Bischof-Moser-Stiftung, Rottenburg-Stuttgart

Gegen den Abbau pastoraler Dienste

Ein neuer Weg zur ergänzenden Finanzierung

Die Folgen der zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen erreichen nun auch die pastoralen Berufe. Um einen Einstellungsstopp oder gar einen Abbau pastoraler Dienste, wie es in manchen Diözesen zur Zeit geschieht zu verhindern, soll nun eine Stiftung zur ergänzenden Finanzierung von pastoralen Stellen beitragen. Pastoralreferent Gerhard Rauscher von der neuerrichteten Stabsstelle Fundraising im Bischöflichen Ordinariat Rottenburg-Stuttgart stellt die neue Bischof-Moser-Stiftung vor.

Zweck der Stiftung

Im Februar 2004 errichtete Bischof Dr. Gebhard Fürst die „Bischof-Moser-Stiftung - Stiftung zur Förderung pastoraler Dienste". Zweck dieser rechtsfähigen kirchlichen Stiftung ist „die Förderung pastoraler Dienste auf Gemeinde-, Dekanats- und Diözesanebene (z.B. Priester, Diakone, Pastoral-, Gemeindereferent/inn/en, Religionslehrer/-innen, katechetische Dienste, Dienste der Jugendpastoral)". Aber auch Kirchengemeinden und Dekanate können Mittel in eigene unselbständige Stiftungen und Stiftungsfonds bei der Bischof-Moser-Stiftung anlegen, um somit die Finanzierung von neuen pastoralen Aufgaben (z.B. Jugendseelsorge, Altenseelsorge, Sterbebegleitung) zu ermöglichen.

Um Verständnis werben

In den nächsten Monaten werde ich auf Dekane und Pfarrer zugehen, um die Möglichkeiten der neuen Stiftung zu erläutern und für eine Unterstützung zu werben.

Ich bin neugierig zu erfahren, wie die Kirchengemeinden und Pfarrer die neuen Impulse und Möglichkeiten der Bischof-Moser-Stiftung aufgreifen. Die Seelsorger sind auf Grund der Bildung von Seelsorgeeinheiten und der notwendigen Haushaltskürzungen mit aktuellen und dringenden Problemen ausgelastet. Daher kann ich mir vorstellen, dass es den Pfarrern und pastoralen Mitarbeitern nicht leicht fällt, parallel zum Tagesgeschäft über Möglichkeiten von alternativen Finanzierungen von kirchlichen Aufgaben nachzudenken. Angesichts zurückgehender Kirchensteuermittel wird den Verantwortlichen allerdings bald deutlich werden, dass es nur einen Ausweg gibt: Wenn die Stellen für Pastorale Mitarbeiter/-innen nicht mittelfristig aus finanziellen Gründen reduziert werden sollen, muss nach neuen Wegen einer ergänzenden Finanzierung gesucht werden. Die Bischof-Moser-Stiftung ist ein solcher Weg!

Ein weiterer Grund spricht für diese Perspektive: Die Aufgaben und Herausforderungen für die Seelsorge nehmen zu. In der jüngsten Vollversammlung der Pastoralreferenten/-innen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden die neu erarbeiteten Handlungsfelder für Pastoralreferenten vorgestellt. Am Beispiel verschiedener Projekt-Ergebnisse hob Bischof Dr. Fürst die Bedeutung des Dienstes der Pastoralreferenten hervor. Vor dem Hintergrund der finanziellen Entwicklung liegt es nun an der Diözese, aber auch an den Kirchengemeinden und Dekanaten, zusammen mit der Bischof-Moser-Stiftung nach Wegen der finanziellen Absicherung der Pastoralen Dienste zu suchen.

Ermutigung für Berufungen

Dem finanziellen Aufbau der Stiftung dient die jährliche Bischof-Moser-Kollekte an Ostern, zu welcher Bischof Dr. Fürst in diesem Jahr zum ersten Mal aufgerufen hat. Der Bischof sieht diese neue Stiftung auch als ein Zeichen der Hoffnung für junge Menschen, die eine Berufung zu einem kirchlichen Dienst verspüren und für die Seelsorge geeignet sind. Ihnen soll ein gutes Studium, eine gute Ausbildung ermöglicht und existenzielle Sicherheit im pastoralen Dienst angeboten werden. „Wo es notwendig ist, möchten wir uns auch die Möglichkeit eröffnen, für notwendige pastorale Aufgaben, für die sonst keine Hauptamtlichen Berufe zur Verfügung stehen, geeignete Personen einsetzen zu können", schrieb Bischof Dr. Fürst in seinen Kollekten-Aufruf.

Wir wollen in unserer Diözese die Vielfalt der pastoralen Dienste, wie sie sich in der Zeit nach dem zweiten vatikanischen Konzil entwickelt haben, erhalten. Dies bedeutet, dass trotz der absehbaren wirtschaftlichen Probleme der Diözese auch künftig Pastoral- und Gemeindereferenten angestellt werden und die Bischof-Moser-Stiftung soll der finanziellen Absicherung der Pastoralen Dienste dienen.

Ein Schub für die Berufungspastoral?

Ein Nebeneffekt dieses Vorgehens in Zeiten knapper Kassen könnte sein, dass das Thema „Berufe der Kirche" insgesamt an Bedeutung gewinnt. Wenn Gemeinden über ein finanzielles Engagement mitbestimmen können, ob sie diese oder jene pastorale Planstelle bekommen, werden sie sich auch dafür einsetzen, dass es dafür geeignete Bewerberinnen und Bewerber gibt. Gerne bin ich bereit, potenzielle Spender und Stifter zu beraten oder ihnen eine steuerfachliche Beratung zu vermitteln.

Kontakt:

Gerhard Rauscher

Bischöfliches Ordinariat

Stabsstelle Fundraising

Postfach 9, 72101 Rottenburg

Tel.: 07472-169-566

E-Mail: Grauscher@bo.drs.de