Die Charismatische Erneuerung in der Katholischen Kirche
Pulsschlag des Heiligen Geistes
von Karl Fischer, Geschäftsführer der Kath. Charismatischen Erneuerung in Deutschland
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Die Kirche lebt vom Pulsschlag des Heiligen Geistes. Er pulsiert im Wort der Schrift, in den Sakramenten, in jedem Einzelnen und im Ganzen des Leibes Christi. In diesem Beitrag soll einer Spur seines Wirkens nachgegangen werden: der „Charismatischen Erneuerung”. Diese Bewegung breitet sich weltweit aus: Ob Christ oder Atheist, jung oder alt, in allen Schichten werden Menschen innerlich angesprochen, sich für eine persönliche Beziehung mit Gott zu entscheiden und ihr alltägliches Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes zu gestalten. Anstöße Oft beginnt es damit, dass ein anderer den Mut hat, von seiner persönlichen Erfahrung mit Gott zu erzählen. Man wird eingeladen zu einem Gebetstreffen, einem Glaubenskurs oder einem Segnungsgottesdienst und wird dann selbst von der Liebe Gottes tief berührt. Häufig geschieht dies beim Segnungsgebet, wenn um eine Erfüllung mit dem Heiligen Geist gebetet wird. Man hat dies „Taufe im Heiligen Geist“ oder auch ein „persönliches Pfingsten“ genannt. Mit einer solchen
Erfahrung be- Charismen Häufig sind mit diesem Geschehen Ausdrucksformen verbunden, die sonst im kirchlichen Leben wenig bekannt oder gebräuchlich sind, z.B. gemeinsames Beten mit eigenen Worten. Oder das „Sprachengebet” (vgl. Apg 2,4; 1 Kor 12,10), ein Sprechen zu Gott, das für den Betenden unverständlich ist, also ähnlich dem „Sprechen“ eines Babys mit seinen Eltern. Dies wird überwiegend im persönlichen Gebet praktiziert, aber auch als gemeinsames „Singen in Sprachen“. Immer wieder schenkt Gott Einzelnen innere Bilder, Worte der Erkenntnis oder der Ermutigung für andere, damit sie aufgebaut, ermahnt, ermutigt, getröstet, im Glauben gestärkt werden. In der Bibel wird immer wieder davon berichtet; solche Geistesgaben (Charismen) gehörten zum normalen Alltag der ersten christlichen Gemeinden (vgl. Römerbrief 12,6-8; 1. Korintherbrief 14,3+26). In den Gottesdiensten und Treffen will man offen für dieses direkte Reden Gottes sein. Auch manche Gesten (z.B. das Erheben der Hände beim Gebet oder das Segnungsgebet mit Handauflegung) oder das Gebet um Heilung sind Formen, die - zumindest hier bei uns in Deutschland - noch nicht so ganz üblich sind. |
Gemeinsam mit anderen auf dem Weg Eine wichtige Hilfe zum geistlichen Wachstum ist für viele das Treffen mit anderen in einem Gebetskreis, Hauskreis, einer Gemeinschaft oder bei charismatischen Gottesdiensten. Man trifft sich meist einmal wöchentlich. Am Anfang stehen Lob und Dank, mit eigenen Worten ausgesprochen und mit vielen neuen Liedern; dies kann zur Anbetung und zum Hören auf Gottes Stimme führen. Manchmal kommen dabei geistliche Impulse: Worte der Schrift, ein prophetisches Wort oder Bild. Weitere Elemente können sein: ein Bibeltext, über den man miteinander spricht, Lehre, persönliche Glaubenszeugnisse, Fürbitte, Segnungsgebet für einzelne und Austausch. Eine persönliche Erfahrung In den letzten Jahren ist die Charismatische Erneuerung besonders im Jugendbereich gewachsen. Tatkräftig wurde der Weltjugendtag in Köln unterstützt. Daher abschließend der Bericht einer jungen Frau, die in der Charismatischen Erneuerung zu einer neuen Gottesbeziehung gefunden hat: „Als ein guter Freund mir erzählte, dass es Wochenend-Treffen gäbe, an denen viele junge Leute teilnehmen und beten, zweifelte ich zuerst daran, ob das so spannend sein könnte. Doch die Neugierde war da, weil ich merkte, welche Freude von ihm ausging. Nach einigem Zögern schaute ich mir einen Gebetskreisabend an. Da stand Gott im Mittelpunkt, und man durfte freie Gebete sprechen. Da gab es Lieder, ja Liebeslieder, die Gott ansprachen und zu seiner Ehre waren. Die Gebete empfand ich als ehrlich, ohne Phrasen. Da war eine Sehnsucht nach Gott spürbar. Gott wurde ein Freund „zum Anfassen”. Ich merkte, dass mich das erfüllte und eine Sehnsucht in mir stillte. Durch den Kontakt mit den Jugendlichen befasste ich mich mit meiner Beziehung zu Gott, betete, lernte Bibel, Eucharistie und Kirche schätzen. Mir wurde klar, dass ich persönlich durch den Tod Jesu erlöst worden bin. Ich entdeckte, dass man ernst nehmen darf, was Gott uns in der Bibel verheißen hat, und dass man seine Hoffnung auf ihn setzen darf und sein Leben ganz in seine Hände legen kann. Jetzt bin ich seit einigen Jahren dabei. Mein Leben hat sich schrittweise geändert. Ich habe eine innige Gottesbeziehung aufgebaut und das Gottvertrauen wächst. Da, wo ich mich früher durch Sorgen und Selbstzweifel erdrückt gefühlt hate, bin ich jetzt gelassener, kann loslassen und es Gott anvertrauen („Sorgt euch nicht ...”). Ich merke durch Lobpreis, Bibel etc., dass ich geliebt und angenommen bin und keine 100%ige Leistung vollbringen muss. Ich erlebe hier, wie Kirche gelebt und gefeiert werden kann - und dass sie auf keinen Fall langweilig ist.“ |
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