| Seit Frühjahr 1998 gibt es ein Unterrichtsmodell mit dem Titel "In mir steckt mehr" für die Lehrplaneinheit "Beruf - Berufung - Berufe in der Kirche" in Klasse 9 Realschule (Baden-Württemberg). Rudolf Ege, Schuldekan GHRS in Ravensburg, machte erste Erfahrungen mit den Materialien.
Zugang über Personen
Es kam mir darauf an, meinen Schülern deutlich zu machen: "Sag ja zu Umwegen - sie sind oft Zugangswege zu kirchlichen Berufen" (Text S. 16 Schülerheft). Ausgehend von dem Bild "Weichen auf meinem Lebensweg" (S. 10 Sh) machte ich die Schüler über zwei Kurzbiographien (S. 14 - 16 Sh) mit dem Lebensweg eines Priesters und einer Gemeindereferentin aus unserer Gegend bekannt. Zeitgleich entdeckte ich im "Wegbereiter" 2/98 auf S. 16 ein Interview mit dem Bild unseres derzeitigen Vikars in Ravensburg, und natürlich vermittelte ich den Schülern spontan auch diesen Lebensweg. Die Schüler konnten die Weichenstellungen herausarbeiten und dabei entdecken, daß die im Erstberuf erworbenen Erfahrungen jetzt im pastoralen Beruf von großer Bedeutung sind. Also war der Erstberuf doch keine vergeudete Zeit.
Ich-Stärkung
Der Gedanke: "In dir steckt mehr" - glaube daran, halte es für möglich, bleib´ offen - ist m.E. ein wichtiges Motiv im Sinne der Ich-Stärkung und des unverkrampften Umgangs mit der jetzt anstehenden Berufsentscheidung.
In diesem Zusammenhang war mir auch wichtig, den Schülern Möglichkeiten aufzuzeigen, Wartezeiten (auf Ausbildungs- oder Studienplatz) sinnvoll zu gestalten. Im Schülerheft sind mehrere Möglichkeiten (S. 35 - 38) aufgezeigt. Die Schüler konnten hier herausarbeiten, welche Aufgaben die jungen Menschen bei den einzelnen "Sozialen Diensten auf Zeit" erfüllen, welche Motive dabei wichtig sind und welchen persönlichen Gewinn sie sich dabei erwerben.
Im Übersichtsblatt "Zugangswege zu sozialen und pastoralen Berufen" zogen die Schüler nach eigener Wahl je einen sozialen und pastoralen Zugangsweg mit dem Farbstift nach.
In diesem Zusammenhang zeigte ich ihnen die ausführlichen Informationen im Lehrerkommentar und daß sie bei Bedarf gern von mir eine Kopie haben können. Als Anlaufstelle, die vielleicht in einigen Jahren einmal wichtig werden kann, gab ich den Schülern Adresse und Telefon der Diözesanstelle Berufe der Kirche und den Namen ihres Leiters Rolf Seeger mit. |
Vertiefung
Nun war der Zeitpunkt gekommen für einen weiteren Schritt in die Tiefe: "Entdeck´, was in dir steckt - Meinen Begabungen auf der Spur". In gesammelter Atmosphäre konnte jeder Schüler seine Erfahrungen mit den ihm eigenen Begabungen mit Hilfe des Aussagebogens (S. 26 Sh) ankreuzen. Auf dem Blatt werden verschiedene methodische Möglichkeiten für die Auswertung angeboten.
Besonders beeindruckend war die Bildbetrachtung zu der Farbcollage "Gesicht Christi - Gesichter der Menschen" (S. 18 Sh) und das anschließende entdeckende und deutende Rundgespräch.
Hier einige Schüleraussagen:
" daß Jesus unter uns lebt
daß er über den Menschen wacht
daß er bei uns ist
daß er in unserer Mitte ist und in reinen Herzen Platz findet und in ihnen weiter lebt.
In jedem, der an Jesus glaubt, ist ein Teil von Jesus.
Wer mit Jesus ist, ist glücklich. Sein Leben ist bunt."
Die Anleitung zur Bildmeditation (S. 11 Kommentar) kann vom Lehrer wörtlich so übernommen werden. Dasselbe gilt für den dem Bild gegenübergestellten Meditationstext (S. 19 Sh).
Wer in Klasse 9 Realschule Religionsunterricht erteilt, bekommt mit diesen "Bausteinen" eine wertvolle praxisnahe Hilfe in die Hand. Ich kenne zu dieser Thematik nichts Besseres.
In mir steckt mehr
Beruf-Berufung-Berufe in der Kirche
Schülerheft: 40 Seiten, Lehrerkommentar: 60 Seiten, je DM 6,-
Herausgeber:
Diözesanstelle Berufe in der Kirche
und Bischöfliches Schulamt der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Bestelladresse:
Diözesanstelle Berufe in der Kirche
Postfach 9, 72101 Rottenburg a. N.
Tel.: 07472-169-375
Fax: 07472-169-589 |