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Johanna Dobmeier (54), 85253 Erdweg, Lehrerin Kardinal Döpfner schrieb 1976 in einem Hirtenbrief: „… Darum müssen die Gemeinden auch an Sonntagen, an denen keine Eucharistiefeier möglich ist, sich zum Gottesdienst versammeln, den ein …beauftragter Laie leitet und in dem auch die Kommunion ausgeteilt wird… So wird sich in dieser Feier die Gemeinde ihrer Verbundenheit und Einheit mit den anderen Gemeinden bewusst; sie gewinnt aus dem Hören des Wortes Gottes Weisung und Kraft für ihr Leben …sie begegnet Christus und empfängt ihn in seinem Wort und den eucharistischen Gaben… So ist der Herr gegenwärtig und die Gemeinde feiert in Wahrheit Liturgie…Keiner möge den priesterlosen Gottesdienst gering werten…" Dieser Hirtenbrief ist für mich heute so gültig und wichtig wie damals. Für mich ist der sonntägliche Gottesdienstbesuch wichtig und selbstverständlich. Es ist eine Zeit des Nachdenkens und Betens, ich danke Gott für seinen Beistand und bitte ihn um seinen Segen für das Kommende. Das gilt für Eucharistiefeier und Wortgottesdienst. Ich begegne in jedem Gottesdienst Gott und den Mitmenschen gleichermaßen. Ich bin wirklich gerne Wortgottesdienstleiterin und möchte mit diesem Dienst etwas von meiner persönlichen Glaubensüberzeugung weitergeben. Ich finde es wichtig, dass die meisten Gottesdienstbesucher mich kennen und ich sie. Wir können und müssen uns gegenseitig nichts vormachen und beweisen. Ein freundliches Kopfnicken, ein liebevolles Lächeln von vertrauten Menschen, das tut gut und bestärkt. Es ist klar, dass nicht immer alles klappt, aber ich fühle mich angenommen, auch mit meinen Schwächen. Ich brauche das Vertrauen der Hauptamtlichen und die Solidarität unter den Wortgottesdienstleiter/inne/n. Ganz wichtig sind für mich der Rückhalt durch meinen Mann, aber auch Gespräche mit Freunden. Schwierig wird es, wenn ich aus persönlichen oder beruflichen Gründen unter Druck stehe. Da fällt mir der Dienst nicht leicht, das ist klar. Aber ich halte mich dann fest an der Zusage Gottes: Ich bin bei euch alle Tage… . Liturgische Kleidung, Ministranten und „priesterliche" Gesten lehne ich ab. Hier soll sich der Wortgottesdienst deutlich von der Eucharistiefeier unterscheiden. Für mich ist der Wortgottesdienst weder eine Not- noch eine Ersatzlösung. Er ist - neben anderen - ein Zeichen dafür, dass wir unsere Verantwortung als Christen wahrnehmen sollen und müssen, weil wir alle Kirche sind. |
Anton Jais (56), 85253 Unterweikertshofen, Verwaltungsbeamter Wir haben alle schon einmal die Redewendung gehört: „Die Kirche im Dorf lassen". Bei der Gründung des Pfarrverbandes Erdweg war es das erklärte Ziel, in allen Orten das kirchliche Leben aufrecht zu erhalten. Leiter und Leiterinnen von Wortgottesdiensten mit Kommunionfeier wurden gesucht, ausgebildet und beauftragt. Bereits kurz nach meiner Wahl in die Kirchenverwaltung zum 1.1.1977 wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einen solchen Dienst zu übernehmen. Wichtig für meine Entscheidung war damals eine Abendveranstaltung im Rahmen der Gemeindemission 1977/78. Pater Stöckl von den Redemptoristen hatte die Gemeindemitglieder aufgefordert, alles zu tun, damit auch in Unterweikertshofen die Kirche im Dorf bleibe. Er meinte dabei nicht den Kirchenbau, sondern das Zusammenleben der Menschen im Dorf in der Nachfolge Jesu Christi. Am meisten innerlich berührt hat mich in all den Jahren immer der Wortgottesdienst mit Kreuzverehrung am Karfreitag. Bei allen Wortgottesdiensten und Andachten wusste ich mich immer getragen vom Zuspruch der Gemeindemitglieder. Durch die fehlenden Messintentionen nehmen am Wortgottesdienst zwar nicht so viele Gläubige wie an einer Eucharistiefeier teil, aber eine feste Gruppe von regelmäßigen Kirchgängern erfüllt damit ihre Sonntagspflicht. Gestärkt in meiner Aufgabe als Wortgottesdienstleiter fühle ich mich bereits seit Beginn der Übernahme dieses Amtes durch die klaren Worte von Kardinal Döpfner im Pastoralen Forum 1976. Er hatte alle Gläubigen in den Pfarrgemeinden, die Verantwortlichen in den Pfarrgemeinden und die Priester aufgerufen, die Frauen und Männer, die den Dienst als Wortgottesdienstleiter übernehmen, bereitwillig anzunehmen, ihnen ihre Aufgabe zu erleichtern und sie zu begleiten. Die Leitung
eines Wortgottesdienstes war für mich nie eine Aufgabe,
die mich aus der Gruppe der übrigen Kirchenbesucher
hervorgehoben hat. Nach meinem Verständnis könnte jedes
andere Gemeindemitglied diese Aufgabe übernehmen. Ohne
diesen ehrenamtlichen Dienst wäre das kirchliche
Engagement der Menschen in unseren Pfarrgemeinden viel
geringer und auch der Kirchenbesuch würde deutlich
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