Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
Eingangslied: GL 462,1-2 (Zu dir, o Gott, erheben wir)
kurze Einführung
Unser Beten um Berufe der Kirche ist auch ein Gebet für die Berufe der Kirche. Wir nehmen sie ins Gebet, damit das Leben derer, die Gott in seine Nachfolge gerufen hat und rufen will, gottvoll und menschennah werden und bleiben kann.
von Maria Anna Leenen
Die Augen sind groß und blau wie bei allen in den ersten Monaten, die Hände unglaublich klein und weich mit Fingernägeln in hellem Muschelrosa. Es wirkt wie ein Spiel, wenn sie in der Luft umhergreifen, alles neugierig zu erreichen suchen, auch den linken Fuß, den diese kleinen Hände unsicher, aber hartnäckig zu fassen versuchen. Noch scheint es einfach zu schwer zu sein, dieses interessante Ding in die Finger zu bekommen. Mehrere Versuche scheitern. Dann endlich kann der dicke große Zeh erwischt und festgehalten werden. Er wird beguckt, betastet und schließlich mit zufriedenem Glucksen in den Mund gesteckt. Was für ein herrliches Spielzeug ist dieses seltsame Ding.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
Dank an den Schöpfer
Lobpreis
Die folgende Akklamation wird beim ersten Mal vorgesungen und dann von allen wiederholt. Anstelle der gesungenen Akklamation kann der folgende Ruf auch jeweils gesprochen werden.
„Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue.“ (GL 496)
von Maria Anna Leenen
Zuerst ist es ein leuchtendes Dunkelblau. Nur ein paar hellere Spuren darin, altrosa oder lavendelfarbene Streifen, die verwischen, blass werden, wenig später eingehüllt sind, verschluckt und ausgelöscht durch die immer tiefer werdende Bläue, die langsam auf den Horizont niedersinkt. Dann ein schwaches Blitzen im Nordwesten; Punkte, die langsam heller werden, bis das Sternbild deutlich zu sehen ist: Ursa Major, der Große Bär oder der Große Wagen. Strahlend helle Lichtpunkte, die etwa 145 Millionen Lichtjahre entfernt sind. Ein Lichtjahr bezeichnet die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt: 9,460528 Billionen Kilometer.
von Maria Anna Leenen
Er wird sie alle irgendwann kennenlernen: die Frischverliebten, den deprimierten Arbeitslosen, die gleichgültigen Wohlsituierten, die Sterbenden wie den gelangweilten Teenie. Auch die schwärmerischen Kanzelschwalben, engagierte Mitglieder in den Gremien, traurige Kinder aus zerrütteten Familien, begeisterte Ministranten und die ganze, große, träge Masse derer, die katholisch sind, weil sie eben irgendwann katholisch getauft wurden. Im Normalfall wird der Priester ihnen in seinem Leben begegnen und versuchen, allen seine caritas pastoralis, seine Hirtensorge zukommen zu lassen.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
Eingangslied
1. Versammle uns, Herr Jesus Christ, der du der Herr der Kirche bist: Lass uns dein gutes Wort verstehen und mutig deine Wege gehen.
2. Lass deiner Botschaft freien Lauf, Mach unsre tauben Ohren auf: dass wir vernehmen, was du sagst, wenn du es mit uns Menschen wagst.
3. Gib unserem Glauben neue Kraft, dass er voll Freude Gutes schafft; dass er dem Zweifel nicht erliegt und über Angst und Kleinmut siegt.
von Maria Anna Leenen
1. Das Leben als Pilgerweg
Es war eine unglaublich große Menschenmenge: Frauen, Männer, Kinder, dazu viel Vieh, all die Rinder, Schafe und Ziegen, die in dem Land, das sie nun verließen, zu stattlichen Herden geworden waren. Dazu all jene, die mit dem Auszug der Kinder Israels die Gelegenheit nutzten, der Knute Ägyptens zu entfliehen. Der gewaltige Tross zog durch eine karge Landschaft: Sengende Hitze, müde Schritte, nicht immer Wasser in ausreichendem Maß, kaum Erholung, die Erinnerung an Verfolgung und härtesten Frondienst noch im Gedächtnis – der Weg war lang, endlos lang und ein Ende nicht in Sicht.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
LOBPREIS AN DEN VATER FÜR JESUS CHRISTUS
V: Menschenfreundlicher Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus, so sehr hast du die Welt geliebt, dass du uns deinen einzigen Sohn gabst, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
A: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes des Vaters. (GL 174)
von Maria Anna Leenen
Der Raum ist eng begrenzt, das Fenster vergittert, von innen kann die Tür nicht geöffnet werden. Die Struktur des Tages ist vorgegeben, nur einige Momente, in denen etwas geschieht. Und auch in ihnen gibt es wenig zu tun. Die Stunden dehnen sich, werden dünn wie altes Zeitungspapier und dahinter tauchen Erinnerungen auf an früher; Erinnerungen, denen nicht mehr ausgewichen werden kann. Es gibt keine Möglichkeit dem zu entfliehen, was vor dem inneren Auge Gestalt annimmt. Immer wieder erscheinen die Bilder, immer wieder höre ich die Worte, ein endloser Film, der mir mein Handeln ins Gedächtnis ruft und mich konfrontiert mit dem, was Leben zerstörte.
