Wie werde ich Erzieherin?


Dipl. Sozialpädagogin Monika Seemann-Pfistner, Referentin im Referat „Berufliche Bildung“ des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg/Br. gibt Auskunft über wichtige Fragen für Interessentinnen am Beruf der Erzieherin am kath. Kindergarten.

Bildungsvoraussetzungen
Erzieherin kann werden, wer mindestens den mittleren Bildungsabschluss und vor Eintritt in die dreijährige Ausbildung an einer Fachschule (in Bayern Fachakademie) eine zweijährige einschlägige berufliche Vorbildung hat (in Bayern z.B. zweijähriges von der Fachakademie schulisch begleitetes Vorpraktikum in unterschiedlichen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe; die Regelungen der Zugangsvoraussetzungen nach dem mittleren Bildungsabschluss sind in den Bundesländern unterschiedlich).

Ausbildungsweg
Die dreijährige Ausbildung an einer Fachschule/Fachakademie für Sozialpädagogik ist gegliedert in eine zweijährige, theoriebildende und praxisbezogene Fundierung des erforderlichen Fachwissens und der notwendigen Schlüsselqualifikationen mit zwei Praktika, die Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern im Vorschulalter und mit Kindern/Jugendlichen im Schulalter vermitteln sollen und das anschließende einjährige Berufspraktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe. Mit dem erfolgreichen Abschluss der dreijährigen Fachschul-Ausbildung erwirbt man den Abschluss einer staatlich anerkannten Erzieherin, die zur selbständigen Gruppenleitung in sozialpädagogischen Einrichtungen befähigt ist.

Fort- und Weiterbildung
Die permanente Fortbildung zur Weiterentwicklung der Grundqualifikationen sowie der berufsfeld- und trägerspezifischen Qualifikationsanforderungen ist eine notwendige Ergänzung zur Ausbildung. Die kirchlichen Träger bieten hierzu in allen Diözesen ein breites Fortbildungsangebot an.
Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es z.B. für die Funktion der Leitung von Kindertageseinrichtungen, zur Praxisanleitung u.a., die ebenfalls von kirchlichen Fortbildungsträgern angeboten werden.

Aufstiegsmöglichkeiten, Verdienst
Aufstiegsmöglichkeiten, außer der zur Leiterin von Kindertageseinrichtungen, sind für Erzieherinnen sehr begrenzt und nur durch ein weiteres Studium der Sozialpädagogik/Sozialarbeit an Fachhochschulen erreichbar.
Die Verdienstmöglichkeiten für Berufsanfängerinnen (ledig, volle Stelle) liegen nach BAT VI bei ca. 3.300,– DM brutto. Nach mehreren Berufsjahren ist ein Aufstieg in BAT Vc möglich.

Arbeitsmarktsituation
Die Anstellungsmöglichkeiten für Berufseinsteigerinnen in katholischen Einrichtungen werden in Zukunft eher ab- als zunehmen, da die kirchlichen Träger aufgrund der angespannten Finanzlage ihr Angebot eher reduzieren als ausweiten werden. Die Statistik des Deutschen Caritasverbandes weist für 1996 10.493 katholische Kindertageseinrichtungen in der gesamten Bundesrepublik Deutschland mit 46.985 Vollzeit- und 22.805 Teilzeitbeschäftigten aus.
Nach wie vor bestehen für junge katholische Erzieherinnen mit hoher Motivation, das Profil einer katholischen Einrichtung mitzugestalten, aber immer noch relativ gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. Wie in anderen Berufen ist hier von jungen Menschen heute jedoch auch ein hohes Maß an Mobilität gefordert.
Man kann davon ausgehen, dass kirchliche Anstellungsträger bevorzugt Erzieherinnen einstellen, die ihre Ausbildung an einer katholischen Fachschule/Fachakademie für Sozialpädagogik absolviert haben.

Weitere Informationen
Diese sind bei den einzelnen Ausbildungsstätten zu erhalten. Es gibt insgesamt 81 katholische Ausbildungsstätten, deren Verzeichnis angefordert werden kann bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten
für Erzieherinnen/Erzieher
Postfach 420
79004 Freiburg

Tel 0761/200220,
Fax 0761/200671
E-mail:seemannm@caritas.de