für uns beide. Mochten sie kommendes Unheil in diesem Jahre von uns fernhalten durch ihr kindliches Bitten und - uns den kleinen Engel erflehen, den unser Haus erwartet!" |
||||||