Manchmal wachsen Zimmerwände und Decke stündlich mehr nach innen. Die Zelle wird eng und enger bis keine Luft zum Atmen mehr in ihr ist.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
Zur Einführung:
Wir hören oft von Menschen, die gescheitert sind. Wir sehen sie, die so leben, wie wir nie leben wollen würden. Schnell werden diese Menschen ausgegrenzt, verachtet und gemieden. Doch auch in ihnen ist Christus gegenwärtig. Jesus Christus, der Gekreuzigte, den wir anbeten in der eucharistischen Gestalt. Er schaut uns in den gedemütigten und verachteten Schwestern und Brüdern an.
Wir wollen heute in Stille vor dem ausgesetzten Allerheiligsten an diese Menschen denken.
von Maria Anna Leenen
Sein Gesicht ist fast komplett verdeckt. Eindrucksvoll wuchert der Bart wie braune Wolle bis zu den Ohren. Ein paar weiße Fäden ziehen sich hindurch und manchmal blitzen darüber für einen Moment Augen unter der ledrigen Hutkrempe hervor, die mehr gesehen haben als die Augen der meisten Menschen. Anscheinend unbeeindruckt vom nieselnden und eiskalten Regen rollen braungefleckte Finger flink und sicher Tabak in hauchdünne Papierblättchen. Tiefe Falten überqueren wie Gräben die Stirn, ziehen sich auch am Bartrand entlang nach unten, beweisen trotz allem Humor mit einem feinen Gitternetz rund um die Augenwinkel.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
Zur Einführung:
Menschen auf dem Weg sind in einer besonderen Situation. Sie haben ihren festen Ort verlassen, aus welchem Grund auch immer: Vielleicht herrscht in ihrer Heimat Krieg, Krankheit oder eine große Hungersnot? Vielleicht wurden sie verfolgt und vertrieben? Vielleicht möchten sie ihr Glück an einem anderen Ort versuchen und haben sich verlocken lassen einer ungewissen Zukunft entgehen zu gehen? Vielleicht aber sind Menschen auf dem Weg Suchende, die sich wenigstens für eine kurze Zeit auf einen existenziellen Aspekt unseres Lebens besinnen wollen. Denn zum Mensch-Sein gehört das Unterwegs-Sein, gehören die großen Fragen des Lebens: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Wir wollen uns diesen Fragen stellen. In der Stille, im Gebet, im Hören auf das Wort der Schrift und im persönlichen Gespräch mit dem Herrn.
von Maria Anna Leenen
Es ist völlig still. Feuchte Kälte kriecht langsam durch dicke Hosen und Jacken hindurch und scheint vor der fröstelnden Haut nicht Halt machen zu wollen.
Ringsherum nur Finsternis. Ab und zu treibt ein Windstoß die Kälte noch ein Stück tiefer, bis in die Knochen, und zu hören ist nichts als das leise Atmen der Freunde rechts und links.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
Lobpreis und Dank
V: Kommt lasst uns danken unserem Herrn und ihn für seine Güte allezeit preisen.
A: Kommt lasst uns danken unserem Herrn und ihn für seine Güte allezeit preisen.
V: Herr, unser Gott, du schenkst uns das Leben, deine Worte richten uns auf und geben unserem Leben Richtung. Allezeit bist du bei uns. Niemals lässt du uns allein.
A: Kommt lasst uns danken unserem Herrn und ihn für seine Güte allezeit preisen.
V: Herr, unser Gott, dein Wort ist uns Zuspruch und Ermutigung – auch und gerade in Situationen, die auf den ersten Blick ausweglos erscheinen. Dein Wort ist uns ein Wort zum Leben.
von Maria Anna Leenen
Es ist völlig still. Feuchte Kälte kriecht langsam durch dicke Hosen und Jacken hindurch und scheint vor der fröstelnden Haut nicht Halt machen zu wollen.
