Pastoralreferentin Brigitte Zecher

Seelsorgerin, Wegbegleiterin und Managerin

Wegbereiter: Vorbilder in kirchlichen Berufen
Die heute 37 Jahre alte Theologin und Sozialpädagogin entschied sich für einen kirchlichen Beruf, weil sie in der katholischen Jugendarbeit engagiert war und Freude daran hatte. Ein konkretes Berufungserlebnis gab es nicht; es waren wohl mehr das Vorbild einer Pastoralreferentin und eines Pfarrers sowie die Erlebnisse an Jugendwochenenden, die die Entscheidung für einen pastoralen Dienst in ihr reifen ließen.
Nach dem Studium in Benediktbeuern, Tübingen und Würzburg folgte für Brigitte Zecher der praktische Teil der Ausbildung im Pastoralkurs der Diözese Würzburg, zu dem unter anderem Praktika in Gemeinde, Schule und Krankenhaus gehören. An ihrer ersten Stelle gehörten vor allem die klassischen Arbeitsfelder wie Jugendarbeit und Firmvorbereitung auf Gemeinde- und auf Pfarrverbandsebene zu ihren Aufgaben. Eine enge Verbindung von Beruflichem und Privatem ergab sich, als sie den Pastoralreferenten Wolfgang Zecher heiratete. Beide teilten sich die nächsten sieben Jahre lang eine Stelle in Lohr, wobei Brigitte Zecher zuletzt neben ihrer Arbeit in der Pfarrei auch als Dekanats-Familienseelsorgerin eingesetzt war. Als ihr Mann eine Stelle im Exerzitienreferat der Diözese Würzburg antrat, wechselte sie vor einigen Monaten in die Würzburger Pfarrei Heiligkreuz.

Eigenverantwortliche Aufgaben
Da sich in ihrer neuen Gemeinde viele Familien in einer sozialen Notlage befinden, sieht die Pastoralreferentin eine wichtige Aufgabe darin, zu den Menschen hinzugehen und nicht zu warten, bis sie von allein kommen. Besuche bei Alten und Kranken, aber auch der Kontakt etwa zu alleinerziehenden Müttern werden zu ihrer Arbeit gehören. Daneben stellt sie in letzter Zeit verstärkt fest, daß ihre pastorale Aufgabe auch in der Begleitung von anderen Hauptamtlichen, beispielsweise

den Mitarbeiterinnen in Kindergärten oder Altenheimen, liegt. Auch spirituelle Angebote, wie etwa Exerzitien im Alltag, sieht sie als ein wichtiges Anliegen in der Seelsorge.
An all ihren bisherigen Einsatzorten hat Brigitte Zecher erlebt, daß sie in der Gemeindeleitung mitarbeiten konnte – also nicht nur Hilfskraft des Pfarrers war – und daß die anstehenden Aufgaben gut verteilt wurden. Sie hat sich als Frau ernstgenommen gefühlt und findet es auch richtig, daß in der Seelsorge die Bereiche Familie und Ehe eher den Laien zugeordnet werden.

Ein kinderfreundlicher Beruf
Durch ihre Ehe mit einem Kollegen ist sie in einer besonderen Situation. Von Kolleginnen aber weiß sie zu berichten, daß deren unregelmäßige Arbeitszeiten und Abendtermine mit den festen Arbeitszeiten des Partners kollidieren können. Immerhin ist der Beruf kinderfreundlich, da tagsüber oft Gelegenheit besteht, sich um die Familie zu kümmern.
"Es ist ein Beruf mit sehr vielen Facetten", faßt Brigitte Zecher ihre Eindrücke zusammen. Sie ist Seelsorgerin, Wegbegleiterin und Animateurin, ist mal als Theologin und mal als Managerin gefragt. Sie versteht sich auch als Vermittlerin zwischen der Gemeinde und der übrigen Gesellschaft, wenn beispielsweise zu den Krabbelgruppen Mütter in die Gemeinde kommen, die sonst mit Kirche nicht viel am Hut haben. Manchmal ist es anstrengend, zwischen unterschiedlichen Parteiungen in der Gemeinde zu vermitteln.
Und über das Predigtverbot aus Rom für Laien hat sich Brigitte Zecher schlichtweg geärgert. Aber eine Heimat und Halt findet sie dann in der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL), deren Mitglieder sich in der Tradition des heiligen Ignatius von Loyola um die Einheit von Leben und Glauben bemühen.