Dienst am Menschen mit Behinderung

Heft 4/01

Berufsreport

Das Leben ist schön
Im Franziskuswerk Schönbrunn bei Dachau leben 800 Menschen mit Behinderung, 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen dazu bei, dass sie ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen können. Die Geschichte von Schönbrunn beginnt 1862, als Viktoria Gräfin von Butler-Haimhausen das baufällige Schloss Schönbrunn erwirbt. Schon ein Jahr zuvor gründet sie mit 25 Schwestern die „Assoziation der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung“ mit der Regel des Dritten Ordens des hl. Franz von Assisi. Das war die Zeit, als es im deutschen Sprachgebiet zu einer Welle von klösterlichen Neugründungen kam. Vor allem Frauen schlossen sich zusammen, um auf die soziale Not vieler Menschen zu antworten. Entsprechend der allgemeinen Entwicklung ist die Gemeinschaft in den letzten Jahren kleiner geworden, heute zählt sie noch 155 Schwestern. So wurde 1994 die Einrichtung in eine gemeinnützige GmbH mit der Kongregation der Schwestern als alleinigem Gesellschafter umgewandelt. 
(4/01, S.4-7)

Berufswahl / Berufung

HeilerziehungspflegerIn
Es gibt viele verschiedene Berufe in Einrichtungen der Behindertenhilfe: Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Ergotherapeuten, Altenpfleger, Motopädagogen, Logopäden und andere mehr. Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich auf den Beruf des Heilerziehungspflegers, der die zentrale sozialpädagogische Fachkraft in der Behindertenhilfe ist, mit wachsender Bedeutung. Theodor Thesing, Direktor des Instituts für Soziale Berufe in Ravensburg, stellt den Beruf vor. 
(4/01, S.18)

Berufswahl / Berufung

Menschliche Qualifikationen
Maria Klaus, Sozialpädagogin mit einer Zusatzqualifikation, arbeitet auf Gut Pisdorhof, einem Wohnhaus für geistig und mehrfachbehinderte Menschen. Träger des Hauses ist der Caritasverband der Stadt Köln. Frau Klaus leitet eine Wohngruppe, ist mit einer Kollegin für die Einzelfallhilfe zuständig und verantwortet die pastorale Begleitung der Bewohner. Ausgehend von ihren Erfahrungen beschreibt sie, worauf es ankommt, wenn das Leben und Arbeiten mit behinderten Menschen gelingen soll
(4/01, S.19)

Kommentar

Der „perfekte“ Mensch – Mythos der Biomedizin
Folgende Stellungnahme kommt aus berufenem Munde: Robert Antretter ist Vorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. Antretter war von 1980 - 1998 SPD-Bundestagsabgeordneter und von 1994 - 2001 Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. 
(4/01, S.24)

Im Blickfeld

Integration total
1964 gründete Jean Vanier die erste Arche, mittlerweile gibt es ca. 120 Gemeinschaften in 30 Ländern und über 3000 Menschen, die in den Häusern der Arche-Gemeinschaften leben. In Deutschland gibt es die Archegemeinschaft in Hamburg, in Tecklenburg und in Ravensburg. Astrid Froeb, Gemeinschaftsleiterin der Arche in Teck-lenburg bei Osnabrück stellt dieses Modell vor. 
(4/01, S.11)