Keine einmalige Angelegenheit!

von Roswitha Rambichler, MaZ-Team der Pallottinerinnen

 

Immer mehr junge Frauen und Männer haben den Wunsch, für mehr als nur einen Urlaub ins Ausland zu gehen. Sie wollen Erfahrungen sammeln, andere Kulturen kennen lernen, aber auch Menschen helfen, denen es nicht so gut geht wie uns.

MaZ - MissionarIn auf Zeit bietet jungen Menschen, vor allem AbiturientInnen, die auf der Suche nach einer glaubwürdigen Lebensgestaltung sind, die Möglichkeit, für ein Jahr in einem Land der sogenannten Dritten Welt mit einer religiösen Gemeinschaft in einer anderen Kultur mitzuleben, mitzubeten und mitzuarbeiten. 

MissionarIn auf Zeit zu sein ist aber keine einmalige Angelegenheit. Es bedeutet, die reichen Erfahrungen aus dem Dienst in unsere Kirche und Gesellschaft einzubringen. Dies kann auf vielfältige Art und Weise geschehen und beginnt bereits während der Vorbereitung und des Einsatzes. Die MissionarInnen auf Zeit bauen sich hier in Deutschland einen Solidaritätskreis auf. Dieser dient zum einen natürlich der Finanzierung des Einsatzes, hat aber auch eine wichtige ideelle Funktion. Die Menschen hier werden sensibilisiert für die Problematik der Einen Welt und da sie auch Geld spenden und wissen, wofür dieses Geld verwendet wird, wird das Interesse verstärkt. Durch Rundbriefe der MissionarInnen auf Zeit während des Einsatzes werden sie zudem informiert und können teilhaben am Leben der jungen Menschen in ihren Einsatzländern. Nach den MaZ-Einsätzen haben die jungen Menschen daher auch viele Möglichkeiten, durch Vorträge über ihre Erfahrungen zu berichten. 

Diese oft intensiven Erfahrungen mit dem Leben und der Kirche in den Ländern der sogenannten Dritten Welt wirken sich dann auch immer wieder auf die Berufswahl der jungen MissionarInnen auf Zeit aus, die sich entscheiden, Soziale Arbeit, Theologie oder Religionspädagogik zu studieren. So ist es inzwischen auch nicht selten, dass man MissionarInnen auf Zeit als MitarbeiterInnen bei Diözesen, kirchlichen Verbänden, aber auch anderen Organisationen findet, die sich mit den Themen Weltkirche, Eine Welt oder Mission beschäftigen. Aber auch die MissionarInnen auf Zeit, die in ganz anderen Bereichen, wie Wirtschaft oder Dienstleistungssektor tätig sind, sind immer wieder AnsprechpartnerInnen für Diözesen oder Hilfswerke und vertreten in ihrem Umfeld den Gedanken der Einen Welt. So wurde z.B. bei einem großen Unternehmen auf Anregung einer Missionarin auf Zeit in der Kantine fair gehandelter Kaffee eingeführt.

Für zurückgekehrte MissionarInnen auf Zeit gibt es zudem die Möglichkeit, sich bei „MaZ in Deutschland“ zu engagieren. Das Forum MaZ in Deutschland ist offen für alle MissionarInnen auf Zeit, die deutschlandweit aktiv werden wollen. Es besteht aus einer Reihe von Arbeitskreisen (AKs) und ist als Netzwerk organisiert. Mitmachen kann jede/r MissionarIn auf Zeit, die/der Interesse hat. Im Mittelpunkt steht die Verknüpfung, Koordinierung und Organisation der Bestandteile des Netzwerks. Es gibt z. B. den AK Eine Welt-Handel, der verschiedene Produkte vor allem aus Lateinamerika vertreibt, sowie die dazu gehörenden Projekte vorstellt. Der AK MaZ im Austausch bemüht sich darum, engagierten jungen Menschen aus anderen Ländern einen MaZ-Einsatz in Deutschland zu ermöglichen. Ein weiterer AK kümmert sich um zurückgekehrte MissionarInnen auf Zeit, stellt AnsprechpartnerInnen und unterstützt beim Wiedereinleben in Deutschland. Auch gibt es einen AK Themenwochenenden, der verantwortlich ist für die Vorbereitung und Durchführung von ein bis zwei Mal im Jahr stattfindenden Wochenenden zur Eine-Welt-Thematik (z.B. Biopiraterie, faire Geldanlagen…). 
Auch bei Großveranstaltungen wie Katholiken- bzw. Kirchentag ist MaZ in Deutschland nicht mehr wegzudenken.

Neben den Arbeitskreisen besteht auch die Möglichkeit für MissionarInnen auf Zeit, sich in Regionalgruppen zu organisieren. Diese sind sehr unterschiedlich strukturiert. Die Regionalgruppe Südwestbayern (die Diözesen Augsburg, München und Eichstätt umfassend) trifft sich z.B. alle zwei Monate, zum einen natürlich zum gemütlichen Beisammensein, aber auch für einen spirituellen Austausch oder um die Teilnahme an verschiedenen Aktionen (wie Bennofest in München oder Jugendkorbinianswallfahrt in Freising) zu planen und durchzuführen.

Dies alles zeigt, dass MissionarInnen auf Zeit nicht nur einen Freiwilligendienst im Ausland leisten, sondern vor allem auch nach ihrem Einsatz in Deutschland aktiv sind und sich und ihre Erfahrungen auf unterschiedlichste Art und Weise einbringen, um so Zeugnis davon zu geben, was Jesus Christus verkündet hat: dass Gott Leben in Fülle für alle Menschen auf dieser Erde will.