Aus vielen Pfarreien sind sie nicht wegzudenken – die Jugendchöre, Scholen, Kirchenchöre, Gesangvereine… in denen sich Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher persönlicher Hintergründe treffen, um ihrem Glauben einen ganz persönlichen Ausdruck zu geben und in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten aktiv ihre Gemeinde mitzugestalten.
Wir haben drei Aktive zu Ihrem Engagement in der Kirchenmusik befragt: Rosemarie Häusler singt seit mehreren Jahrzehnten im Kirchenchor der Pfarrei St. Wolfgang, Meitingen. Lisa Plesch ist bei den „Young voices“ und dem Münsterchor der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Dießen/ Ammersee dabei. Herbert Kratzer ist Mitglied der Schola in der Pfarrei St. Georg, Augsburg.
Was motiviert Sie?
Rosemarie Häusler: Da ich schon immer Freude am Singen und an der Musik hatte, war es für mich eine Selbstverständlichkeit, nach dem Schulabschluss (und dem Singen in Schulchören) in unseren örtlichen Kirchenchor einzutreten, dem ich seit nunmehr fast 50 Jahren angehöre. Neben der Freude am Singen sehe ich in meiner Chor – Aktivität meinen persönlichen Beitrag zu einer lebendigen Pfarrgemeinde. Mit-Christen-Freude, Besinnlichkeit und vielleicht auch Andacht zu vermitteln, finde ich sehr bereichernd. Natürlich möchte ich vor allem zur Ehre Gottes singen. Vielleicht stimmt ja auch die Aussage. „Wer singt, betet doppelt…“?
Herbert Kratzer: Die Motivation liegt hauptsächlich in der aktiven Mitgestaltung des Gottesdienstes. Nach der Ministrantenzeit war dies für mich der sinnvolle weitere Weg aktiv am Gottesdienst vor allem an den hohen Festtagen mit zu wirken.… Zum anderen singe ich gerne und sehe hier eine gute Möglichkeit meinen Beitrag zur würdigen Gestaltung des Gottesdienstes zu leisten. Da mir durch berufliches und sonstiges ehrenamtliches Engagement die Zeit fehlt zum regelmäßigen wöchentlichen Probenbesuch, habe ich mich statt für den Kirchenchor für die Schola entschieden, die nicht so regelmäßig singt und damit auch keinen so hohen Probenaufwand hat.
Lisa Plesch: Mich motiviert in erster Linie die Freude am gemeinsamen Singen. Gesang ist für mich ein unverzichtbarer Teil der Messgestaltung. Durch das Singen kann ich mich in die christliche Gemeinschaft einbringen. Singen ist eine Form des Betens für mich. Von 6 Familienmitgliedern singen 5 in verschiedenen Kirchenchören – auch das ist eine Motivation!
Was hat Ihr Engagement im Chor / in der Schola mit Ihrem persönlichen Glauben zu tun?
Herbert Kratzer: Engagement in der und für die Gemeinschaft ist für mich persönlich ein wichtiger Glaubensausdruck, denn wir leben nicht nur für uns, sondern sind in die Gemeinschaft und zum Mitarbeiten für und mit allen gerufen. Glauben drückt sich eben nicht nur im privaten Gebet und im täglichen Umgang mit den Menschen aus, sondern muss auch im gemeinsamen Erleben und vor allem Feiern der Eucharistie gelebt werden. Dabei erlebe ich Gemeinsamkeit und nicht Einsamkeit, da wir alle gemeinsam auf dem Lebensweg sind und ohne die anderen Menschen auch nicht sein können. Die Gesänge bringen im Gottesdienst eine freudige und lebendige Ausdrucksweise des Gebetes in die Feier ein und sie bauen uns bei der richtigen Liedauswahl oft in schweren Stunden Brücken. Glauben ist etwas lebendiges, freudiges und auf die Zukunft gerichtetes, dies wird gerade auch dann deutlich, wenn statt eines Requiems eine Auferstehungsfeier gefeiert wird.
Rosemarie Häusler: Die verschiedengestaltigen Gottesdienste im Laufe des Kirchenjahres musikalisch zu begleiten, vertieft und verstärkt meinen Glauben und das Zugehörigkeitsgefühl zu meiner Pfarrgemeinde.
Lisa Plesch: Singen ist für mich eine Form des Betens, das Gespräch mit Gott. Im Gesang besteht für mich die Möglichkeit, meine Teilnahme am Gottesdienst zu vertiefen.
Einig sind sich unsere Interviewpartner/-innen darüber, dass ihr Chor/ Ihre Schola Wertvolles in die Pfarrei einbringt: … durch die Messgestaltung. Alt und Jung treffen aufeinander und tauschen sich aus, für beide Seiten oft wertvolle Momente. Unsere Freude und unser Spaß beim Singen springt auf die christliche Gemeinde über.
Rosemarie Häusler: … durch die festliche Gestaltung der Gottesdienste im Laufe des Kirchenjahres, aber auch bei Sterbegottesdiensten und Hochzeitsmessen …
Unser Chor stellt zudem eine wichtige Gemeinschaft für die Mitglieder des Chores dar, die im Glauben musikalisch gemeinsam durchs Kirchenjahr gehen. Außerdem gestaltet er auch Feste und Veranstaltungen der Pfarrei außerhalb der Gottesdienste.
Herbert Kratzer: … durch Choralmessen; so wird der lateinische Gesang, der bei internationalen Messen nach wie vor das verbindende Glied unserer katholischen Kirche ist, im Gottesdienst wieder belebt bzw. mit den Gläubigen weiter gepflegt. ⊗