Eine Vision vom Beruf der Gemeindereferentin

„Seien Sie immer der Joker für die Menschen!“


Da ist jemand Feuer und Flamme für den Dienst in der Kirche, an den Menschen. Das wirkt ansteckend. Deswegen macht der WEGBEREITER für diesen Beitrag Platz frei, auch wenn er ursprünglich nicht vorgesehen war. Nicole Rosarius (22), Paderborn, studiert in Münster im letzten Semester Religionspädagogik mit dem Ziel, Gemeindereferentin zu werden.

Gute Voraussetzungen für den pastoralen Dienst – die besten, würde ich sagen. Das ist unsere Spur: den Weg Jesu nachgehen. Einmal jede und jeder für sich und dann wieder alle gemeinsam. Darum werde ich Gemeindereferentin. Meiner Spur folgend. Gott und mir treu bleibend. Das ist wichtig. So auch wirklich leben, dass andere mir glauben können, noch mehr: an Gott glauben.
In meinen Bewerbungsunterlagen von vor drei Jahren steht: Um in
der Kirche, für die Kirche und die Menschen (christlich) zu arbeiten.
Heute sage ich ergänzend: Dazu gehört unbedingt Gerechtigkeit und Wahrheit, Hoffnung und Mut. Und immer wieder Liebe; Liebe, die sich nicht beirren lässt.

Joker sein – und Wegbegleiterin, Gesprächs- und Ansprechpartnerin; in Liturgie und Gemeindeleben auftauchen, Farbe bekennen. Oder, biblisch ausgedrückt:
„Jedem Rede und Antwort stehen, der nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt“ (1Petr3,15). Das benennen, was mich leben lässt, aus dem ich lebe, den ich liebe! Am Anfang stehend, voller Ideale ... Natürlich, das gehört doch auch dazu. Drei Jahre Studium, drei Jahre katholisch sein (im Gegensatz zu den 18 Jahren evangelischer Kirchenzugehörigkeit), das geht nicht spurlos an mir vorüber. Ich bereue nichts, keine dieser Entscheidungen.

Ich hoffe nur, tatsächlich der Joker sein zu können, wie mein Psychologiedozent mir einst geraten hat. Joker sein – bei allen Unstimmigkeiten und Enttäuschungen, die einfach nicht wegzureden sind, aber auch Joker sein – bei aller Freude, Freundschaft und erfüllenden Situationen. Selber glücklich sein und glücklich machen: wir kommen eben ohne einander gar nicht aus.
Joker will ich sein, werde mich bemühen und das auch wirklich tun, was zu tun ich vermag. Dazu berufen sein, nicht als etwas Besseres, denn das ist keiner, ich schon gar nicht. Dennoch keinen „Job“ ausüben, denn irgendwie muss ich ja mein Geld verdienen. Nein, das wäre mir selber zu billig. Wo kämen wir denn da hin? Nicht weit;
und gleichzeitig weit ab vom Wege Jesu.

Natürlich auch bei mir, bei uns, mehr oder weniger geregelte Arbeitszeiten, Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, Schreibkram, Vor- und Nachbereitungszeiten, Hausbesuche, Telefonanrufe und und und. Kaffee trinken, Kinder und Erwachsene, Jugendliche, Veranstaltungen, Gottesdienste und andere Gebetszeiten, Exerzitien, Tagungen, Fortbildungen, PGR und immer wieder die Menschen, die mit mir zusammen leben und arbeiten, Gemeinde gestalten und Gemeinde sind. Der pure Alltag eben. Scheinbar „nebenbei“ – Privatleben ... Verheiratet, als Single, oder vielleicht im Orden? Immer wieder Joker sein, da sein und bereit sein. Der Joker ist das As im Ärmel, Helfer in der Not und Trösterin.

Darum möchte ich Gemeindereferentin werden, Joker sein, so wie ich bin, um andere sein zu lassen, wie sie sind. Gemeinsam in all unserer Verschiedenheit Kirche sein und Leben gestalten. Mutig und voller Hoffnung dem trauen, der uns traut.