Ringsherum nur Finsternis. Ab und zu treibt ein Windstoß die Kälte noch ein Stück tiefer, bis in die Knochen, und zu hören ist nichts als das leise Atmen der Freunde rechts und links.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
EINFÜHRUNG
Flinke Hände und flinke Füße, ein waches Auge und ein weites Herz: Wer das von sich sagen kann, muss ein ganz patentes Menschenkind sein. Mit flinken Händen und Füßen, mit einem wachen Auge und dem dazu gehörenden weiten Herzen kann schon ein einzelner Mensch viel tun. Eine Gemeinschaft von solchen Menschen aber kann alles in ihrer Umgebung verändern. Zum Guten verändern! Doch was nützen diese guten Gaben, wenn wir sie nicht benutzen? Wenn wir sie verkümmern lassen oder nicht beachten? Wenn wir unsere Hände mutlos in den Schoß legen oder unser Herz verschließen, die Augen zumachen vor dem, was uns in der Welt begegnet. Gott hat uns den Glauben geschenkt, damit wir uns tatkräftig einsetzen für das Gute und damit wir wissen, warum wir uns dafür einsetzen sollen. Manchmal vergessen wir das. Darum wollen wir zu Gott rufen.
von Maria Anna Leenen
Geheimnisvoll leuchtet die Glut. Es zischt und kracht, Funken sprühen in den nächtlichen Himmel. Von Zeit zu Zeit sinkt ein Holzstück zusammen, lodert noch einmal auf, bis es dann endgültig zu Asche zerfällt. Vorsichtig wird der nächste Balken nachgeschoben. Das Spiel der Flammen wirft sein helles Licht ein paar Meter weit, beleuchtet müde, sonnenverbrannte Gesichter ringsherum. In ihnen spiegelt sich die Faszination des Lagerfeuers, lässt sie ruhig werden, vermittelt vielleicht eine Ahnung davon, was das Feuer von Gott erzählt. Leise erklingen ein paar Gitarrenakkorde. „Unterwegs in eine neue Welt, in der ein Glaube uns zusammenhält. Unterwegs in eine neue Zeit, wir vertrauen auf Gottes Ewigkeit.“
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
EINFÜHRUNG
„Mensch, lerne tanzen, damit die Engel im Himmel mit dir etwas anfangen können.“ Dieses Sprichwort von Kirchenvater Augustinus könnte man auch leicht variieren: „Mensch, lerne singen, damit du ein Gespür dafür bekommst, wie die himmlische Melodie in der Welt klingt.“ Musik und Gesang machen nicht nur das Herz leicht oder schaffen Gemeinschaft. Mit unserem Singen und Musizieren loben wir den, der jeden Ton und jeden Rhythmus in uns hineingelegt hat. Unser Lied kann Anbetung sein und Dank, überschäumende Freude oder die leidenschaftliche Bitte um Gerechtigkeit.
von Maria Anna Leenen
Immer wieder ein schwaches Glucksen und Blubbern, dazwischen die typische, fast völlige Geräuschlosigkeit und dann dieser modrige, ganz eigene Geruch. Die Füße tasten unsicher über den schmalen, schwankenden Pfad aus Eichenbohlen und im Hinterkopf blinkt die eindringliche Botschaft des Schildes auf, das zu Beginn warnte: Bleiben Sie in jedem Fall auf dem Weg!
von Maria Anna Leenen
Leere Netze
52° 5‘ E; 8° 1‘ N: Gestern noch waren auf dieser Position reiche Fischgründe. Kaum ausgeworfen, konnten die Netze prall gefüllt an Bord gehievt werden. Heute findet sich hier keine Schuppe mehr, die Netze bleiben leer, lebensnotwendige Nahrung fehlt. Mühsam muss nun gesucht und überlegt werden, wo die Fischschwärme hingewandert sein könnten. Eine aufreibende Arbeit ohne Erfolgsgarantie und die oft damit verbundene Erfahrung eines vergeblichen Fanges kennen Fischer auf allen Meeren und in allen Jahrhunderten.
von Pater Ferdinand Hamma SJ
Das Schlüsselwort dieses Artikels heißt Spiritualität: ein großes Wort, ursprünglich ein Wort der religiösen Sprache. Inzwischen wird es aber auch in vielen profanen Bereichen unserer Gesellschaft gebraucht. Es meint einfach meine persönliche Grundhaltung dem Leben gegenüber, all dem, was im Letzten mein Tun und Lassen in den entscheidenden Dingen meines Lebens bestimmt. Diese Grundhaltung wird wesentlich von meiner Sehnsucht geprägt, von dem, wovon ich träume, wonach ich verlange, was mich tagtäglich antreibt und motiviert. Spiritualität ist deshalb die Art und Weise, wie wir mit unserer Sehnsucht, die wir im Herzen tragen, wie wir mit unserer Lebensenergie umgehen.
