Die Charismen der Frauen -
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| Frauenliturgien An vielen Orten, innerhalb wie außerhalb der kirchlichen Strukturen, bilden sich Frauengruppen, die sich den Raum nehmen, selbstbewußt einen eigenen spirituellen Weg zu gehen. Oft ist der Ausgangspunkt für die Frauen eine diffuse Unzufriedenheit in den herkömmlichen Gottesdiensten: das Gefühl "mir fehlt etwas" oder "ich fühle mich als Frau nicht angesprochen". Frauenliturgie, so wie wir sie in der Kath. Hochschulgemeinde Aachen feiern, meint eine persönlich angelegte liturgische Feier, wechselnd geleitet von Frauen und ausschließlich unter uns Frauen. Frauenliturgie bedeutet bei mir anzufangen, meine Bedürfnisse und Erfahrungen wahr- und ernst zu nehmen und sie in Beziehung zu anderen Frauen und Gott zu setzen. Dabei suchen und finden wir immer neue ganzheitliche Ausdrucksformen unserer Spiritualität. Wir begrüßen uns persönlich, tauschen uns aus, formulieren eigene Gebete, entwickeln eigene Rituale, tanzen, singen, malen, berühren, segnen uns und essen miteinander. Thema der Frauenliturgie ist das, was mich bewegt, meine Erfahrungen, die auch spirituelle Erfahrungen sind und die ich feiere. Zur Leitung ist jede ermächtigt jede hat die Chance ihre Themen einzubringen. Hier erfahre ich mich selbst und die anderen Frauen als Subjekte unserer Spiritualität und als liturgisch kompetent Handelnde. Die unterschiedlichsten Charismen von Frauen werden deutlich, da jede aktiv mitgestaltet. Vor allem aber spüre ich eins: Jede Frau hat spirituelle Kompetenz Die Charismen der Frauen |
Wie geht das nun - die eigenen Charismen oder die spirituelle Kompetenz zu entdecken? Wie so oft ist der Weg ein stetiger Prozeß: suchen und finden, ausprobieren, aktiv sich erleben und einbringen. Ein erster Schritt kann sein, sich der eigenen Stärken und Fähigkeiten überhaupt bewußt zu werden. Wichtiger ist jedoch, der Intuition zu trauen, die innere Stimme wahr- und ernst zu nehmen, Impulsen, Bedürfnissen nachzugehen Fähigkeiten, die wir Frauen zwar durch unsere Sozialisation gelernt haben, die wir aber häufig für andere und nur mühsam für uns selbst einsetzen. Wir haben es nicht gelernt, uns im spirituell-religiösen Bereich auf uns selbst zu verlassen. Deshalb ist es gut, sich mit anderen Frauen zusammenzutun, sich gegenseitig zu ermutigen und gemeinsam Charismen zu entdecken und auszuprobieren. Ohne den Druck, in einen bestimmten Rahmen passen zu müssen und ohne Angst vor Sanktionen finden wir Ungeahntes Ruach kann wirklich lebendig sein und fließen. Die Frauenliturgie bietet eine solche Möglichkeit. Wir erleben diesen Prozeß manchmal als schmerzhaft, da Verletzungen offener zu Tage treten, aber überwiegend als befreiend und lustvoll. Wer sich auf einen solchen Prozeß mit sich, Gott und anderen Frauen einläßt sei es in Formen wie der Frauenliturgie oder anderswo geht gestärkt und mit einem neuen Selbst-bewußt-sein hervor. Das hat natürlich Konsequenzen für die Kirche und kirchliche Berufe. Die Charismen der Frauen als Chance für die Ganzheit(lichkeit) der Kirche Marion Telgenbüscher (30) ist als Dipl. Sozialpädagogin Referentin für Frauenarbeit des Bistums Aachen. Ihre Aufgabe besteht schwerpunktmäßig in der pädagogischen Beratung und Begleitung der Ehrenamtlichen im Verband Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Nebenberuflich ist sie tätig und anfragbar in den Bereichen Social-Groupwork (Soziale Gruppenarbeit) und Frauenspiritualität/Frauenliturgie. Kontakt: Marion Telgenbüscher, Martinstr. 25, 52062 Aachen |
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