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Jahr der Berufe in der Diözese Freiburg … dein Weg bewegt … von Michael Teipel, Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche in Freiburg
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T-Shirts, Plakate, Fruchtgummies, bunte Karten – eine Diözesanstelle im Werbefeldzug? Aktionismus, Heulen im Wald oder ein Projekt mit Zukunft?
Für die Erzdiözese Freiburg hat Erzbischof Robert Zollitsch an Allerheiligen 2005 pastorale Leitlinien verabschiedet. Diese Leitlinien enthalten zwei Dreischritte, die den Leitlinien Prägnanz und Gerüst geben. Der erste Dreischritt ist ein theologischer: Berufung – Sammlung – Sendung. Anhand dieser Überschriften wird die Botschaft vom Reich Gottes entfaltet, wie sie für die Diözese heute wegweisend ist. Der zweite Dreischritt gliedert die Handlungsschritte in die Zukunft: Auftrag – Abschied – Aufbruch. Eine Zeit des Umbruchs, der zum Aufbruch wird und einen Rahmen zur Gestaltung steckt.
Als ‚spirituelle Innenseite’ der pastoralen Leitlinien wurde am 1. Advent 2005 in der Erzdiözese ein Jahr der Berufung eröffnet. Dieses Jahr macht deutlich, dass es bei ‚Aufbruch im Umbruch’ nicht allein um eine strukturelle Veränderung geht.
Was ist die Hoffnung für ein solches Jahr der Berufung? Für das Jahr der Berufung wurden drei Ziele in den Blick genommen: - Bewusstseinsbildung für die eigene Berufung - Ermutigung junger Menschen zu einem kirchlichen Beruf - Motivation zum ehrenamtlichen Engagement
Grundlegend ist das erste Ziel: Mit der Bewusstseinsbildung für die eigene Berufung geht es um eine Stärkung der persönlichen Gottesbeziehung. Was will Gott von mir? Was will Gott mit mir? Wozu beruft er mich und wie antworte ich auf diesen Ruf? Diese Grundfragen von Berufung sind eng mit jeder christlichen Existenz verknüpft, sie ist das gesamte Leben hindurch aktuell. Niemand bekommt regelmäßig eine neue Berufung, aber die Frage, wie die eigene Berufung erkannt und wie sie in der jeweiligen Lebensphase gelebt werden kann, ist in jedem Lebensalter wichtig.
So geht es im Jahr der Berufung darum, dass Christinnen und Christen diese Grundfrage des Lebens bewusst in Blick nehmen. Dies geschieht in ‚Weg 1‘ für Jugendliche und Junge Erwachsene und in ‚Weg 2‘ für Erwachsene in der Kirche. Für Weg 1 stehen die Fragen von Lebensform und Berufswahl im Raum. Welche Talente und Begabungen habe ich, in welchem Beruf habe ich eine Zukunft? Hierbei geht es um eine Begleitung, die sich an der Sehnsucht und dem Bedarf des jeweiligen jungen Menschen orientiert. Grundlage ist, dass der junge Mensch wahrnimmt, dass Gott für sein Leben eine wichtige Bedeutung hat. Offen werden bei Veranstaltungen auch Fragen einer geistlichen Berufung angesprochen und zu einem Beruf in der Kirche ermutigt.
Für Erwachsene bei Weg 2 steht die Entscheidung der Lebensform meist nicht mehr im Mittelpunkt; dennoch sind auch sie auf der Suche nach dem eigenen Weg mit Gott. Das Jahr der Berufung will das Bewusstsein für die eigene Berufung stärken und motivieren, diese Berufung konkret werden zu lassen z.B. im ehrenamtlichen Dienst. Besonders im Blick sind die neu gewählten Pfarrgemeinderäte und Ehrenamtliche in den Gemeinden, damit ihr Tun aus einer bewussten Berufung heraus geschieht. Das Motto: „… dein Weg bewegt …" vereinigt verschiedene Aspekte christlichen Lebens. Das zentrale Wort ‚Weg‘ deutet auf Jesus Christus hin: Jesus, dein Weg bewegt mich. Es kann aber auch auf andere bezogen werden: Dein Weg, Sabine, dein Weg, Thomas, bewegt mich – erzähl mir von deinem Weg. ‚Weg’ ist das erste Wort, das in der Apostelgeschichte für Kirche gebraucht wird. Es ist immer ein Weg in Gemeinschaft unterwegs mit Jesus Christus. |
Damit das Thema Berufung in der Diözese wahrgenommen wird, wurde ein Bonheft für alle pastoralen Mitarbeiter/-innen, Religionslehrer/-innen, sowie Pfarrgemeinderatsvorsitzenden erstellt, das vor Beginn des Schuljahrs herauskam. Das Bonheft enthält Materialien und Veranstaltungen für das Jahr der Berufung. Arbeitshilfen zur Arbeit mit Pfarrgemeinderäten, Jugendlichen, mit Jungen Erwachsenen, Berufsflyer, die über die verschiedenen Ausbildungsgänge informieren, eine neue Reihe mit 18 Porträts engagierter Christen wurde erstellt, (darin enthalten: vom Mönchsvater Benedikt, Hildegard von Bingen zu Adolph Kolping, über Sophie Scholl und Nikolaus Groß, Madeleine Delbrel und Karl Rahner bis hin zu Mutter Teresa und Johannes Paul II.). Eingeladen wird zu zwei Motivationstagen mit P. Lutz Müller SJ, zur Begegnung an der Diözesanstelle Berufe der Kirche, zu Berufspraktika in einem kirchlichen Beruf oder zu einem Spiel der Fußball-Pfarrerauswahl. Dazu gehören auch Hingucker, wie die T-Shirts, Plakate oder die Fruchtgummies in Form des Logomotivs.
Eröffnet wurde das Jahr der Berufung an sieben Orten der Diözese mit je einem Bischof. Weitere regionale und diözesane Veranstaltungen folgen, wie die diözesanen Lourdeswallfahrt oder der Diözesantag. Auch in den Gemeinden soll das ‚Thema B’ im Jahreslauf aufgegriffen werden, indem bestehende Veranstaltungen mit Motto und Anliegen verbunden werden.
So ist auch die Planung für das Jahr der Berufung dezentral, da jede Ebene bei sich selbst am besten die Zugänge kennt. Koordiniert wird das Jahr durch die Diözesanstelle Berufe der Kirche, so dass Inhalt und Programm einen einheitlichen Rahmen behalten.
Alle diese Veranstaltungen wollen ‚Berufung’ zum Thema machen. Dennoch ist klar, dass es der Herr selbst ist, der Menschen beruft und es dafür die stillen Momente, das Gespräch unter vier Augen oder die kleine Gruppe braucht. Das Jahr der Berufung will einen Anstoß geben, sich dieser Berufung durch Gott zu öffnen. Dass es sich um ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und dem Menschen handelt und dass es um eine positive Spannung geht, zeigt das Gebet für Weg 1:
Jesus, mein Weg bewegt Dich.
Dein Weg bewegt mich.
Jesus, was bewegen wir zusammen Du und ich?
Ich bin gespannt. |