Wie die anderen Berufsgruppen den Diakonat sehenStatements auf der Jahrestagung 2002 der „Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in der BRD“ |
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Das Bemühen um ein eigenes Profil der verschiedenen kirchlichen Berufsgruppen führt manchmal eher zur Abgrenzung als zu einem fruchtbaren Austausch und gegenseitiger Bereicherung. Die „Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in der BRD“ hat auf ihrer Jahrestagung 2002 dieses Gespräch bewusst gesucht. Die Statements sind gekürzt aus der Dokumentation 19 über die Jahrestagung mit freundlicher Genehmigung der Arbeitsgemeinschaft entnommen. Hermann Zimmermann, Dekan, Gelsenkirchen |
vergleichbarem Engagement erleben wir häufig, dass Diakone es leichter haben, Anerkennung in der Gemeinde zu finden. Das hat seinen Grund darin, dass der Diakon als ein Amt in die Hierarchie eingebunden ist und erweiterte Befugnisse hat. Diakone und Gemeindereferenten/-innen bereiten beispielsweise in verschiedenen Gemeinden auf die Taufe vor, während der Diakon dann aber selbst taufen darf, übernimmt bei der Vorbereitung durch eine/-n Gemeindereferenten/-in der Priester die Spendung des Taufsakramentes. Es gibt durchaus Gemeindereferenten, die sich aus genau diesen Überlegungen zum Diakon weihen lassen.
Positiv ist, das ein neues Charisma sichtbar wird in einem eigenständigen diakonischen Profil von Männern und hoffentlich bald auch Frauen. Das zeigt, dass Kirche Jesu in den verschiedensten Lebensbereichen der heutigen Menschen präsent ist. Jochen Hesper, Pastoralreferent, Münster Pastoralreferenten/-innen haben gern die angebotene Definition als Laie in der Kirche angenommen und als neue, moderne Möglichkeit kirchlichen Handelns gelebt. Aus dieser Zeit stammt manche Abgrenzung gegenüber dem Diakonat. Es gab diözesane Gruppen, die sich gemeinschaftlich entschieden haben, nie Diakon werden zu wollen. Noch heute verstummt weitgehend das Gespräch, wenn Pastoralreferenten sich zum Diakon weihen lassen. Ein Grund für eine gezielte Abgrenzung ist für Kolleginnen bis heute, dass der Zugang zum Diakonat weiterhin nur Männern offen steht. Für manchen ergibt sich ein neidischer Blick auf die Diakone. Für sie ist Sorge getragen, dass ihre Seelsorge liturgisch repräsentiert ist. Es bedeutet durchaus eine Aufwertung des seelsorglichen Handelns gerade auch aus der Sicht der „Klienten“, dass die Themen der Menschen und Institutionen, mit denen sie arbeiten, im engen und offiziellsten kirchlichen Rahmen vorkommen. Erwartungen von Pastoralreferenten/-innen an Diakone wären vielleicht: - die sozial-caritative Dimension tatsächlich zu leben und darin Eigenständigkeit zu entwickeln; - sich nicht zu sehr vom allgemeinen Gemeindedienst und der Überlastung der Priester vereinnahmen zu lassen und statt der „Mithilfe“ das diakonale Profil zu riskieren; - die Liturgie gezielt zur Repräsentation des diakonischen Handelns und Einforderns von Kirche zu nutzen und dabei persönliche Selbstdarstellung zu vermeiden; - die praktische Erfahrung mit der Berufs- und Arbeitswelt für die seelsorgliche Planung der Kirche nutzbar machen. Mit Freude habe ich im Rahmen ihrer Tagung gehört, dass es Ausbildungsstandards gibt, die sie auch als Theologen den Gemeindereferenten/-innen vergleichbar machen, denn es besteht Kritik, dass die theologische Ausbildung mancher Diakone diese nicht prägt, dass ihre Gemeindevorstellungen und Frömmigkeitsformen manchmal als veraltet erlebt werden. Es wird manchmal darüber geklagt, dass sich Diakone als „Quasi-Priester“ gebärden, einen ungelebten Willen zum Priestersein zeigen (was man im übrigen auch manchen Pastoralreferenten/-innen nachsagt) und eine falsche Klerikalisierung besteht. Schließlich sollten wir mehr wahrnehmen, dass viele, vielleicht die Mehrheit von Ihnen, doch Diakone mit Zivilberuf sind, d. h., ganz klar als kirchliche Persönlichkeiten im säkularen Berufsleben nach außen treten. Da berühren Sie sich deutlich mit Anforderungen an Pastoralreferenten/-innen, da sind Sie deutlicher als wir die Grenzgänger, die ihren Platz auf beiden Seiten schon haben, und da wäre es spannend, Erfahrungen auszutauschen, theologisch zu reflektieren und bewusst Zugänge zu unserer differenzierten und säkularen Gesellschaft weiter zu entwickeln. Die „Dokumentation 19 - Jahrestagung 2002“ ist zu beziehen über den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft: Diakon Werner Schüßler Danziger Str. 24, 63776 Mömbris Fax: 06029-7710 E-Mail: AG-Vorsitzender@diakone.de Internet: www.diakone.de |
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