Einander weiter
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Franz Jägerstätter verweigerte aus seiner Glaubensüberzeugung heraus den Nationalsozialisten den Wehrdienst und wurde am 9. August 1943 hingerichtet. Beeindruckend ist auch, wie Franziska Jägerstätter ihren Mann bis zu seiner Lebenshingabe begleitet. Die Autorin dieses Beitrages, Mag. theol., Dr. phil. Erna Putz, Ostermiething, Österreich, widmet sich der Förderung des Gedenkens an Franz Jägerstätter. |
An seiner Seite 1940 wurde Franz zum Militär einberufen. In einem Brief an seine Frau berichtete er, dass die Gerüchte über die Ermordung von psychisch Kranken auf Wahrheit beruhen dürften. Auf Betreiben seines Bürgermeisters wurde er im April 1941 „unabkömmlich“ gestellt und konnte zu seiner Familie zurück-kehren. Er war entschlossen, einer weiteren Einberufung nicht mehr Folge zu leisten. Mitzukämpfen, dass Hitler die ganze Welt beherrschen könne, sah er als persönliche Schuld und Sünde. Es war sofort klar, dass diese Kriegsdienstverweigerung Franz das Leben kosten würde. Seine Mutter versuchte mit Hilfe der Verwandten den Sohn umzustimmen. Franziska redete ihm anfangs ebenfalls zu. Doch als alle auf ihn eindrangen, als er ganz allein war, trat sie auf seine Seite: „Wenn ich nicht zu ihm gehalten hätte, hätte er ja gar niemanden gehabt.“ Franz besprach sein Vorhaben mit befreundeten Priestern, diese versuchten sein Leben zu retten und wollten ihn von der Verweigerung abhalten. Der Ortspfarrer hat Franz in der Beichte sogar „Selbstmörder“ genannt. Danach war er niedergeschlagen, Franziska konnte ihm helfen, den inneren Frieden wieder zu finden. Auch der Bischof von Linz, den er um Rat fragte, wies auf seine erste Verantwortung für seine Familie hin. Jägerstätter notiert: „Immer wieder möchte man einem das Gewissen erschweren betreffs Gattin und Kinder. Sollte die Tat, die man begeht, vielleicht dadurch besser sein, weil man verheiratet ist und Kinder hat?“ Gegenseitige Stärkung im Glauben Sein empfindsameres Gewissen ist für Franz Jägerstätter keine Bürde, sondern Gnade: „Hätte mir Gott nicht die Gnade gegeben, für meinen Glauben auch zu sterben, wenn es verlangt wird, so würde ich halt vielleicht dasselbe tun, wie die Mehrzahl es tut. Gott kann eben jedem so viele Gnaden geben, wie er will.“ Jägerstätter weiß, dass Bischof und Priester verhaftet würden, wenn sie anders sprächen als die Regierung es erlaubt. Dennoch stellt er die Frage: „Was wäre es für ein Unterschied, wenn nicht ein Gotteshaus mehr geöffnet wäre, wenn die Kirche ohnehin zu allem schweigt, was geschieht?“ Anfang März 1943 wird Franz Jägerstätter erneut einberufen, er verweigert den Militärdienst. Nach der Verhaftung weiß jeder der Partner den anderen im Glauben aufgehoben, gegenseitig verweisen sich die beiden auf den gekreuzigten und auferstandenen Christus. In einer Glaubenskrise in den ersten Wochen der Haft hält die Erinnerung an die sieben Jahre der Liebe und des Glückes mit Franziska den ringenden Ehemann. Das Buch zum Thema: Erna Putz, Franz Jägerstätter ...besser die Hände als der Wille gefesselt … 230 Seiten, Edition Geschichte der Heimat, A - 4264 Grünbach ³1997, € 21,00 |
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