Lebensplanung - aber wie?

1. Was will ich bis zum Ziel meines Lebens erreicht haben?

Einen ersten seriösen Ausblick kann man wagen, indem Sie sich hinsetzen und Ihre eigene Beerdigungsansprache schreiben. Ein makabrer Gedanke? Keineswegs. In allen anderen Lebensbereichen sind wir es gewohnt, Prozesse von ihrem Ziel, von ihrem Ende her zu bedenken und davon die Maßnahmen für heute und morgen abzuleiten. Warum also nicht für den Bereich des eigenen Lebens?
Was können Sie und ich also heute tun? Wir können sozusagen das Buch schreiben, aus dem zitiert wird, wenn es abgeschlossen sein wird.

2. Drei bestimmende Faktoren

Ziele, Werte und Verantwortung sind die Faktoren, die den Inhalt des Buches bestimmen, Ihres eigenen Lebens also.

Ziele haben richtungsweisenden Charakter. Sie gelten, auch wenn wir einmal von dem direkten Kurs auf das eingeschlagene Ziel abweichen müssen. Ziele geben dem Leben die Richtung. Wer keine Ziele hat, darf sich nicht wundern, wenn er dort ankommt, wohin er nicht will.

Werte sind der nächste bestimmende Faktor. An welche Werte denke ich? Es könnten grundsätzliche Werte sein wie Ehrlichkeit, Verläßlichkeit, Treue, partnerschaftliches Denken. Es könnten private Werte sein wie Erhalt und Pflege familiärer Beziehungen, Freundschaft. Es könnten berufliche Werte sein wie Kundennähe, Nutzen bieten für die eigenen Kunden, das Schaffen von Win-Win-Situationen usw.
Diese und andere Werte sind wie unsichtbare Markierungen, die unser aktuelles und sichtbares Handeln bestimmen und begleiten.

Verantwortung ist der nächste wichtige Faktor, der zum Gelingen einer Lebenskonzeption beiträgt. Vermutlich ist dies die Herausforderung, die am schwersten zu verwirklichen ist. Rein sprachlich kann man das Wort auch so buchstabieren: Ver-ANTWORT-ung. D. h. ich gebe eine aktuelle Antwort auf eine aktuelle Herausforderung.
Das schließt die Chance des Scheiterns ein. Niemand, der Verantwortung übernimmt, kann das Risiko des Scheiterns ausschließen. Oft hat nur der Erfolg, der verschiedene Erfahrungen des Scheiterns bereits hinter sich hat.
Verantwortung ist auch schöpfungsgemäß. Gott hat den Menschen so geschaffen, daß er Antwort geben kann, ja geben muß, um sein Menschsein zu verwirklichen.

3. Ausgangssituation

Bei der normalen Berufs- und Lebenszielplanung folgt an dieser Stelle die Erfassung der Fakten: Wo stehe ich finanziell? Welchen Einflußbereich habe ich auf dem Markt, wenn ich im Begriff bin, mich selbständig zu machen? Habe ich die Chance, in irgendeiner Weise Marktführer zu werden?
In diesem Beitrag jedoch möchte ich die geistliche Ausgangsbasis kurz ansprechen. Im Grunde gibt es vier Möglichkeiten:

 

· Ich plane mein Leben ohne Gott

· Ich plane mein Leben gegen Gottes bekannten Willen.

· Ich schwanke zwischen den Positionen »ich&laqno; oder »Gott&laqno;.

· Ich bin abhängig von Gott.

Wer sein Leben ohne Gott plant, dokumentiert damit eine geistliche Gleichgültigkeit. Gott ist kein ernst zu nehmender Faktor für ihn. Manchmal werden solche Menschen erst in der Krise wach für die Notwendigkeit, das Leben in Übereinstimmung mit Gottes Willen zu bringen.

Wer gegen Gott antritt, tut dies aus Ablehnung, Selbstsicherheit und Vermessenheit heraus, die psychologisch durchaus manchmal nachvollziehbar sind.

Geistliche Zerrissenheit kommt darin zum Ausdruck, daß wir schwanken zwischen dem Hören auf Gott und dem Verfolgen eigener Ziele, von denen wir wissen oder ahnen, daß sie z. B. den Zehn Geboten oder anderen ethischen Leitlinien des Neuen Testaments widersprechen.
Glaube, geistliche Abhängigkeit ist der Zustand der Freiheit – aus christlicher Sicht. Wenn ich ein Ja habe zu den Gedanken Gottes, wenn mein Handeln diesen Gedanken entspricht (vielleicht nicht immer, aber immer öfter), bin ich wirklich frei. Dann erlebe ich Geborgenheit in Situationen der Schwäche und des Versagens, Mut zum Handeln in ausweglos erscheinenden Situationen und habe Vertrauen in die Zukunft, weil Gott sie in der Hand hält.

Bitte bedenken Sie die angesprochenen Positionen.

Fragen Sie sich: »Wo stehe ich? Wie kann ich einen Schritt weiterkommen?&laqno;

4. Gottes Absicht

Um diese Absichten zu erkennen, brauche ich in der ersten Runde nur den Einblick in bereits bekannte Tatsachen.

Gottes Plan
Nach Epheser 2,10 hat Gott die guten Werke bereits vorbereitet, in denen Sie und ich unseren Erfolg finden können. Das wird nie ein egoistischer Erfolg sein können. Wir sollen anderen Menschen einen Nutzen bieten bei ihrer Art der Lebensbewältigung.

Gottes Zusage
Nach Psalm 32,8 hat Gott versprochen, uns mit seinen Augen zu leiten. Das ist etwas ganz anderes als die »Zuckerbrot und Peitsche-Führung&laqno;, die wir in vielen Situationen durch Vorgesetzte erleben. Persönliche Einsicht und der Wille zur Zusammenarbeit mit Gott werden hier angesprochen.

Gottes Perspektive
Die Sicht Gottes ist, daß die Ewigkeit in unser Herz gelegt ist (Klgl 3,22-3,24; Röm 2,15; 5,5). Der Mensch braucht Ziele, die über die begrenzte Lebenszeit hinaus Gültigkeit haben. Der Stoff, aus dem das irdische Leben ist, reicht nicht aus, um andauernde Befriedigung zu vermitteln. Wer sein Leben umfassend erfolgreich planen will, muß die Paradigmen Gottes, die Paradigmen der Ewigkeit in seine Planung einbeziehen.

5. Führung erleben

Wer sich nicht führen läßt, kann auch nicht andere führen. Der Weg in die Zukunft ist so komplex, so stark von Wandlung geprägt, daß wir nicht mehr von stetigen Prozessen wie z. B. noch in der Zeit des Mittelalters ausgehen können. Wir brauchen Orientierungspersonen und Orientierungspunkte.

Menschen, Kommentare, Beobachtungen von Prozessen im eigenen Leben und der Input aus der geistlichen Ressource des Glaubens und des Wortes Gottes bilden hier die Quellen, aus denen wir schöpfen können.

Vorbilder der Führung haben wir in biblischen Persönlichkeiten wieAbraham, der die direkte Zusage der Führung von Gott bekam und erlebte. Jesus ist ein Beispiel für einen Menschen, der gezielt die Wege ging, die er aus der engen Verbindung mit seinem himmlischen Vater heraus als notwendig anerkannt hatte. Darunter war der gezielte Weg nach Jerusalem, in das Leiden, an das Kreuz ... und in die Auferweckung.

Christen leben heute wie die ersten Jünger nach dem Vorbild Jesu. Die von ihm verwandten Beispiele und Aussagen haben sie geprägt.