Jugendarbeit der Charismatischen Erneuerung

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von Dominik Heen, Mitglied des Leitungsteams der Jugendarbeit der CE

 

Den eigenen Platz in Kirche und Welt zu finden, bedeutet für Jugendliche eine große Herausforderung. Angesichts der sich ständig wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen und der eigenen schnellen körperlichen, kognitiven und emotionalen Veränderungen im Jugendalter sieht sich der Jugendliche mit einer Fülle von Fragen konfrontiert, auf die nur schwer einsichtige, aufrichtige und zuverlässige Antworten zu finden sind.

Die Jugendarbeit der CE möchte Jugendliche in dieser Phase ihrer Entwicklung unterstützen, sie im Fragen und Suchen nach Sinn und Ziel des Lebens begleiten, Hilfestellung anbieten und Orientierung schenken. Christlich-kirchliche Jugendarbeit muss in erster Linie ein selbstloser Dienst an den jungen Menschen und an der Gestaltung einer Gesellschaft sein (vgl. Synodenbeschluss der deutschen Bischöfe zur Jugendarbeit, Würzburg 1975).

Jugendliche fordern Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Doch die Bedeutung des eigenen Selbst, der eigenen Identität, kann erst im Lichte der Liebe Gottes unverschleiert zum Vorschein kommen. Am Leben Jesu, der sein Lebensziel im Tod am Kreuz zur Versöhnung der Menschen mit Gott und untereinander, in Selbsthingabe, verwirklicht sah, gewinnt der Einzelne eine ganz neue Vorstellung von erfülltem Leben.

Nur aus der Erfahrung der Liebe Gottes heraus beginnt der Jugendliche sein Leben an den Maßstäben des christlichen Glaubens auszurichten. Nur aus dieser Liebeserfahrung heraus beginnt der Jugendliche zu fragen, wie er am besten auf diesen Ruf Gottes, d.h. authentisch, gemäß den individuellen Begabungen, Herzensanliegen und Visionen, in liebevoller Antwort reagieren kann.

Die Jugendarbeit der CE möchte Räume schaffen, wo Jugendliche diese intensive Liebe Gottes erfahren. Dazu veranstaltet sie in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands Jugendwochenenden, -freizeiten, Glaubenskurse und Exerzitien. Zugleich möchte sie die Jugendlichen darin begleiten, ihre persönliche Antwort auf den Ruf Gottes zu geben, d.h. ihre individuelle Berufung zu finden.

Nachfolgend das Beispiel eines jungen Mannes aus der JCE, der den Ruf Gottes vernommen hat, ihm als Priester zu dienen. Gottes Liebe führte ihn an einen Punkt, an dem er sich mit seinem ganzen Leben, aus frei verantwortetem Entschluss, in den Dienst des Evangeliums gestellt hat.

Emerich Sumser wurde am 16. Mai 2004 in Freiburg zum Priester geweiht. Mit ihm führten wir dieses kleine Interview:

Frage: Emerich, kannst Du kurz deinen Weg umreißen, der Dich dazu bewogen hat, Priester zu werden?

Emerich: Zunächst möchte ich vorausschicken, dass die ganze Sache nicht auf einem einzigen großen „Aha“- Erlebnis basierte. Es war vielmehr ein langer Prozess, durch den mich Gott geführt hat. Zuerst wollte ich Naturforscher werden, deshalb studierte ich Biologie. Von Gott hatte ich mich zu der Zeit ein ganzes Stück entfernt. Nachdem ich keine Scheine mehr machen musste, begann ich zusätzlich Chemie auf Lehramt zu studieren. Zu der Zeit zog ich in eine neue WG, in der ich eine Studentin kennen lernte, die zum Freiburger Immanuel Gebetskreis ging. In diesem Kreis kam eine neue Begeisterung für Kirche und Gott in mir auf. Nach und nach gewann Gott immer mehr Bedeutung in meinem Leben. Deshalb begann ich Theologie, statt Chemie, auf Lehramt zu studieren. Zusammen mit meinem geistlichen Begleiter suchte ich nach Wegen und Formen, meine Berufung herauszufinden. Er schlug mir vor, ins Priesterseminar zu gehen, um dort auf Gott zu hören, ob Priester möglicherweise der richtige Weg für mich sei. Im Priesterseminar habe ich dann gemerkt, dass dieser Weg gut zu mir passt. Ich spürte wie ich mehr und mehr von Gott erfüllt wurde.

Ich sagte zu Gott: „Ich möchte Priester werden, wenn dies nicht dein Weg für mich ist, musst du es mir deutlich zeigen.“ Ich merkte, dass diese Entscheidung sehr wichtig war. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch auf der Suche, z.B. auch nach der Frau meines Lebens. Das hat viel zu viel Energie gekostet.

Frage: Was möchtest Du als Priester erreichen?

Emerich: Als Priester will ich Joh 10,10 „..., dass sie das Leben in Fülle haben... „ verwirklicht sehen. Es ist meine Erfahrung mit Gott, dass ich, wenn ich mich auf ihn einlasse, freier und erfüllter werde. Ich wünsche mir, diese Erfahrung in der Verkündigung und durch mein Vorbild weiter zu geben. Außerdem habe ich als Priester das Privileg, in ganz dichten und wesentlichen Augenblicken des Lebens andere Menschen zu begleiten, beispielsweise bei Taufen, Hochzeiten oder im Sterben. In diesen Momenten möchte ich ihnen dienen. Dabei will ich eine Verbindung zwischen Menschen und Gott sein, sozusagen ein Fenster dazwischen.