Eremiten |
Ruf ins Schweigen mit
Gott
von Maria Anna Leenen
Zu hören ist nichts um diese
Zeit. Nur der Wind singt manchmal leise durch einzelne Ritzen der
Almhütte, die in der Nähe eines kleinen Dorfes am Berghang liegt. Es
ist kurz vor Mitternacht. Bei Schwester Sophia klingelt der Wecker. Es
ist Zeit für das Nachtoffizium, die Lesehore: Hymnus, Psalmen, zwei
lange Lesungen und eine Schlussoration. Den kleinen Gebetsraum erhellen
ein paar flackernde Kerzen und ein kleines Licht. Nichts ist zu hören
außer einem schwachen Windhauch, der um die Balken streicht. Nach der
Lesehore schafft die tiefe Stille der Berge einen schützenden Raum für
das schweigende Gebet: Keine großen Worte, nur ein Lauschen, ein
Sehnen; sich ausstrecken nach ihm, der vor vielen Jahren in diese
Lebensweise gerufen hat.
Formen des eremitischen Lebens heute
Ein Neuaufbruch im Verborgenen
von Maria Anna Leenen
Eremitische Spiritualität
Meine Spiritualität ist mein Alltag
von Sr. Renate Becker
Von eremitischer Spiritualität kann nur die Rede sein, wenn eremitischer Alltag zur Sprache kommt. Wie dieser Alltag gelebt wird gibt Auskunft über die Spiritualität, die ihn trägt. Das wird ganz verschieden aussehen; geprägt von dem äußeren Rahmen, den Klause und Lebensumfeld bilden. Vor allem geprägt von dem inneren Weg der zur eremitischen Lebensform führte.
So soll der folgende Text auch keine theoretische Abhandlung über eremitische Spiritualität sein, sondern eher eine einladend geöffnete Tür.
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