Kirchliche Berufsberatung – Mehr als Infos

 Den Verstand gebrauchen und Gefühle ernst nehmen

Berufung ist schon geschenkt. Sie will reifen, blühen, Früchte tragen, eben wie Gott es angelegt hat. Suchende mit einer "heiligen Unruhe" spüren das. Sie brauchen jemand, der (die) mit ihnen in ihre Lebensgeschichte hineinlauscht, Spuren einer Berufung entdecken hilft und mit-fragt, welches Gottes Spuren und Signale sind:

· Miteinander Signale deuten und Erfahrungen hinterfragen

· Alternativen zulassen und Konsequenzen bedenken

· Maßstab und Werte in Blick nehmen, den Verstand gebrauchen und Gefühle ernst nehmen und sehen, wo manches sich fügt und stimmig wird – auch im Gebet

· Bilder aus der Heiligen Schrift sind zuverlässige Markierungen auf dem Weg der Berufung. Diese Bilder und Hinweise sollen im Alltag der Ratsuchenden spürbar werden, als Orientierung für weitere, eigenständige Schritte auf dem spannenden Weg der Berufung. "Tourenbesprechungen", Hinweise über die erforderliche "Ausrüstung" und die Selbsteinschätzung der eigenen Kräfte tragen viel zum Gelingen des Weges bei.

Erfahrungen von Ratsuchenden

"Die Begleitung war für mich sehr hilfreich und wohltuend. Von Anfang an fühlte ich mich in meinem Suchen und Fragen ernstgenommen. Die sachliche, aber einfühlsame und unaufdringliche Art, gezielte Fragen und Anregungen halfen mir selbst, die Antworten auf meine Fragen zu finden und selbst die notwendigen Schritte tun zu können. Während der Gespräche hatte ich immer das Gefühl: ich bin der einzigste Mensch auf der Welt, der jetzt wichtig ist. Es wurde immer auf meine momentane Situation eingegangen, nicht ohne mir den nötigen Weitblick zu vermitteln.

Sehr gut waren auch die Impulse, die mir am Schluß der Gespräche mit auf den Weg in meinen Alltag gegeben wurden. Über die Begleitung bin ich froh und dankbar. Das Hinterfragen, Bestätigen, Ermutigen half mir sehr bei meiner Entscheidungsfindung. Immer wieder greife ich gerne auf die Impulse und Erfahrungen dieser Gespräche zurück, die für mich wie Oasen im Alltag waren. Danke." (B. K.)

"Vor meinem ersten Beratungstermin erreichte mich eine liebe und persönlich gehaltene Karte der Diözesanstelle Berufe der Kirche. Darin wurde mir nicht nur unser Treffen bestätigt, sondern ich faßte sie als persönliche Ermunterung auf, alle meine Fragen einzubringen. Als ich nach Rottenburg kam, brachte ich ein vages Berufsziel mit. Dazu kam ein Gefühl, innerlich angesprochen zu sein für einen Dienst in der Kirche.
Auf alle formalen Fragen zu Ausbildungsgang und Voraussetzungen bekam ich schnell und kompetent Antworten. Wichtiger waren die Gespräche über meine Erwartungen und meine Sicht der Kirche, die mich auf die Wahrhaftigkeit meiner Berufung zurückführten. Diese Gespräche wirkten lange nach, etwa durch eine Broschüre zu den evangelischen Räten und anderen Impulsen. Diese Broschüre steht seit meinem ersten Besuch in Rottenburg auf meinem Schreibtisch. Inzwischen ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, mein Studium beginnt in wenigen Tagen. Von den Leuten der Diözesanstelle Berufe der Kirche erfuhr ich Ermunterung und eine realistische Perspektive für meinen weiteren Weg. Dabei fühlte ich mich nie gegängelt. Im Gegenteil, ich spüre, daß zwischen mir und Gott die Entscheidung für oder gegen einen kirchlichen Beruf fallen darf und ich darf die Frage selbst beantworten, in welchem konkreten Beruf meine Berufung ihre endgültige Gestalt bekommen darf." (F. K.)

Das Gebet in den Gemeinden wird fruchtbar

Wenn Berater erfahren dürfen, daß sich für Ratsuchende ein "stimmiger", realisierbarer Weg entwickelt hat, den sie gehen können, darf auch dankbar bezeugt werden, daß der Geist Gottes am Werk war. Dies hat auch viel mit dem Gebet in den Gemeinden zu tun.

Rolf Seeger