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Was kann man mit dem Theologiestudium anfangen, wenn man am Ende doch nicht Priester oder Pastoralreferent/-in werden möchte oder kann? Dann gibt es immer noch manch andere Möglichkeiten innerhalb der Kirche, aber Theologinnen und Theologen haben auch Chancen in der Wirtschaft und zwar auf Grund ihrer Qualifikationen, die sie im Studium erworben haben. Markus Griesbeck gab auf Fragen des WEGBEREITER Auskunft über seinen Weg und seine Erfahrungen.
Markus Griesbeck (26), Passau
Mit einer halben Stelle bei Generali Lloyds Versicherungen in München
Das Theologiestudium habe ich begonnen mit der Absicht Pfarrer oder Pastoralreferent zu werden. Schließlich hatte ich mich für den Weg des Pastoralreferenten entschieden und zwar aus zwei Gründen. Ich möchte nicht verschweigen, dass auch der Zölibat eine Rolle gespielt hat, aber eine größere Hürde war für mich der Gehorsam. Was bedeutet es, wenn aus der Gemeinde etwas hervorbricht und mir dann eine Diözese im Genick sitzt, die sagt, vielleicht auch zurecht sagt: so wünschen wir uns das nicht? Dieses Thema wäre für mich natürlich auch als Pastoralreferent aktuell. Dass ich mich ganz neu orientiert habe, hat aber auch damit zu tun, dass die Kirche jungen Menschen nicht die Karrieremöglichkeiten bietet wie die Wirtschaft. Das gilt natürlich gerade auch für die Schiene Pastoralreferent. Das ist jetzt keine Kritik, sondern einfach eine nüchterne Feststellung.
Dazu kommt, dass die Professoren und die Ausbildungsleitung für die Pastoralassistenten uns sehr deutlich gesagt haben, dass möglicherweise nicht alle angestellt werden können. Für diese klaren Worte bin ich dankbar, ich hab´ mich dann einfach umgeschaut und einige Zusatzausbildungen gemacht wie in Informatik und Organisationsentwicklung. Schließlich habe ich immer mehr gespürt, dass mich das mit der Wirtschaft reizt.
Dennoch, und das möchte ich betonen, der Abgang aus der Kirche heißt für mich nicht ein Abschied von der Kirche, im Gegenteil. Es heißt nur, dass ich nicht im amtskirchlichen Bereich arbeite, aber ich werde mich auch in Zukunft als Theologe verstehen. Deswegen werde ich vorläufig auch nur mit einer halben Stelle in der Wirtschaft arbeiten und zur andern Hälfte an der Uni meine
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Doktorarbeit schreiben, um genau diesen Prozess zu reflektieren, mein berufliches Engagement in der Wirtschaft als Theologe und Mensch der Kirche.
Das Theologiestudium wird auch für meinen neuen Aufgabenbereich wertvoll sein. Ich bringe ein großes Allgemeinwissen ein, wenn auch auf Religion, Theologie ausgerichtet. Zum andern, und das ist für die Wirtschaft ein Knackpunkt, ich habe gelernt, verantwortlich zu arbeiten. Für mich heißt wirtschaftlich zu arbeiten, mit den Wirtschaftsgütern verantwortlich umzugehen. Und schließlich kann ich mit Menschen umgehen, was wir etwa in der Pastoraltheologie beim Thema Gesprächsführung gelernt haben. Das werde ich zwar nicht eins zu eins umsetzen können, aber ich weiß z.B. wie ich ein Mitarbeitergespräch führe, wenn ich in einer verantwortlichen Position bin.
Ich denke aber auch an all die Analysen unserer Gesellschaft aus psychologischer, pädagogischer, aus theologischer Sicht, die wir im Studium gehört haben. Ich kann mit diesem Wissen in eine Firma hineingehen, Situationen analysieren und mir ein Urteil bilden und daraus Entscheidungen fällen. Was ich meine, hat mir die Praktikumsmentorin bei Generali einmal so gesagt: „Wir haben Sie eigentlich als Theologe geholt, aber wir haben Sie kennen gelernt als Betriebswirtschaftler, allerdings als einen, der klare Prinzipien hat, mit einem klaren Verstand an die Sache herangeht und ganz anders denkt und durch dieses andere analytische Denken es schafft, Brennpunkte aufzuzeigen, an die wir nicht gedacht haben.“ Diese Art des Denkens, die analytisch geprägt ist, habe ich im Theologiestudium gelernt.
Vielleicht ist noch interessant, welche Erwartung der Vorstand, bei dem ich arbeiten werde, genannt hat. Er wolle einen Theologen, sagte er mir, weil er dem unterstelle, dass er sich von Haus aus engagiere, denn dieses Studium gehe ja ziemlich nahe. Und da hat er m.E. recht, denn man entwickelt während des Studiums eine innere Überzeugung oder eine innere Ablehnung, für mich war´s eine innere Überzeugung. Wenn ich aber überzeugt auftrete und sagen kann, das will ich, das kann ich, das kann ich nicht, das möchte ich nicht, wenn mir das klar ist, dann kann ich verantwortlich handeln. Das ist es, was dieser Vorstand an mir schätzt, dieses Engagement und diese Verantwortlichkeit.
Eine gute Vorbereitung auf mein neues Berufsfeld war natürlich auch der IHK-Kurs „Wirtschaft für Theologen“, der hier in Passau angeboten wird. (Vgl. S. 11)
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