|
Die Sorge um die Kirche und um genügend gute Priester und Ordensleute waren engagierten Leuten wie dem Salvatorianerpater Paschalis Schmid und dem heute seligen Bernhard Lichtenberg ein so großes Anliegen, dass sie 1934 den ‚Priesterdonnerstag’ ins Leben riefen. Sie nahmen die Gläubigen in die Verantwortung durch ihr Gebet und Opfer mitzusorgen, dass auch in Zukunft in der Kirche genügend ‚gutes Personal’ zur Verfügung steht, ihre missionarische Aufgabe zu erfüllen.
Es ist erstaunlich: Innerhalb von zwei Jahren empfahl der Papst die Einführung eines ‚Priestertags im Monat’ für die ganze Weltkirche. Der Orden der Salvatorianer war an dieser raschen Entwicklung maßgeblich beteiligt, indem er sich dieses Anliegens besonders annahm, erkannte er doch darin eine Grundidee ihres Gründers P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan.
Schon 1881 begann Baptist Jordan - so sein weltlicher Name - in Rom mit einer Lehrgesellschaft, die Jesus als den Heiland der Welt verkünden sollte. Sein eigener Glaubensweg spiegelt sich da wieder: Denn er stammte aus armseligen Verhältnissen; Priester zu werden schien für ihn unmöglich. Doch der Ruf Jesu war stärker. Gute Leute halfen ihm. Und mit 30 Jahren war er Priester der Diözese Freiburg. Wegen des Kulturkampfes im eigenen Land schickte ihn die Diözesanleitung zum Sprachenstudium nach Rom. Wenig später war ihm klar: Er muss ein Werk beginnen, das Jesus, den wahren Heiland, in der Heimat, ja in der ganzen Welt nachhaltig bekannt macht. Das Besondere: Die Beteiligung von Priestern und Laien, Männern und Frauen, Alten und Jungen, Müttern und Professoren; alle Gläubigen sollen mitwirken, sollen zu Aposteln werden.
Daraus entstanden die Gesellschaft und die Kongregation des Göttlichen Heilandes, die Salvatorianer und die Salvatorianerinnen. Schon 1890 übernahmen sie im Nordosten Indiens ein erstes Missionsgebiet. Wenig später sind sie in Nord- und Südamerika, nach dem ersten Weltkrieg in China und 1955 im Kongo und in Tansania. In den letzten Jahren sind weitere Länder dazugekommen. Der Einsatz der Brüder, Patres und Schwestern überzeugte.
|
Und was ist aus den Ortsgruppen geworden, deren Mitglieder sich zum Gebet und zur Weiterbildung trafen und die Zeitschriften verteilten? Sie waren es ja, die auf vielfältige Weise zum Wachsen dieser Ordensgemeinschaften beitrugen. Bis heute gibt es sie, die Wohltäterinnen und Förderer, die vielen den Weg „ins Kloster“ ebneten und die Arbeit „in der Mission“ oft unter großen Opfern unterstützten. Lange Zeit funktionierte die Arbeitsteilung: Ordensleute gehen als Missionare in die Welt und bekehren die Heiden und die Laien unterstützen sie durch Gebet und Gaben.
In der Zwischenzeit hat sich die Lage grundlegend geändert. Das zeigte sich beim Generalkapitel der Salvatorianer im Sommer (2006): da saßen neben Europäern und Amerikanern auch Mitbrüder aus Südamerika, aus Afrika und Indien. Bei der Frage nach den zukünftigen Prioritäten des Ordens wurden neben einer stark missionarischen Komponente die Wichtigkeit der Berufungspastoral und einer gediegenen Ausbildung der zukünftigen Ordensleute unterstrichen. Westeuropäische Provinzen mit wenig Berufungen wurden ermutigt, nicht zu resignieren, sondern nach neuen Wegen von Berufungen Ausschau zu halten.
Die missionarische Sendung wird bei den Salvatorianern immer mehr als eine gemeinsame Aufgabe gesehen, die alle Einheiten angeht. Es sind schon die ersten Ansätze im Werden: Mitbrüder aus Brasilien sind bereit, nach Angola zu gehen, Kongolesische Salvatorianer beginnen eine Mission im Nachbarland.
Der Missionsgedanke entwickelt sich weiter. Der Vorschlag, ‚Laien-Missionare auf Zeit’ aus Deutschland in salvatorianische Missionsstationen zu senden, fand ein offenes Ohr bei allen Beteiligten. Wie ein Einsatz konkret aussehen kann, besprachen P. Lazarus
Msimbe, Provinzial in Tansania, und P. Leonhard Berchtold, Provinzial der Süddeutschen Provinz, mit Sr. Theresinha
Rasera, der Generaloberin der Salvatorianerinnen, die in Brasilien zu Hause ist. Die konkrete Durchführung liegt in den Händen von P. Georg
Fichtl, dem Leiter der Missionsprokura in München. Die Salvatorianer in Deutschland erhoffen sich dadurch außerdem einen hilfreichen Austausch und einen Impuls für die missionarische Sendung in der Heimat.
|