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Pastoralreferent
Wolfgang Preis-John, Biberach |
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Eine wichtige
Aufgabe des Dekanatsreferenten ist die Begleitung und
Schulung der ehrenamtlichen Dienste. Mit Preis-John sprach Organisation Im größten Dekanatsverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit fünf Dekanaten und 160 000 Katholiken in fast 150 Gemeinden ist Preis-John (41) für die Dekanate Biberach, Ochsenhausen und Laupheim zuständig. Seine Aufgabe ist einmal die Geschäftsführung der verschiedenen Gremien wie der Dekanatsräte und die Unterstützung der Dekane in ihrem Leitungsdienst, die ja alle auch Pfarrer in ihren Seelsorgeeinheiten sind. Darüber hinaus fallen alle Projekte, die auf Dekanatsebene organisiert werden, in seine Verantwortung wie etwa Dekanatswallfahrten, Dekanatstage für Pfarrgemeinderäte zum Erfahrungsaustausch, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit. Das Dekanat sei auch die Schaltstelle zwischen Diözese und Gemeinden. Preis-John im Originalton: „Von der Diözese kommt ja viel Papier, meine Aufgabe ist es dann, die Gemeinden für die verschiedenen Projekte zu motivieren." Qualifizierung und Begleitung Ehrenamtlicher Schon bei seinem Dienst in der Seelsorgeeinheit sei es ihm ein Anliegen gewesen, nicht alles selber zu machen, sondern Gemeindemitglieder für die Mitarbeit zu gewinnen und zu begleiten und Materialien bereit zu stellen, so der Dekanatsreferent im Rückblick. Jetzt werde er von einer Seelsorgeeinheit um ein Seminar gebeten oder der Dekanatsrat lade ein und schreibe aus. Längst gibt es ein Programmheft, in dem alle Kurse, die vom Dekanatsverband aus angeboten werden, ausgeschrieben sind. Da gibt es Kurse zur Gesprächsführung für Besuchsdienste oder einen Kurs für Zweite Vorsitzende der Kirchengemeinderäte zur Stärkung der Moderatorenkompetenz. Preis-John kümmert sich besonders um die liturgischen und spirituellen Angebote wie Kurse für Wortgottesdienstleiter/-innen und Lektor/inn/en. Andere geistliche Angebote werden zusammen mit dem Geistlichen Zentrum Bussen, dem Bildungshaus Heiligkreuztal oder mit Ordensgemeinschaften realisiert. Dabei gehe es auch um ganz praktische Übungen wie z.B. bei einem Lektorenkurs, wichtiger aber seien die grundsätzlichen Fragen. Einmal: Warum mache ich das, ist das meine Berufung? Zum anderen aber gehe es um Grundlagen im Glaubenswissen, z.B. was die Eucharistie bedeutet. Da ist der Pastoralreferent realistisch: „Nicht alle Interessenten/-innen für das Ehrenamt sind so religiös oder haben von klein auf liturgische Erfahrung. Manche kommen über die |
Erstkommunion dem Glauben und dem Gottesdienst wieder näher, andere stehen der Gemeinde lange distanziert gegenüber, lesen aber zu Hause die Bibel und finden dann doch wieder zu einem Dienst." So habe die Gewinnung von Ehrenamtlichen und die Arbeit mit ihnen auch eine missionarische Dimension. Aber dabei müsse man schon auch genau hinschauen: Welcher Dienst ist für wen dran? Für jemand, der gerade neu zur Gemeinde gefunden habe, sei die Leitung von Wortgottesdiensten nicht das Richtige, und manche Mutter, die selber noch religiös in der Kinderschuhen stecke, sei nicht in der Lage, den Glauben weiterzugeben. So die Erfahrungen aus der Begleitung von Ehrenamtlichen bzw. deren Qualifizierung.Grundsätzlich gelte: Ehrenamtliche sind sehr fortbildungswillig. „Ich bin immer ganz überrascht, wie viele Leute den Abend zur Einführung in das neue Lesejahr wahrnehmen, obwohl das doch ein eher trockener Stoff ist. Da merke ich, dass ein gewisser Durst nach Grundwissen da ist", so Preis-John. Das Fazit des Dekanatsreferenten: „Da ist für alle Beteiligten viel Leben erfahrbar. Aber es gibt natürlich auch Resignation, wenn z.B. ein Kirchengemeinderat auf seine Arbeit zurückblickt, stellt er eben auch fest, dass vieles wegbricht. Da ist es dann auch meine Aufgabe, Druck wegzunehmen. Bei solchen Erfahrungen kommt es darauf an, dass wir uns im Glauben verankern und uns an der hl. Schrift orientieren. Wenn wir nur vom Erfolg leben wollten, wäre es schwierig." Persönliche Quellen, Berufung Für seine persönliche Spiritualität sei ihm die hl. Schrift wichtig, aber auch Räume der Stille und der Meditation. Preis-John schildert, was da u.a. dazu gehört: „Ein bis zweimal im Jahr gehe ich mit meiner Frau, die auch Pastoralreferentin ist, in ein Kloster zum Auftanken. Dort nehme ich dann an den Gebetszeiten teil und tausche mich mit jemand aus, der mich über längere Zeit geistlich begleitet. Diese Praxis ist aus unserer Partnerschaft gewachsen." Seine Berufung habe sicher damit zu tun, dass er in der Kirchengemeinde groß geworden sei. Eines Tages habe ihn der Pfarrer auf den Priesterberuf angesprochen. Nach Abitur und Wehrdienst habe er mit dem Theologiestudium begonnen, aber wegen der Ehelosigkeit dann das Ziel Priestertum aufgegeben. Zunächst habe er etwas ganz anderes machen wollen, sei schließlich aber doch zu einem Praktikum im Ordinariat gelandet. „Dort ist mir Gabriele Miller, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, zur Gesprächspartnerin geworden. Sie sagte zu mir: `Du kannst in der Kirche deinen Platz finden.´ Diesen Platz habe ich dann als Pastoralreferent tatsächlich gefunden", so kommentiert Preis-John die gelungene Spurensuche nach seiner Berufung. |
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