Warum bist Du ein Mann ? |
| Katrin: Du, Vater, da hab' ich gleich ein Problem. Ein ganz großes! Darf ich mich auch beklagen bei Dir? Oder ist das unpassend? Gott: Du darfst. Warum denn nicht? Wir können doch ehrlich miteinander umgehen, oder nicht? Also, Katrin, wo brennt's? K: Duuu, warum bist Du ein Mann? Das ist ungerecht! G: Ein Mann? Wer sagt denn das? K: Alle. G: - - - ??? K: Ja. Sie nennen Dich »Vater, Herr, Er, Herrscher, Allmächtiger&laqno; , lauter männliche Namen! (...) K: Warum hast Du den Adam vor der Eva geschaffen?!! G: Stört dich das? K: Ganz gewaltig! Es sieht aus, als hättest Du uns vergessen! Uns Frauen. Als seien wir Dir erst hinterher eingefallen! Einfach, weil wir nicht wichtig genug waren. Und weil der Adam halt den Haushalt nicht alleine besorgen wollte. G: Katrin, nimm's Mir nicht übel, wenn Ich jetzt lache! Wie kann man Mich bloß so mißverstehen! Eigentlich ist das sehr traurig! K: Oh, Du hattest uns nicht vergessen? War das Absicht? G: Bin ich denn ein vergeßlicher Trottel? K: Entschuldige! Dann hattest Du also Gründe dafür!? G: Wie immer. K: Also ist an dem bösen Witz was dran, daß Du die Frau zuletzt gebildet hast, weil sie die Krone der Schöpfung sein soll? G: Nein, damit sind beide gemeint, Mann und Frau!Aber malen wir's uns mal zusammen aus, Katrin, wie das damals war. Hast du Lust dazu? K: Sehr! () G: Ja, der Adam ging also völlig in seiner Arbeit auf. Aber nicht für immer, denn irgendwann einmal kam er damit an ein Ende. Nämlich zur Einsicht, daß es noch mehr in seinem Leben geben sollte als Forschen und Schaffen, Leisten und Planen. Etwas, das ihn noch tiefer erfüllen könnte. Er träumte von jemandem, für den er all das tun könnte und noch mehr! |
K: Das finde ich schön, daß er träumte, suchte Daß er selber merkte, wie einsam er war, so alleine auf der Welt! G: Ich hatte das schon längst gewußt. Nimm doch einmal deine Bibel her und lies, was im Buch Genesis im ersten Kapitel im Vers 26 steht. K: »Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. &laqno; G: Fällt dir da nichts auf? K: Warum steht hier »uns&laqno;? Ist das der Pluralis majestatis? Redest Du da, wie's die Könige zu tun pflegten? G: Da hätte Ich ja auch bei der Erschaffung der Natur so reden können. Dort wäre das Königliche mindestens ebenso passend gewesen!Nein, bei Mir gibt es keine Formeln! Nur Wahrheit, Wirklichkeit. K: Oh, dann bist Du nicht nur Einer?! Stimmt, das habe ich ja auch einmal gelernt. Aber nie verstanden. G: Wirst du auch nie. Aber akzeptiere es: Ich bin Einer, der Einzige, aber Ich bin gleichzeitig drei. Ich lebe Beziehung. K: Und deswegen hat der Adam eine Eva gebraucht!? Damit er Dir ähnlich ist. Damit die beiden, die Menschen, Euch ähnlich sind. Oder wie soll ich's sagen? Beziehung macht uns Dir ähnlich. Genauer: Das In-Beziehung-Leben macht die Menschen, macht uns, Dir ähnlich. Ist es so? G: Großartig! Aber da steckt noch mehr drin: Denk an deine erste Frage! Du wolltest doch wissen, ob Ich ein Mann sei. K: Tatsächlich! Hier steht: »Gott schuf den Menschen als sein Abbild: als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. &laqno; (Gen 1, 26ff) Darf ich folgern, daß nur Mann und Frau Dein Abbild sind? Daß demnach in Dir genau so viel Weibliches ist wie Männliches? G: Du darfst. Wie geht's dir jetzt? K: Du, Gott, das finde ich wunderschön! Ich könnte geradezu weinen vor Freude, daß ich in Dir auch meine weibliche Art wiederfinde. Ich bin Dir ähnlich, auch als Frau! Warum hat mir das niemand gesagt? Warum steht das nicht in der Bibel? Oh doch, hier steht es ja. Ich hatte es nur nicht gemerkt! G: Genier dich nicht, Katrin! Auch das Weinen hast du von Mir! Und noch vieles, über das die Männer lächeln. |
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