Andacht zusammengestellt von P. Heinrich Mühlbauer SDS
EINFÜHRUNG
Höhen und Tiefen durchwandern! Viele von uns können das im Rückblick auf ihr Leben sagen. Wir wissen aber auch, dass wir in Jesus Christus einen Begleiter haben, dem das menschliche Leben in seinen Höhen und Tiefen nicht fremd geblieben ist. Er ist jetzt auch mit uns in dieser Stunde, zu ihm wollen wir uns bekennen und zu ihm rufen:
KYRIE-RUFE
Herr Jesus Christus,
Dein Anruf ist unser Weg.
Kyrie eleison.
Du stärkst uns zum Zeugnis für die frohe Botschaft.
Christe eleison.
Was du durch uns begonnen hast, wirst du auch vollenden:
Kyrie eleison.
von Maria Anna Leenen
Ein spannungsreicher Prozess
Das Leben ist einfach so: Krankheit, Altern und die Angst vor dem Tod bestimmen unser menschliches Da-Sein; je mehr Jahre wir zählen, umso nachdrücklicher spüren wir unsere Grenzen und die Vergänglichkeit alles Irdischen. Und nicht wenige sind der Ansicht: alles, was wir in unserem Leben lernen müssen, ist, mit diesen Tatsachen umzugehen.
Wer mit alten Menschen zusammenlebt, sich um sie kümmert, sie betreut und ihnen hilft, die letzte Phase ihres Lebens zu gestalten, wird in einen spannungsreichen Prozess mit hinein genommen. Während sich in früheren Jahren die sogenannte Altenhilfe oft nur in der Befriedigung physischer Bedürfnisse erschöpfte – Stichwort: satt, sauber, warm – ist heute der Blick auf den ganzen Menschen gerichtet. Lebensqualität in möglichst breiter Form zu erhalten und eine selbstbestimmte Gestaltung der letzten Jahre entspricht der Würde jedes Menschen.
von Pater Ferdinand Hamma SJ
Das Schlüsselwort dieses Artikels heißt Spiritualität: ein großes Wort, ursprünglich ein Wort der religiösen Sprache. Inzwischen wird es aber auch in vielen profanen Bereichen unserer Gesellschaft gebraucht. Es meint einfach meine persönliche Grundhaltung dem Leben gegenüber, all dem, was im Letzten mein Tun und Lassen in den entscheidenden Dingen meines Lebens bestimmt. Diese Grundhaltung wird wesentlich von meiner Sehnsucht geprägt, von dem, wovon ich träume, wonach ich verlange, was mich tagtäglich antreibt und motiviert. Spiritualität ist deshalb die Art und Weise, wie wir mit unserer Sehnsucht, die wir im Herzen tragen, wie wir mit unserer Lebensenergie umgehen.
von Maria Anna Leenen
Langsame, ausgreifende Bewegungen kreisen und umgreifen vorsichtig sanft den kleinen Körper. Ein kräftiges Ziehen und Walken, energisch und doch achtsam streichen die Hände zu den Seiten; weich und kraftvoll zugleich wird das duftende Öl mit wohltuendem Druck nach und nach über Brust und Bauch verteilt und einmassiert. Unmerklich durchströmt die feine Minznote den Raum, entspannt und harmonisiert. Nach kurzer Zeit schon beruhigt sich die aufgeregte Stimmung des Kleinkindes. Sein Gesicht wird friedlich, der verkrampfte Körper löst sich. Das Kind schläft ruhig ein. Die liebevolle Berührung der Hände vermittelt ihm Geborgenheit, die Wärme der heilsamen Massage mit dem aromatischen Öl schenkt Zuwendung. Körper und Seele finden in ihren Gleichklang zurück.
