Gemeinsam für geistliche Berufe

Wenn der Funke überspringt...

Erste bundesweite Sternwallfahrt findet großen Zuspruch

Das Zentrum für Berufungspastoral (ZfB), Freiburg, hatte zu einer bundesweiten Sternwallfahrt nach Fulda eingeladen. Mit 1600 Pilgerinnen und Pilgern fand die Einladung ein großes Echo. Marietheres Bücking vom Zentrum für Berufungspastoral berichtet von dem Ereignis.

Hoffnungsvoll überfüllt …

Wenn der Funke überspringt... - dann ist es so, dass der Fuldaer Dom nicht „hoffnungslos", sondern „hoffnungsvoll überfüllt ist", so sah es Dr. Peter Birkhofer, Direktor des Zentrums für Berufungspastoral (ZfB), Freiburg, am 15. Mai 2004. An diesem Tag waren 1600 Pilgerinnen und Pilger aus ganz Deutschland zur bundesweiten Sternwallfahrt im Anliegen der geistlichen Berufe nach Fulda gekommen, zu der das Zentrum für Berufungspastoral eingeladen hatte. Dass es in Deutschland einen Mangel an Priester- und Ordensberufen gibt, konnte man am 15. Mai nicht feststellen. Die ganze Stadt wimmelte nur so von Priestern, Ordensschwestern und Ordensbrüdern.

Empfang des Weltjugendtagskreuzes

Los ging es schon am 14. Mai als dem Zentrum für Berufungspastoral und einer Gruppe von Mainzer und Fuldaer Seminaristen von Erfurter Jugendlichen das Weltjugendtagskreuz in Kleinheiligkreuz überreicht wurde. Diese frohe und junge Gruppe wanderte von dort in gut drei Stunden nach Fulda. Mit dabei – auf dieser letzten Etappe des sogenannten „Bonifatiusweges" – war auch Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda. In Fulda angekommen wurde zunächst die Vesper am Grab des Hl. Bonifatius gefeiert; danach startete ein „Abend der Versöhnung" in der Stadtpfarrkirche, den das Bischöfliche Jugendamt Fulda vorbereitet hatte.

Am Grab des heiligen Bonifatius

Der eigentliche Wallfahrtstag am 15. Mai begann mit einem feierlichen Pontifikalamt mit Weihbischof Johannes Kapp. Der Bischof erinnerte in seiner Predigt daran, dass auf den Tag genau vor 1285 Jahren der englische Mönch Winfried von Papst Gregor II. die Sendung als Missionar unter den germanischen Völkern erhielt. So erhielt Winfried zusätzlich den kirchlichen Namen Bonifatius nach dem römischen Märtyrer, dessen Fest am Tag zuvor gefeiert wurde. Bonifatius heißt so viel wie „Täter des Guten", also Wohltäter, oder auch „Mann mit gutem Geschick". Als ein solcher „Wohltäter" sei Bonifatius uns allen „Glaubensvater" und „Apostel der Deutschen" geworden. Im Blick auf das Bemühen und das Gebet um geistliche Berufe dürfte, so Weihbischof Kapp, das, was Bonifatius einmal in einem Brief an Erzbischof Ekbrecht von York geschrieben hat, richtungsweisend sein: „Lasst uns einen Teil oder Funken von dem Licht der Kirche, das der Heilige Geist in den Bezirken Eurer Kirchenprovinz angezündet hat, zukommen!"

Eine „Herzfrage": Berufe der Kirche

Nach dem Festgottesdienst erwartete die Pilger ein buntes Wallfahrtsprogramm: Klöster öffneten ihre Türen, das Priesterseminar konnte besichtigt werden, ein Film informierte über die Weltjugendtage und vieles mehr. Schließlich wurde am Abend das Weltjugendtagskreuz von Jugendlichen, einem Priester, einer Ordensschwester und der Referentin des Zentrums für Berufungspastoral, im Rahmen einer Prozession von der Stadtpfarrkirche zum Fuldaer Dom getragen. Abschluss der Wallfahrt bildete dort die Pontifikalvesper mit Bischof Algermissen. „Dieser Tag war mir besonders wichtig. Denn er legt den Finger in eine Wunde, die mir besonders schmerzlich ist", erklärte der Bischof mit Blick auf fehlende geistliche Berufe. Das Wecken von Berufungen müsse eine „Herzfrage" für die ganze Kirche in Deutschland sein. Es gehe darum, „dass junge Menschen sagen: Wir zaudern nicht, wir machen das", so der Fuldaer Bischof. Dr. Birkhofer und Bischof Algermissen dankten den Gebetsgemeinschaften aus den Bistümern für ihren Einsatz: „Sie leisten einen ganz wichtigen Dienst. Beten Sie weiter, was das Zeug hält."