(2/07, S.15)
Berufswahl/Berufung
80 Jahre Gebetsgemeinschaft für Geistliche Berufe
Wallfahrt nach Altötting
und Begegnung mit Papst Benedikt XVI.
von Kornelia A. Lüttmann, Freiburg
Vor 80 Jahren, am 12. Juni 1926, wurde das „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“ auf Initiative von Prinzessin Maria Immaculata, Herzogin zu Sachsen, in Freiburg gegründet. Aus dieser Gründung ging eine weltweite Gebetsgemeinschaft, das Päpstliche Werk für Geistliche Berufe (PWB), hervor.
Die Gebetsgemeinschaft PWB ist eine offene Gebetsinitiative, die zum Gebet um geistliche Berufe einlädt. Einzeln, zu Hause oder in kleinen Gebetskreisen in der Kirche beten die Mitglieder um Berufungen für die Kirche. Sie unterstützen die Bemühungen um geistliche Berufe, wollen aber auch das Berufungsbewusstsein in allen Christen stärken.
(1/07,
S.16-17)
Berufswahl/Berufung
Nah am Menschen
von Otto Schilling, Landshut
2007 sind es dreißig Jahre, dass ich als Pastoralassistent und – referent im kirchlichen Dienst bin. Von 1979 bis 1987 war ich als Pastoralreferent in Biberach. Hier lernte ich in einer offenen Gemeinde vor allem zahlreiche Gesichter der kirchlichen Jugendarbeit kennen und konnte vieles ausprobieren. Gott sei Dank hatte ich damals einen „Chef“, der mir und den Jugendlichen einen unerschöpflichen Vertrauensvorschuss entgegenbrachte.
1987 kam ich wegen der Liebe sprich Heirat von der Diözese Rottenburg – Stuttgart in die Erzdiözese München – Freising, genauer gesagt nach Landshut in Niederbayern. In der Pfarrgemeinde St. Jodok erfuhr ich elf Jahre lang die große Spannbreite einer lebendigen Gemeinde mit vielen ehrenamtlichen Frauen und Männern, wie auch schon in den beiden vorhergegangenen Pfarreien.
(1/07,
S.18-19)
Spiritualität
Ein bergender Raum, der menschliche Grenzen überwindet
von Maria Anna Leenen
Langsame, ausgreifende Bewegungen kreisen und umgreifen vorsichtig sanft den kleinen Körper. Ein kräftiges Ziehen und Walken, energisch und doch achtsam streichen die Hände zu den Seiten; weich und kraftvoll zugleich wird das duftende Öl mit wohltuendem Druck nach und nach über Brust und Bauch verteilt und einmassiert. Unmerklich durchströmt die feine Minznote den Raum, entspannt und harmonisiert. Nach kurzer Zeit schon beruhigt sich die aufgeregte Stimmung des Kleinkindes. Sein Gesicht wird friedlich, der verkrampfte Körper löst sich. Das Kind schläft ruhig ein. Die liebevolle Berührung der Hände vermittelt ihm Geborgenheit, die Wärme der heilsamen Massage mit dem aromatischen Öl schenkt Zuwendung. Körper und Seele finden in ihren Gleichklang zurück.
(1/07,
S.20-21)
Spiritualität
Weihnachten - 2000 Jahre Menschwerdung
von Dagmar Dewald
Ihr aber, für wen haltet ihr mich? – Jeder von uns muss sich einmal dieser Frage stellen, die Jesus an seine Jünger richtete. Petrus bekannte: Du bist der Messias (Mk 8,29). Und mit der Kirche bekennen auch wir immer wieder Jesus als Messias, als Sohn Gottes, als Heiland und Erlöser. Doch ist das auch unsere persönliche Antwort, ist sie von den Lippen ins Herz eingedrungen? Wer also ist Jesus für mich, für dich? Es lohnt sich über zweitausend Jahre nach der Menschwerdung Gottes im Stall von Bethlehem, unsere eigene Antwort zu erforschen.
(1/07,
S.22-23)
Kommentar
Klinikseelsorge ist Kirche
von Uli Redelstein, Pastoralreferent und Klinikseelsorger am Klinikum Heidenheim, Vorsitzender der AG Kur- und Klinikseelsorger der Diözese Rottenburg-Stuttgart
„Die Sorge um die Kranken im Krankenhaus und in der Gemeinde ist eine der zentralen Aufgaben kirchlichen Handelns.“, – so die zusammenfassende Aussage der deutschen Bischöfe in ihrer pastoralen Handreichung: „Die Sorge der Kirche um die Kranken“. Diese Standortbestimmung heutiger Kirche vergegenwärtigt die besondere Fürsorge Jesu für Menschen, die krank sind. Klinikseelsorger fühlen sich in besonderer Weise Jesu Auftrag Menschen vom Heil zu erzählen und Menschen zu heilen verpflichtet. Gerade kranke Menschen offenbaren Verletzlichkeit, Begrenztheit und Erlösungsbedürftigkeit menschlichen Lebens. Gleichzeitig sind sie Zeugen der Grundsehnsucht des Menschen nach Heil und Heilung. Und sie machen erfahrbar, dass Leben trotz Krankheit und Tod gelingen kann. Menschen sind in Krisen auf besondere Weise ansprechbar.
(1/07,
S.24)