von Dagmar Dewald
Ihr aber, für wen haltet ihr mich? – Jeder von uns muss sich einmal dieser Frage stellen, die Jesus an seine Jünger richtete. Petrus bekannte: Du bist der Messias (Mk 8,29). Und mit der Kirche bekennen auch wir immer wieder Jesus als Messias, als Sohn Gottes, als Heiland und Erlöser. Doch ist das auch unsere persönliche Antwort, ist sie von den Lippen ins Herz eingedrungen? Wer also ist Jesus für mich, für dich? Es lohnt sich über zweitausend Jahre nach der Menschwerdung Gottes im Stall von Bethlehem, unsere eigene Antwort zu erforschen.
in Anlehnung an Psalm 91
von Maria-Anna Leenen
Tiefes Erschrecken muss ihn erfüllt haben, eine das Herz rasen machende Furcht, vielleicht sogar Todesangst. Denn niemand kann Gott sehen und am Leben bleiben (Exodus 33,20); das wusste jeder gläubige und seinen Glauben praktizierende Jude. Mitten in einer Zeit der Abkehr von JHWH, im Vorfeld der Bedrohung durch die Assyrer bestimmt Gott einen Mann aus Jerusalem zum Abgesandten und Propheten. Im Moment der Berufungsvision muss der neue Prophet den unbegreiflichen Abstand erkennen zwischen dem absoluten, heiligen Gott und dem kleinen und gebrochenen Menschen. Dieses tiefe Erkennen der menschlichen Unvollkommenheit und Schwäche schwingt qualvoll im Schrei des Mannes mit: „Weh mir, ich bin ein Mann mit unreinen Lippen mitten in einem Volk mit unreinen Lippen“ (Jesaja 6,5).
von Maria-Anna Leenen
von Maria-Anna Leenen
von P. Anselm Grün OSB, Münsterschwarzach
Gebet des Erzbischofs von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter
Christliche Spiritualität
Abt Bruno Gooskens verzichtet auf viele Worte
Der Trappisten-Orden übt ständigen Verzicht auf etwas, das im Medien- und Kommunikationszeitalter allgegenwärtig ist: viele Worte. Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) macht Dom Bruno Gooskens, Abt von Mariawald, dem einzigen Trappisten-Kloster Deutschlands, Mut, Stille auszuhalten - und zu nutzen.
Von Paul Weismantel
Anbetung
Am monatlichen Gebetstag für geistliche Berufe wird in vielen Gemeinden eine Anbetung gehalten, oft im Anschluss an eine Eucharistiefeier am Abend. Pastoralreferentin Sr. Marie-Catherine Müller (33) von der Kongregation der Franziskanerinnen von Sießen, Diözese Rottenburg-Stuttgart, beschreibt das Wesen dieser Andachtsform.
Christliche Spiritualität
Von Prof. Dr. Hans-Joachim Sander, Salzburg
Kirche und Sport
Von Pfarrer Hans-Gerd Schütt, Krefeld, Geistl. Bundesbeirat der DJK
Bei der Wahl des Leitwortes für die Berufungspastoral 2004 ließ man sich auch von den beiden sportlichen Großereignissen dieses Jahres inspirieren, der Fußball-Europameisterschaft in Portugal und den Olympischen Spielen in Athen. „Damit Gott ins Spiel kommt – Nachfolge wagen, Berufung leben" nimmt Sport und Spiel als Bild auf und ist offen für viele Assoziationen. Das Wort regt aber auch zu Überlegungen an, wie Gott in jenes Spiel kommt, das für viele Menschen das halbe Leben bedeutet und wie er von da aus überhaupt ins Spiel des Lebens kommt. Im katholischen Sportverband DJK ist dieses Anliegen nicht nur Thema, sondern stets angestrebte Lebenswirklichkeit.
Renaissance des Rosenkranzes
brachte eine alte Gebetsform neu in Erinnerung
Seit Papst Johannes Paul II. im Oktober 2002 ein Jahr des Rosenkranzes ausgerufen hat, wurde zumindest in den kirchlichen Medien viel über diese Gebetsform geschrieben. Das Hilfswerk „Kirche in Not" in München berichtet von einem großen Interesse an einer von ihm herausgegebenen Broschüre zum neuen „Lichtreichen Rosenkranz": in einem halben Jahr hätten über 650 Pfarreien das Büchlein angefordert, insgesamt seinen schon 25 000 Exemplare weitergegeben worden. Im Folgenden werden drei Beispiele für einen kreativen und spirituellen Umgang mit dem Rosenkranz vorgestellt.
Der Rosenkranz
Von Weihbischof Heinrich Janssen, Münster
Im Jugendhaus Hardehausen, Erzbistum Paderborn, ist eine Aktion entstanden, die ermutigt, das Evangelium im Alltag ganz konkret umzusetzen. Maria Anna Leenen, freie Journalistin, Ankum, berichtet.
