Kirchenmusiker/-in

Heft 2/00

Berufsreport

Kirchenmusik als Lebensaufgabe
In vielen Gemeinden gibt es den/die hauptamtliche Kirchen-musiker/in. Johannes Bernhard von der Kirchenzeitung „Kirche + Leben“, Diözese Münster, stellt den Beruf vor. Er hat Ulrike Duesmann, Legden, besucht.
(2/00, S.8-9)

Berufsinfo

Kirchenmusikausbildung
Zum Beispiel an der Fachakademie für Kath. Kirchenmusik und Musikerziehung Regensburg
(4/99, S.10)



Heft 3/08

Statement

„Wer singt, betet doppelt …“


Aus vielen Pfarreien sind sie nicht wegzudenken – die Jugendchöre, Scholen, Kirchenchöre, Gesangvereine… in denen sich Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher persönlicher Hintergründe treffen, um ihrem Glauben einen ganz persönlichen Ausdruck zu geben und in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten aktiv ihre Gemeinde mitzugestalten.
Wir haben drei Aktive zu Ihrem Engagement in der Kirchenmusik befragt: Rosemarie Häusler singt seit mehreren Jahrzehnten im Kirchenchor der Pfarrei St. Wolfgang, Meitingen. Lisa Plesch ist bei den „Young voices“ und dem Münsterchor der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Dießen/ Ammersee dabei. Herbert Kratzer ist Mitglied der Schola in der Pfarrei St. Georg, Augsburg.

(3/08, S.2-3)


Berufsreport

Musik befreit

Interview mit Christine Kusch und Daniel Kortland


Ohne Musik können die beiden nicht leben. Für Christine Kusch (35) und Daniel Kortland (25) gehört Musik auch unbedingt zum Glauben. Beide C-Musiker engagieren sich in der Pfarreiengemeinschaft St. Nikolaus Ankum, Mariae Himmelfahrt Eggermühlen und Herz-Jesu Kettenkamp im Bistum Osnabrück. Christine Kusch ist Hauptverantwortliche für die Organistentätigkeit und Kantorin. Daniel Kortland ist nebenberuflicher Organist in Eggermühlen und Chorleiter in Kettenkamp. Der WEGBEREITER besuchte die leidenschaftlichen Musiker.

WEGBEREITER: Frau Kusch, Herr Kort-land, Musik hat einen hohen Stellenwert in Ihrem Leben. War das von Kindheit an so oder wie ist es zu dieser großen Musikbegeisterung gekommen?
Chr. Kusch: Ich habe mit acht Jahren den ersten Klavierunterricht bekommen, ohne die übliche Flöte vorweg. Dann kam bis zum Alter von 18 Jahren ein sehr intensiver Klavierunterricht bei einem Schuster, der ein absolut begeisterter Klavierspieler und Organist war. Er hat mir seine Musikbegeisterung weitergegeben. Seit dieser Zeit gab es kein Zurück mehr. Nur während des Abiturstresses hatte ich keinen Unterricht, das wäre nicht gegangen.
D. Kortland: Mit sieben oder acht Jahren habe ich zum Geburtstag ein Keyboard geschenkt bekommen und zunächst Klavierunterricht auf diesem Keyboard gehabt. Mit 13 kam dann das Klavier dazu und mit 14 die Posaune.

(3/08, S.4-7)


Berufswahl/Berufung

„Wir sind zum Lobpreis seiner Herrlichkeit bestimmt“ (Epheser 1,12)

von Rudolf Fischer, Dozent für Gregorianischen Choral und Deutschen Liturgiegesang an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik, Regensburg



Die Kirchenmusik als Berufung der Christen, insbesondere der Kirchenmusiker/-innen
Was der Hl. Paulus im einleitenden Hymnus seines Briefes an die Gemeinde in Ephesus schreibt, kann als Berufung für jeden Christen gelten: als Kinder Gottes „Lobpreis der Herrlichkeit Gottes“ zu sein. Schon einige Verse voraus lenkt er den Blick auf das Ziel der durch Christus erwählten Söhne und Töchter Gottes, nämlich zu Gott zu gelangen, „zum Lob seiner herrlichen Gnade.“ (Eph 1, 5.6.)
Auch wenn diese Berufung und Bestimmung der Christen im menschlichen Leben sehr unterschiedliche Ausdrucksweisen haben kann, ist doch die Kirchenmusik eine vorzügliche Form, zu der jeder Mensch eingeladen ist: das Singen und Spielen vor dem Herrn in allen Lebenslagen, als Ausdruck der Freude, Dankbarkeit, aber auch der Bitte und der Klage.

