Wider die schleichende MarginalisierungVon Maria Friese, Essen |
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Maria Friese ist Vorsitzende der Bundeskonferenz der kath. Religionslehrerverbände
(BKR). |
Aber es gibt auch tatsächlichen Mangel. Dieser ist vor allem an den berufsbildenden Schulen auszumachen. Dort fällt seit Jahren der RU zu einem großen Teil aus, an manchen Schulen findet er faktisch nicht statt. Auch die Sonderschulen sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Die Zahl der Theologiestudierenden, die sich auf ein Lehramt vorbereiten, ist in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen, deshalb müssen große Anstrengungen unternommen werden, damit die Zahl der Studierenden wieder zunimmt. PISA Der RU gehörte nicht zu den Fächern, die bei der Untersuchung eine Rolle gespielt haben. Wie sollte er auch, da es einen RU dieser Art nur in Deutschland gibt. Aber die Ergebnisse der Untersuchung haben Konsequenzen auch für den RU. Zum einen werden seit der Veröffentlichung der Studie hauptsächlich die sogenannten „hard skills“ also die Fächer Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften als notwendig diskutiert. Die „soft skills“, zu denen neben dem RU auch die Fächer Kunst, Musik und Sport zählen, drohen in dieser Diskussion an den Rand gedrängt zu werden, sind ihre Ergebnisse doch nicht in dem Maße nachprüfbar wie die der „hard skills“. Es kann aber nicht sein, dass Bildung auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes reduziert wird. Die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit der Realität, soziale Kompetenzen werden nicht in erster Linie in den „wichtigen“ Fächern erworben. Jeder Religionslehrer muss immer wieder überlegen, was die Aufgabe seines Faches an der Schule der Zukunft ist. Wir wehren uns nicht gegen Überprüfung und Standards, wir haben keinen Sonderstatus in der Schule. Da müssen wir sicher von manchen liebgewordenen Gewohnheiten Abschied nehmen. Aber wir müssen uns auch davor hüten, in den Chor derer einzufallen, die meinen, ein guter (RU)Unterricht sei in Gänze abprüfbar. Fazit Die Situation der Religionslehrer und -lehrerinnen fordert ständig heraus, neue Wege zu gehen und Gewohntes auf den Prüfstand zu stellen. Allen aber, die sich über die angebliche Ineffektivität des Faches beklagen, sei gesagt: für den größten Teil der am RU teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ist dieser Unterricht das einzige und letzte Band, das sie mit der Kirche verbindet. Es ist zudem ein Unterricht, der von der Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler als interessanter denn mancher andere beurteilt wird. |
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