Von Prof. Paul M. Zulehner, Wien
„Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Volk -Priester für das 21. Jahrhundert“, so der Titel des Internationalen Symposions vom 16. -18.12.2002 in Paderborn. Jeweils nachmittags fanden Arbeitsgruppen statt, am Dienstag, den 17.12., zu den Themen Priesterbildung und Jüngerschule.
Der Arbeitsgruppe B7 wurde die Frage vorgelegt: Wie wird man geistlicher / Geistlicher? Spirituelle Fundierung und Begleitung. Christian Kaiser, Alumnus im Priesterseminar Bamberg und Vorsitzender der Deutschen Seminarsprecherkonferenz, berichtet.
In: Dorothee Sölle, Loben ohne lügen, Berlin 2000
„Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Volk -Priester für das 21. Jahrhundert“, so der Titel des Internationalen Symposions vom 16. -18.12.2002 in Paderborn. Jeweils nachmittags fanden Arbeitsgruppen statt, am Dienstag, den 17.12., zu den Themen Priesterbildung und Jüngerschule.
Der Arbeitsgruppe B7 wurde die Frage vorgelegt: Wie wird man geistlicher / Geistlicher? Spirituelle Fundierung und Begleitung. Christian Kaiser, Alumnus im Priesterseminar Bamberg und Vorsitzender der Deutschen Seminarsprecherkonferenz, berichtet.
Pastor Peter Dyckhoff, Münster:
Ein Leben für die Erneuerung christlichen Betens
Eigentlich war für ihn ein ganz anderer Weg vorgesehen, nämlich einmal den elterlichen Textilbetrieb mit fast 300 Mitarbeitern weiterzuführen. Diese Aufgabe blieb Peter Dyckhoff (65) auch nicht ganz erspart, letztlich aber setzte sich doch die andere Lebenslinie durch, die er als die Linie Gottes erkannte und auf der er Erfüllung fand. Nach seiner Priesterweihe 1981 war er Wallfahrtsseelsorger in Kevelaer, Gemeindepfarrer und Leiter eines bischöflichen Bildungshauses. Heute widmet er sich ganz der Schriftstellerei, der Kurs- und Vortragsarbeit und der persönlichen Beratung. Immer aber war und ist es sein großes Anliegen, das Ruhegebet nach Johannes Cassian (370 – 450) oder das Herzensgebet, wie es auch genannt wird, als eine befreiende Erfahrung christlichen Betens neu zu vermitteln.
P. Werder SDS sprach mit Pfarrer Dyckhoff.
„Dem Evangelium (d)ein Gesicht geben“ lautet 2003 das Thema der Berufungspastoral in Deutschland. Dr. Rainer Birkenmaier, Direktor des Zentrums für Berufungspastoral, Freiburg, gibt dazu eine biblische Reflexion.
Gemeinschaftsfähig werden
Der Beitrag der Psychologie
Ordensleben ist Gemeinschaftsleben. Und das Ideal ist auch eine große Versprechung. Von allein aber ist kein Orden eine wirklich nährende Gemeinschaft. Es braucht viel Arbeit für das anspruchsvolle Vorhaben. Über diese Arbeit schreibt P. Meinrad Dufner (56), Benediktiner der Abtei Münsterschwarzach. Vier Jahre war er Regens der jungen Benediktiner, die in Würzburg studieren, 12 Jahre Novizenmeister. Seit 1991 arbeitet er im Recollectiohaus in Münsterschwarzach mit, darüber hinaus ist er seit vielen Jahren künstlerisch tätig.
Gemeinschaft und Individualität
Die Krise der Kirche und des Glaubens trifft die Orden in besonderem Maße. Fast überall sinkt die Zahl der Neueintritte, aber auch Austritte und die Überalterung drängen dazu, intensiv über die Möglichkeiten des Fortbestehens nachzudenken. Was da oft an Erneuerung ansteht, kommt manchmal einer Neugründung gleich. Die Kraft dazu ist meist in der eigenen Tradition vorhanden, aber sie muss neu entdeckt und entfaltet werden. Dr. Claudia Edith Kunz, Mitglied des benediktinischen Säkularinstituts St. Bonifatius in Detmold, beschreibt dazu einen Ansatz aus benediktinischer Perspektive.