(3/08, S.8-9)

Kirchliche berufe in Zahlen

Die Statistik der Priester- und Weihekandidaten vom Jahr 2006 gab Grund zu der Hoffnung, dass sich in den kommenden Jahren eine zahlenmäßige Trendwende anbahnen werde. In der Tat scheint die Talsohle in den Seminaren im Vergleich zu den Jahren zuvor durchschritten zu sein. Doch mahnen die Zahlen für das Jahr 2007 zu einer gewissen Zurückhaltung, was Zukunftsprognosen angeht.

Insgesamt sind deutschlandweit 10 Studenten weniger in die Seminare eingetreten, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 4,98% bedeutet. Leider muss im Blick auf die Gesamtzahl der Priester- und Weihekandidaten festgestellt werden, dass diese ebenfalls zurückgegangen ist. Hier ist allerdings nur ein Rückgang um 1,12% zu verzeichnen, so dass man im Großen und Ganzen von einer gewissen Stabilität sprechen kann.

(3/08, S.10)


Im Blickfeld

Neuer Internetauftritt: www.berufung.org

von Kornelia A. Lüttmann, ZfB Freiburg

Wer im Internet nach Berufen der Kirche oder nach dem Stichwort Berufung sucht, stößt unweigerlich auf www.berufung.org, die Homepage des Zentrums für Berufungspastoral. Die Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz für die Pastoral der geistlichen Berufe und kirchlichen Dienste wartet hier mit einem großen Informations- und Serviceangebot rund um das Thema Berufung auf.

Zum Weltgebetstag für geistliche Berufe 2008 hat der Internetauftritt des Zentrums für Berufungspastoral ein neues Gesicht bekommen. Mit frischen Farben und einer klaren Struktur lädt die neue Homepage dazu ein, in den Seiten zu stöbern und das vielschichtige Informationsangebot zu nutzen. Rund um das Thema Berufung und Gebet um Berufungen finden sich viele Texte und Vorlagen, die sofort ausgedruckt oder per Mausklick kopiert und in eigene Dateien eingefügt werden können.
Wer sich über Berufe und Dienste der Kirche informieren möchte, findet unter dem Menüpunkt Berufung/Berufe Informationen zu den verschiedenen Berufsbildern und Ausbildungswegen. Darüber hinaus laden einige Texte dazu ein, über den Begriff der Berufung nachzudenken oder sich anhand von Entscheidungshilfen Fragen zur eigenen Berufung zu stellen.

(3/08, S.15)


Berufswahl/Berufung

„Das Höchste muss man singen, weil man’s nicht sagen kann“

von P. Stefan Kling OPraem / Werner Zuber Amt für Kirchenmusik im Bischöflichen Ordinariat Augsburg


Singen und Musizieren haben in der Kirche eine lange und große Tradition. Schon die ersten Christengemeinden werden in Briefen des Apostels Paulus als zur Ehre Gottes singende Gemeinden beschrieben. Heute sind Gottesdienste ganz ohne Musik kaum mehr vorstellbar. Kirchenmusik ist nach Aussage des II. Vatikanischen Konzils ein Wesensbestandteil der liturgischen Feier.
Dabei versteht sich Kirchenmusik als Medium der Verkündigung der frohen und befreienden Botschaft Jesu Christi. Sie steht im Dienst des Wortes der Hl. Schrift und deutet und gestaltet es in Gesang und Instrumentalspiel. Kirchenmusik soll dabei auch die aktive Teilnahme der Gläubigen am Gottesdienst ermöglichen und sie in ihrer Spiritualität bestärken.

(3/08, S.16-17)

Musik und Berufung

von Renate Nika


Was Musik ist, das weiß man, aber was Berufung ist, scheint mir nicht ganz klar. Es ist wie bei vielen Begriffen in der Kirche.
Man verwendet sie zwar, es wird aber nie genau gesagt, was man wirklich darunter versteht. Für mich hängt die Frage, was Berufung ist, von der grundsätzlicheren Frage „Was ist Seelsorge?“ ab. Denn das ist die grundlegende Berufung der Kirche, sich um das Heil der Seelen zu sorgen.

