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Nikolaus,
die Banker und die Hedgefonds-Manager
Der Heilige ist nicht nur Patron der Schiffsleute und der Kinder,
sondern auch der Pfandleiher und Banker. Eine Legende hat ihm zu
diesem Patronat verholfen. Sie hat nicht wenige aktuelle Bezüge.
Es geht um das Geld, das ein Christ höher stellt als dass er
sich an sein Versprechen hält. Für ihn ist das Geld wichtiger
als die eigene Ehre. Ein Christ hatte einem Juden, der ihm Geld geliehen
hatte, beim hl. Nikolaus versprochen, das Geld pünktlich zurückzugeben.
Aber er tut es nicht, sondern behauptet, dass er den Betrag längst
zurückgegeben habe. Als es in einer Gerichtsverhandlung zum
Schwur kommt, benutzt er einen Trick. Er hat das Geld im Inneren
eines Stabes versteckt. Er bittet den Juden, den Stab zu halten,
damit er die Hände für den Schwur frei halten könne,
nimmt den Stock wieder und verlässt mit dem Geld darin das Gerichtsgebäude.
Nikolaus ist aber einer, der sich nicht einfach an der Nase herum
führen lässt. Der Christ kommt unter einen Wagen und stirbt.
Jetzt zeigt sich der Jude großzügig. Er will das ihm gehörende
Geld nur nehmen, wenn Nikolaus den Christen wieder zum Leben erweckt.
Das geschieht dann auch.
Ist das in dem Stock versteckte Geld nicht einem der „strukturierten
Wertpapiere“ vergleichbar, nur dass der Betrug früher
liegt. Man gibt dem Kunden wertlose Hypotheken für sein gutes
Geld, nämlich von solchen Häuslebauern, von denen die Bank
wusste, dass sie die Hypothek nicht werden tilgen können, sollte
der Zinssatz steigen. Und der Zinssatz musste steigen, weil er ungewöhnlich
niedrig war. Wenn mehr Geld gebraucht wird, wird es teurer, d.h.
die Zinsen steigen. Ist der Stock, den die Banker ihren Kunden ausgehändigt
haben, anders als in der Legende, schon mit Falschgeld gefüllt,
trifft der Vergleich mit dem todbringenden Wagen direkter zu. Nikolaus
muss heute nicht mehr strafend eingreifen. Das System hat sich selbst
zu Tode geritten. War es früher offensichtlich notwendig, dass
eine himmlische Macht eingreift, sind die Systeme heute so angelegt,
dass sie bei Missbrauch tödlich wirken, so wie eine Atombombe.
Wenn die Banker wie auch die Hypothekenzeichner sich wieder einer
höheren Macht verpflichten, dann erhalten sie auch den Schutz,
den sie brauchen. Geld, das nicht in eine höhere Verantwortung
eingebunden ist, zerstört den Menschen.
Die Legende hat einen überraschenden Ausgang: Der Jude, der
das Eingreifen des Nikolaus gleich zweimal erfahren hat, lässt
sich taufen. Vielleicht bekehren sich auch manche Banker und Hedgefonds-Manager.
Und noch etwas Überraschendes. Nikolaus ist durch diese Legende
nicht nur zum Patron der Pfandleiher und Bankleute geworden, sondern
auch zum Schutzheiligen der Betrüger und Diebe. Kam der betrügerische
Christ doch wieder ins Leben zurück. Alle Beteiligten an der
Banken- und Immobilienkrise haben also einen himmlischen Fürsprecher,
zu dem sie Zuflucht nehmen sollten.
Herbst 2008 Eckhard Bieger S.J.
Frankfurter Nikolausinitiative
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Nikolausfahne
statt Weihnachtsmann-Kletterer
Im
Advent sieht man an Hauswänden Weihnachtsmann-Puppen hochklettern.
Offensichtlich imitieren sie Einbrecher. So ist der Nikolaus
nicht. Er klopft an oder schellt ordentlich, wenn er am 5.
oder 6. Dezember
zu einem Besuch eingeladen wurde.
Er nimmt
auch nichts weg, sondern er bringt Gaben, so wie er drei
Schwestern Goldkugeln
für ihre Aussteuer nachts durch das Fenster
geworfen hat.
Eine Nikolausfahne kann den Heiligen zu einem Besuch einladen.
Um den kletternden Weihnachtsmännern ein positives Bild
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