Fragmente einer Theologie der Gemeinschaft
Von Sr. Dr. Mirjam Schambeck, Franziskanerin von Aiterhofen
Von Maria Anna Leenen, Ankum
Irene Baumeister lernte zuerst den Beruf der Einzelhandelskauffrau und machte dann die Ausbildung zur Wirtschaftskorrespondentin, bevor sie an der Fachhochschule Freiburg Religionspädagogik studierte. Seit 12 Jahren arbeitet sie als Gemeindereferentin in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie lebt allein und übt heute ihren Dienst in St. Klara in Ulm aus.
Die charismatische Bewegung ist die älteste und am meisten verbreitete spirituelle Erneuerungsbewegung in den christlichen Kirchen seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Bekannt ist diese Bewegung vor allem durch das Hervortreten der besonderen Charismen, von denen Paulus berichtet, etwa das Gebet in unverständlichen Worten oder die Gabe der Heilung. Rita Beer (57), Landau, Diözese Passau, ist bereit, von ihrem persönlichen Weg in und mit der „Charismatischen Erneuerung“ zu erzählen.
Psychologie kann Offenheit für spirituelle Erfahrungen fördern
Zusammen mit der Schwester der Hl. Klara, Maria-Theresia Walcher (Heiligkreuztal), veranstaltete der Leiter des Referates „Berufe der Kirche“ der Diözese Feldkirch, Vorarlberg, Pfr. Gerhard Mähr, eine Fußwallfahrt auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Zwölf Pilgerinnen und Pilger machten sich auf den Weg. Pfr. Mähr berichtet.
Zur geistlichen Bedeutung des Unterwegsseins, von Wolfgang Schneller
Eine Meditation
Nach Volker Drehsen, Professor für Praktische Theologie an der Evangelischen Fakultät der Universität Tübingen, zeigt das Verhalten vieler junger Menschen, dass sie in der Kirche vor Ort oft wenig an Glaube und Religion finden. Im Grunde lautet die Kirchendiagnose eines beachtlichen Teils gerade der suchenden Jugendlichen: „Religiosität – Fehlanzeige“. Das ist eine Anfrage an die Kerngemeinden: Was lebt wirklich in uns, wie kommunikationsfähig sind wir, wenn es um Religion und Glauben geht?
Pfarrer Udo Lehmann, Stadtjugendseelsorger in Wuppertal, erzählt von seinen Erfahrungen mit Gottesdienst und jungen Menschen.
Mit dem Motto „Gott öffnet Türen – Berufung ins Gespräch bringen“ nimmt die Berufungspastoral Bezug auf das Symbol des Jahres 2000, die geöffnete Heilige Pforte. Dr. Birkenmaier, der Direktor des Zentrums für Berufungspastoral, Freiburg, formulierte das Wort: „Es ist nicht nur ein Tag, sondern ein Jahr der offenen Tür.“
Litanei
Als katholischer Religionslehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium Ludwigshafen hat Herbert Heine mit seinen Schülern auch Schweigeübungen gemacht. Er berichtet von seinen Erfahrungen und den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.
„Die Wüstenväter, die selbst aus den Quellen der Bibel schöpfen, zeigen einen Weg des Schweigens auf, für den man weder in den Fernen Osten reisen noch in einem kontemplativen Kloster leben muss.“ Aus ihrer intensiven Beschäftigung mit dem Thema in ihrer Promotionsarbeit zeigt Dr. Claudia Edith Kunz einige wichtige Perspektiven auf. Frau Dr. Kunz ist Mitglied des Säkularinstituts St. Bonifatius in Detmold, einer missionsbenediktinischen Gemeinschaft von Frauen, und leitet dort das Geistliche Zentrum Kupferberg.
Nicht nur still werden und den Lärm abschalten,der mich umgibt.
Nicht nur entspannen und die Nerven ruhig werden lassen.
Das ist nur Ruhe.
Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
Viele Menschen suchen inzwischen außerhalb der Kirchen Antworten auf religiöse Fragen. Damit beschäftigt sich das Buch „Ich habe meine eigene Religion! Sinnsuche jenseits der Kirchen.“ Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) sprach mit dem Herausgeber, P. Dr. Hermann Kochanek, Steyler Missionar, Professor für Pastoraltheologie in Sankt Augustin bei Bonn.
Mit dem Musikhörspiel „Johannes XXIII.“ hatten sie bisher den größten Erfolg. Aber ihnen geht es nicht nur um verkaufte CDs, sie machen sich auch mit Gemeinden und Gruppen auf die Suche nach neuen musikalischen und sprachlichen Gestaltungsmöglichkeiten von Gottesdiensten. Alexander Bayer, der Texter und Komponist der Gruppe, stellt ihren Weg und ihre Anliegen vor.
