Mentoring

Das eigene Potential entdecken und entfalten.

Seit einigen Jahren wird der Begriff „Mentoring“ immer häufiger verwendet, wenn es darum geht, Menschen zu helfen, ihren Berufsweg zu entdecken und zu gestalten. Paul Ch. Donders, Leiter des
„Power Management Teams“ in Dortmund, begleitet Menschen im kirchlichen wie im wirtschaftlichen Bereich. Er beschreibt fünf verschiedene Mentoren, und wie man den richtigen findet.

Die fünf verschiedenen Mentoren

1. Der historische Mentor
Das ist eine Person in der Geschichte, die in ihrem Leben eine Berufung ausgelebt und häufig auch vollendet hat, die mich ganz persönlich anspricht. Das können Menschen aus verschiedenen
Lebensbereichen sein, wer auf der Suche nach einem geistlichen Weg ist, wird eine große Gestalt des Glaubens entdecken.
2. Das lebende Vorbild
Hier besteht die Möglichkeit, mit diesem Menschen auch tatsächlich Zeit zu verbringen, aber das muß nicht sein, es kann durchaus auch jemand aus der aktuellen politischen oder kirchlichen Szene sein, die nicht so leicht persönlich erreichbar ist.
3. Der Ratgeber
Das ist jemand, der mich in meiner Berufung unterstützt, mit mir über die Richtung nachdenkt, in die ich mich weiterentwickeln kann und soll, der unbequeme Fragen stellt, um mein Denken in Bewegung zu halten, und der ein starkes Interesse daran hat, mich in der Erreichung meines vollen Potentials und meiner Berufung zu unterstützen.
4. Der Förderer
Der Förderer ist ein Mentor, der ein Trainingsprogramm entwickelt, um mein Potential zu entfalten und meine Berufung zu verwirklichen, der meine Selbstverantwortung trainiert und mir Vollmacht überträgt. Letzteres bedeutet, daß er Anerkennung schenkt und den Mentoranden in keiner Weise an sich bindet. Der Förderer ist idealerweise auch Teil der Organisation, in der ich selbst arbeite. Der Förderer ist immer jemand, der von sich aus entscheidet, mich fördern zu wollen.
5. Der Trainer
Dieser Mentor ist selbst Profi in seinem Fach. Deshalb kann er diese Professionalität auch bei anderen heranbilden. Er kann aber nicht nur die Bereiche trainieren, in denen er selbst gut ist, sondern besitzt auch die Fähigkeit, grundsätzlich ein Ausbilder von Professionalität zu sein.
Wie finde ich den richtigen Mentor?

1. Beschreibe die Fähigkeiten, die du ausbauen willst und was du selbst dazu beitragen willst.

2. Formuliere deine Erwartungen
Was willst du lernen, wie willst du das lernen, wie häufig möchtest du einen Mentor um Rat bitten, was erwartest du an Input von ihm?

3. Gebet
Gebet ist die sinnvollste Art und Weise, sich auf die Suche nach den Mentoren zu machen, die mir helfen können, dorthin zu kommen, wo Gott mich haben will – zur Entfaltung. Wenn es wahr ist, daß Gott begeistert ist über mich und Interesse an mir hat, dann wird es für ihn auch kein Problem sein, mich mit den geeigneten Menschen zusammenzubringen, um mich weiterentwickeln zu können.

4. Öffne deine Augen und sende Signale
Welche Möglichkeiten gibt es, von wem könnte ich etwas lernen? Sende dann auch Signale an diese Menschen, von denen du lernen willst. Ein echter Mentor hat einen sensiblen Empfänger, genau diese lernbegierigen Signale aufzufangen.

5. Beschreibe, was du für den Mentor tun willst
Eine gute Lernbeziehung ist immer ein Dialog und eine Verbindung, die auf Gegenseitigkeit beruht.

6. Sprich die Person an und kläre die Erwartungen
Ein Mentor hat typischerweise wenig Zeit, denn es gibt ja leider nicht viele Menschen, die die klare Aufgabe haben, andere zu fördern. Deshalb lohnt es sich, die Erwartungen vorab zu klären, eventuell schriftlich festzulegen und die Person nicht mit einem immens hohen Zeitaufwand zu überfordern. Wichtig ist auch, die Absprache erst einmal auf ein Jahr, maximal auf zwei Jahre, zu begrenzen.