Katholische Schulen

Das personale Angebot

Mehr denn je gefragt: Lehrer aus Berufung

Die katholische Kirche ist der größte Träger freier Schulen und die Nachfrage nach ihren Einrichtungen steigt. Der entscheidende Grund dafür liegt in der engagierten und kompetenten Lehrerschaft. Nikolaus Kircher, Geschäftsführer der Kommission „Erziehung und Schule“ der Deutschen Bischofskonferenz, legt dar, worauf es beim Lehrerberuf an einer kath. Schule ankommt und wirbt zugleich für diesen Beruf.

Den Lehrerberuf aufwerten
Kaum eine andere Einrichtung hat für die Zukunft des Einzelnen wie der Gesellschaft eine weiterreichende Bedeutung als die Schule, und keinem anderen Berufsstand fällt dabei eine solche Schlüsselfunktion zu wie der Lehrerschaft. Folglich muss es im Interesse einer Gesellschaft liegen, Schule mit allen erforderlichen Mitteln und dem besten Personal auszustatten. Was wir in Deutschland in den letzten 30 Jahren auf diesem Gebiet versäumt haben, hält uns unmissverständlich die PISA-Studie vor. Deshalb verweist die Erklärung der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz auf die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für Schule und Erziehung und plädiert für eine Aufwertung des Lehrerberufs. Die deutschen Bischöfe betonen die kirchliche Bildungsverantwortung und den besonderen Beitrag, den die Träger katholischer freier Schulen zum Schulwesen in Deutschland leisten. Dieser ist sowohl quantitativ als auch qualitativ bemerkenswert. Und die Nachfrage steigt.

Pädagoge/-in - mehr als ein Job

Katholische Schulen wollen, gemessen an den gängigen wissenschaftlichen, pädagogischen, methodisch-didaktischen Standards, gute Schulen sein, doch geht ihr Erziehungskonzept, wie es in der Konzilsdeklaration „Gravissimum educationis“ von 1965 grundgelegt ist, weit darüber hinaus und zeichnet sich durch folgende Charakteristika aus: „ ... Ort ganzheitlicher Erziehung der menschlichen Person mittels eines klaren Erziehungsplanes, der seinen Grundstein in Christus hat; ihre kirchliche und kulturelle Identität; ihre Sendung zu erzieherischer Liebe; ihr sozialer Dienst, der erzieherische Stil, der ihre Erziehungsgemeinschaft kennzeichnen muss.“ Zur Erfüllung eines so hohen Anspruches braucht die katholische Schule Lehrerinnen und Lehrer, die - kirchlich gebunden, pädagogisch engagiert und fachlich gut ausgebildet - dieses Konzept mit innerer Überzeugung tragen und im Schulalltag zu verwirklichen suchen. Für die Lehrerinnen und Lehrer, die in den Dienst einer katholischen Schule treten verbindet sich diese Entscheidung mit dem Grundverständnis, dass ihr Beruf auch eine Berufung ist, dass sie teilhaben an der Heilssendung der Kirche und, wie es in einem Dokument der Bildungskongregation heißt, „Zeugen des Glaubens“ sind. Die katholische Schule ist ein bildender und pastoraler Dienst an jungen Menschen. 

Persönlich gefordert
Von entscheidender Bedeutung ist die Vorbildfunktion des Lehrers. Junge Menschen suchen Vorbilder, sie wollen am Menschen Maß nehmen. Die Begegnung mit Lehrer-persönlichkeiten ist für sie oft von entscheidender Bedeutung. Die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer enden daher nicht mit dem Unterricht. Sie sind aufgefordert, den Heranwachsenden bei der Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben und ihrer persönlichen Probleme als Ansprechpartner zur Seite zu stehen. Dies ist möglich auf einer gewachsenen Vertrauensbasis, die von der Glaubwürdigkeit der Lehrerpersönlichkeit abhängt. Kinder und Jugendliche haben ein sehr feines Gespür dafür, ob Denken und Handeln, Anspruch und Wirklichkeit im Einklang stehen. Es ist sein eigenes Beispiel, durch das der Lehrer das Streben des Schülers nach sittlichem Handeln fördert, eine ebenso einfache wie folgenreiche Einsicht, die leider in den vergangenen Jahrzehnten außerhalb des katholischen Schulwesens in der wissenschaftlichen und schulpolitischen Diskussion vernachlässigt wurde und - nebenbei bemerkt - eine Erklärung für die ungebrochen starke Nachfrage nach Plätzen an katholischen Schulen liefern kann.

Katholische Schule mitgestalten
Die katholische Kirche ist für den Fortbestand ihrer Schulen und deren Wirken für die junge Generation auf Männer und Frauen verwiesen, die in ihrem Lehrerberuf Glaube und Leben und Glaube und Kultur zu verbinden suchen. Und Lehrerinnen und Lehrer, die Ansprüche an sich und ihren Beruf stellen, finden in den katholischen Schulen eine Wirkungsstätte, an der sie sich unter den Bedingungen einer lebendigen Erziehungsgemeinschaft gestaltend einbringen und die ihrem Beruf innewohnenden Möglichkeiten entfalten können.

Katholische Schulen in Zahlen
Schulen 1 137
Schülerinnen und Schüler 360 000
Lehrerinnen und Lehrer 30 000

Damit ist die katholische Kirche in Deutschland der zweitgrößte Träger schulischer Einrichtungen nach dem Staat und der größte Träger so genannter freier Schulen.