P. Herbert Winklehner OSFS, Eichstätt, Redakteur mehrerer Publikationen seines Ordens, kennt sich in der Welt der Rockmusik aus. Er weist auf ihre spirituelle Dimension hin.
Sr. Katharina Kluitmann von der Diözesanstelle Berufe der Kirche Münster entwirft in einem „Brief an Manuela“ eine kleine Theologie der Heiligen.
In diesen Tagen wurde ein Engel Gottes nach Rom gesandt.
Zugleich betraten Boten des Himmels die Bischofssitze der ganzen Welt, die Pfarrhöfe, Basisgruppen und Seminare;
sie wurden von Laien, Priestern und Ordensleuten, von Frauen und Männern, von jungen und alten Menschen gesehen.
Die Diözesanstelle Berufe der Kirche Bamberg hat ein Konzept für ein Berufungsjahr entwickelt, das sich an der Tobias-Geschichte im Alten Testament orientiert. Auch wer das Berufungsjahr nicht selbst mitmacht, kann aus den Impulsen für die einzelnen Schritte gute Anregungen finden, über seinen eigenen Lebensweg nachzudenken. P. Georg Matt SDB, Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche Bamberg, beschreibt den inneren Weg des Berufungsjahres.
Von Spiritualität ist heute viel die Rede, zu Recht. Der Rede wert sind aber die vielen Menschen, die im Beten ihren Dienst für andere und für die Kirche sehen. Wo uns etwas geschenkt wird, was wir aus eigener Kraft nicht vermögen, da können Gebete wirksam sein. Wo solches Wirken wenigstens in Spuren erfahrbar wird, kann es spannend werden.
Lebendiger Gott, als Getaufte und Gefirmte hast du uns reich beschenkt mit den vielfältigen Gaben deines Geistes. Du hast uns persönlich bei unserem Namen gerufen und deine Treue für immer versprochen. Wir können leben mit dieser großartigen Vorgabe und Zusage. Du wohnst und wirkst in einem jeden von uns. Oft vergessen wir dieses wunderbare Geheimnis. Hilf uns, tiefer und bewußter daraus zu leben.
Kann man in wenigen Zeilen darstellen, was letztlich nur schwer in Worte zu fassen ist? P. Dr. Michael Plattig O. Carm, Leiter des Instituts für Spiritualität in Münster (vgl. S. 20), hat sich dazu bereit erklärt. Kontemplation gehört neben Meditation, Spiritualität und Mystik zu den Begriffen, die auch im Bereich der Esoterik und des "religiösen Supermarktes" verwendet werden. Es ist hier nicht möglich, Kontemplation umfassend zu definieren, deshalb möchte ich mich auf fünf charakteristische Punkte beschränken, die gleichzeitig auch das christliche Verständnis von Kontemplation skizzieren und es gegenüber dem esoterischen abgrenzen.
Eine Litanei
Wir können mit Gott reden. Das hat Margarete Dennenmoser (58), Weingarten, ernst genommen und ein ganzes Buch geschrieben in Form eines Gesprächs einer jungen Frau mit Gott: "Katrin – Aspekte des Frauseins". Aus diesem Buch (vgl. Lesetips S. 19) ist mit freundlicher Genehmigung der Autorin folgender Dialog entnommen.
"Zu den wichtigsten Aufgaben der Vorbereitung auf das Jubeljahr gehört die Wiederentdeckung der Anwesenheit und Wirksamkeit des Geistes", schreibt Papst Johannes Paul (Tertio millennio adveniente 45). In diesem Sinne ist auch das Motto des Welttages der Geistlichen Berufe am 3. Mai 1998 formuliert: "Dem Geist Raum geben - Priester in unserer Mitte". Vielleicht kann die folgende Litanei helfen, unser Beten auf den Heiligen Geist auszurichten.
In Norditalien erlebt die "lectio divina" eine Renaissance. Unter denen, die sie pflegen und fördern, ragen zwei Bischöfe und ein Ordensgründer hervor: Kardinal Carlo Maria Martini in Mailand, Bischof Wilhelm Egger in Bozen-Brixen und Enzo Bianchi, der Gründer der ökumenischen Kommunität BOSE. Nun ist auch im deutschen Sprachraum das grundlegende Buch von Enzo Bianchi neu erschienen (Siehe "Lesetips" S. 19).