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Immer weniger junge Frauen und Männer möchten GemeindereferentIn werden. Andrea Rust und Werner Ehlen (Ergolding bzw. Landau, Diözese Regensburg) vom Vorstand des Verbands Katholischer ReligionslehrerInnen und GemeindereferentInnen (VKRG) mit ca. 1000 Mitgliedern, nennen einige Gründe für den Rückgang, wie man sie im Verband sieht.
Nachlassende Kirchenbindung
Ein wesentlicher Grund ist vermutlich die geringer werdende Kirchenbindung weiter Bevölkerungsschichten. Was in den vergangenen Jahren durch Jugendarbeit gefördert wurde, ist heute weitgehend verschwunden. Das selbstverständliche Hineinwachsen der Kinder in die Kirche und auch in kirchliche Berufe scheint weggebrochen zu sein. An diese Stelle sind viele Freizeitaktivitäten getreten.
Auch das schlechte Image der Kirche spielt eine Rolle. Schwer zu vermittelnde Problemfelder wie z.B. Verhütung, Sexualmoral, u.v.a. werden häufig an den Menschen vorbei diskutiert. Dazu kommt, dass innerkirchliche Probleme (Zölibat, Frauenpriestertum, Ökumene, ...) für die meisten Menschen nicht mehr nachvollziehbar sind und so der Eindruck einer weltfremden und antiquierten Gruppierung entsteht.
Berufsspezifische Gründe
Neben diesen allgemeinen Ursachen gibt es sicher auch viele berufsspezifische Gründe: Ein wesentlicher Punkt könnte die unregelmäßige Arbeitszeit sein, die oft familien- bzw. freizeitbelastend ist (Wochenenden, Abendtermine). Vor allem in den liturgisch geprägten Zeiten vor Ostern und Weihnachten ist ein Mehr an Arbeitszeit notwendig, das nicht durch Überstundenbezahlung und oft auch nicht durch tatsächlichen Überstundenausgleich abgegolten werden kann.
Als durchaus schwierigen Beruf kann man den Beruf der/des Gemeindereferentin/en aus verschiedenen Blickrichtungen werten: Zum einen wird sehr viel Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit erwartet, zum anderen ist es letztlich doch der dienstvorgesetzte Ortspfarrer, der die alleinige Entscheidungs- und Weisungsbefugnis hat. Hier schlägt es negativ zu Buche, dass in der Priesterausbildung die Teamfähigkeit, die Schulung von Leitungsqualitäten mehr oder weniger nicht vorkommen und so viele Pfarrer hier Defizite haben. Kommt es zu
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Problemen, ist leider quer durch alle Ebenen ein eher unchristlicher Umgang miteinander festzustellen. Dies kommt auch dann problematisch zu Tage, wenn z.B. ein kirchlich Angestellter nicht katholisch heiraten kann (weil der Partner evangelisch oder konfessionslos ist) oder eine Ehe in die Brüche gegangen ist und ein neuer Partner gefunden ist.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Ausbildung sehr eindeutig auf die Kirche als Arbeitgeber fixiert ist, d.h. es gibt praktisch keine Alternativen, wenn es mit diesem einen Arbeitgeber Probleme gibt. Und auch das innerkirchliche Berufsfeld ist oft sehr eingeschränkt, da Einsätze in den sogenannten Kategorialbereichen noch immer oft den PastoralreferentenInnen vorbehalten sind, auch wenn GemeindereferentenInnen dafür genau so qualifiziert wären.
Belastend kann auf Dauer auch sein, dass meist wenig beruflicher Erfolg sichtbar ist. Zum einen werden viele Angebote nur schlecht angenommen, zum anderen wird der/die GemeindereferentIn gerade bei offiziellen Anlässen oft „übersehen“. Im Gegensatz dazu wird aber das Privatleben meist genau beobachtet, so dass
frau/mann sich ständig in der Öffentlichkeit bewegt.
Sicher nicht der letzte Grund für die sinkenden Bewerberzahlen muss in der schlechten Bezahlung gesehen werden; als allein verdienender Familienvater ist es nur schwer möglich, seiner Familie einen gewissen Standard zu bieten. Dazu kommt, dass es durch die Vorschrift bzw. Notwendigkeit, am Dienstort (oder zumindest in der unmittelbaren Nähe) zu wohnen, oft nicht möglich ist, günstigen Wohnraum zu mieten.
Dennoch: ein erfüllender Beruf
Der Rückgang der Bewerberzahlen ist sehr zu bedauern, da es ein interessanter, oft erfüllender und abwechslungsreicher Beruf ist. Vor allem die verschiedenen Arbeitsbereiche von Kinder- und Jugendarbeit, Familienkreis, kirchliche Verbände bis hin zum Seniorenkreis bieten ein abwechslungsreiches und zugleich auch sehr erfüllendes Arbeitsspektrum. Die meisten GemeindereferentenInnen erteilen noch bis zu 12 Stunden Religionsunterricht an einer Grund- oder Hauptschule. Auch dieser Bereich bietet und fordert von dem/r pastoralen MitarbeiterIn vieles. Der Berufsverband VKRG setzt sich auf allen Ebenen dafür ein, dass die Arbeitsbedingungen für GemeindereferentenInnen verbessert werden, dass die anspruchsvolle Tätigkeit angemessen gewürdigt und bezahlt wird und so dieser Beruf weiterhin das Spektrum der kirchlichen Berufe bereichert.
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