Was ist die Seele?
Die eingängigste Definition von Seele habe ich bei Medard Kehl gefunden, der die Seele als „gottoffene“ Seite des Menschseins umschreibt. Die Seele eines Menschen ist nicht ein bestimmter Teil des Menschen, sondern der ganze Mensch unter dem Blickwinkel der Offenheit auf Gott hin. Gott hat jedem Menschen eine Seele geschenkt, die ihn dazu befähigt, mit ihm eine liebende Beziehung einzugehen. Und selbst wenn ein Mensch diese Seite seines Menschseins nie zu entdecken glaubt oder wenn er sie entdeckt und nicht lebt, so könnte er sie doch nicht vernichten.
Denn kein Mensch kann sich selbst als Geschöpf zurücknehmen. Deshalb ist die Seele unsterblich, weil Gott seine Gabe nie zurücknimmt.

(3/08, S.18-19)


Spiritualität

„Dir will ich singen und spielen.“

von Maria Anna Leenen


Aus den Dörfern und aus Städten ...
Klar und weich tönt die Stimme der jungen Kantorin über den Köpfen, füllt die große Kirche bis in den letzten Winkel hinein. Schlicht und lauter schwebt mit den auf- und absteigenden Tönen die Sehnsucht des Psalmisten nach Gott in den Raum, hin zu den Menschen, die still in den Bänken sitzen. Schwebt zu denen, die heute suchen, die fragen, die glauben und zu glauben wagen. Eine Zeit später dann singen sie selbst und bringen wie das 3000 Jahre alte Lied ihr Leben und ihre Sehnsucht zum Ausdruck. Die einen leise und schüchtern, andere laut und mit Inbrunst. „Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern, ...“

(3/08, S.20-21)

Das Leben vor Gott zum Klingen bringen

Andacht


EINFÜHRUNG
„Mensch, lerne tanzen, damit die Engel im Himmel mit dir etwas anfangen können.“ Dieses Sprichwort von Kirchenvater Augustinus könnte man auch leicht variieren: „Mensch, lerne singen, damit du ein Gespür dafür bekommst, wie die himmlische Melodie in der Welt klingt.“ Musik und Gesang machen nicht nur das Herz leicht oder schaffen Gemeinschaft. Mit unserem Singen und Musizieren loben wir den, der jeden Ton und jeden Rhythmus in uns hineingelegt hat. Unser Lied kann Anbetung sein und Dank, überschäumende Freude oder die leidenschaftliche Bitte um Gerechtigkeit. Alles können und alles dürfen wir ihm zusingen. So rufen wir voll Vertrauen:

KYRIE-RUFE
Herr Jesus Christus,
deine Botschaft von der unbedingten Liebe des Vaters ist die verborgene Melodie der Welt.
Kyrie eleison.

Diese Melodie in uns aufzunehmen ist Gabe und Aufgabe für uns.
Christe eleison.

Deine Barmherzigkeit und deine Güte schenken uns dazu hoffnungsvollen Mut und die Kraft zu unbeirrbarer Treue.
Kyrie eleison.

ORATION
Guter Vater im Himmel, dein Sohn hat uns gelehrt, uns und unseren Nächsten anzunehmen und zu lieben. Wie der Grundton einer wundervollen Harmonie ist die Liebe Jesu zu dir und zu uns. Dieser Grundton soll unser Fühlen, Denken und Handeln bestimmen. Auf ihm baut sich die unverwechselbare Melodie des Lebens eines jeden Einzelnen von uns auf. Hilf uns diesen Grundton zu hören und mit ganzem Herzen zu singen. Darum bitten wir dich durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, der in vollendeter Harmonie mit dir und dem Heiligen Geist lebt und durch die Liebe herrscht bis in Ewigkeit. Amen

(3/08, S.22-23)


Einladung

„Von Gott engagiert“
Berufungspastoral auf dem Katholikentag in Osnabrück 21.-25.5.2008

In vielfältiger Weise gibt es in diesem Jahr interessante Angebote von Seiten der Berufungspastoral auf dem Katholikentag.

Die Berufungspastoral ist dem Geistlichen Zentrum zugeordnet. Der Ort des Geistlichen Zentrums (GZ) ist das Schulzentrum Carolinum mit angrenzender Kirche direkt neben dem Osnabrücker Dom. Thematische Grundlage für das inhaltliche Konzept des GZ bildet Psalm18, aus dem das Leitwort des Katholikentages „Du führst uns hinaus ins Weite“ (Ps 18,20) entnommen ist.
Unsere Angebote und Veranstaltungen auf dem Katholikentag:

Freitag, 23.05.08, 18:00 Uhr: Jugendvesper mit Bischof Dr. Franz-Josef Bode.
Ort: Jugendkirche Aqua, Herz-Jesu-Kirche, Erich-Maria-Remarque-Ring 7


(3/08, S.24)