Lebensformen |
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Familie und kirchlicher Beruf |
Als Single im Dienst
der Kirche Dreimal frei Auch ohne Verpflichtung gibt es die Entscheidung zur ehelosen Lebensform im kirchlichen Dienst und das ist gar nicht so selten. Auch wenn diese Entscheidung auf Zukunft hin offen ist, macht sie doch frei, sich heute ganz und gar in den Dienst der Kirche zu stellen. Irmgard Hilmer, freie Journalistin, hat Elisabeth Harlander, Gemeindereferentin in Neustadt an der Donau, Diözese Regensburg, besucht. An erster Stelle: der Beruf Was gibt´s Schöneres auf Erden, als Menschen, die rundherum zufrieden sind? Zu diesen Glücklichen zählt Elisabeth Harlander, die als Gemeindereferentin in der Pfarrei Sankt Laurentius in Neustadt an der Donau ihre persönliche Berufung gefunden hat. Als Single geht sie voll und ganz auf in ihrem Beruf. „Wenn ich Familie hätte, dann wäre das Engagement für die Pfarrei sicherlich weniger“ meint die 35jährige und weist gleichzeitig darauf hin, dass ihre tiefe Zufriedenheit sicherlich auch aus ihrer Lebensform resultiert. Dieses „Alleinsein“ hat sie bewusst gewählt und hadert keinesfalls mit dem Schicksal. „Ich habe Beziehungen erlebt und gelebt. Und diese Erfahrungen sind mir auch ganz wichtig“ gesteht sie freimütig. Im Moment kann sich Elisabeth Harlander sehr gut vorstellen, auf Dauer alleine zu leben, wobei sie es absolut nicht ausschließen will „wenn der Richtige kommt“ offen für eine Ehe zu sein. Eine mutige Entscheidung Von klein auf lernte sie Jugendarbeit kennen: Katholische Landjugend und vor allem die franziskanische Jugend im Kloster Aiterhofen. Mit 18 Jahren gründete Elisabeth Harlander die Gruppe Tau, die auch heute noch besteht und vor allem den musikalischen Teil der Liturgie in Gottesdiensten mit neuen geistlichen Liedern übernimmt. Bei allem kirchlichen Engagement begann Elisabeth Harlander nach der mittleren Reife ihren damaligen Traumberuf an der TU München zu studieren: Sportlehrerin im freien Beruf. Für zwei Jahre war sie anschließend an der Mädchenrealschule Niedermünster in Regensburg tätig, bis sie merkte: „Nur Lehrerin sein ist nicht mein Weg“. Überrascht stellte sie beim Lesen des Bistumsblattes fest, dass auch ohne Abitur der Weg zur Gemeindereferentin offen ist und mit finanzieller Unterstützung der Eltern begann sie die Ausbildung an der Fachakademie für Gemeindepastoral in Neuburg/ Donau. „Ich habe noch keine Stunde die Umschulung bereut, ich liebe meinen Beruf und bin mit einer großen, tiefen Zufriedenheit erfüllt. Die regelmäßige geistliche Begleitung und die Supervision haben einen großen Anteil daran, wenn sie nicht sogar Grundlage dafür sind“ resümiert Elisabeth Harlander. Dabei war ihr Schritt bei Lehrerkollegen und Freunden auf Unverständnis gestoßen: Sie warnten sie vor der „Verschlechterung“ sowohl finanziell, als auch vom „Ansehen her“ und meinten, Sportlehrer sein ist bei der Jugend ein wesentlich besseres Highlight. Arbeit und freie Zeit „Glauben mit Hand und Fuß, mit Leib und Seele“ ist ein Lebensmotto der jungen Gemeindereferentin geworden, für sie ist dies eine Einheit und gehört zusammen. So sieht sie ihre erste Ausbildung keineswegs als verlorene Zeit. Ja und dass die Jugend in ihrer Pfarrei über die „Schiene Sport“ leicht und locker anzusprechen ist, liegt auch auf der Hand. Und gerade hier sieht sie einen Schwerpunkt. „Ich möchte ihnen durch verschiedene Angebote (Musik, Sport, Wochenende, Gruppenstunden, Aktionen) die Freude am Glauben näher bringen. Wir Christen haben Grund zum Frohsein“ sagt sie überzeugend. „Offene Türen“ kann sie als Single gerade den Jugendlichen mit ihren größeren und kleineren Problemen mit Eltern, Erwachsenen oder Gleichaltrigen auch zu vorgerückter Stunde anbieten. Dass mit Religionsunterricht, Sakramentenvorbereitung, Gruppenleiterrunde, Singgruppe, Jugendband, Bibelkreis und allen möglichen Arten von Gottesdiensten (vom Kinderwagen- über Schüler- bis hin zu Familiengottesdiensten) und dem Besuchsdienst im Krankenhaus das Arbeitspensum ausgefüllt ist, kann man sich gut vorstellen. Trotzdem bleibt für Elisabeth Harlander freie Zeit, die sie vorzugsweise mit sportlichen und musikalischen Aktivitäten verbringt. Dabei ist ihr auch noch sehr wichtig, dass bestehende Freundschaften weiterhin gepflegt werden. „Ich brauche keinen Partner zu fragen, ob wir etwas vorhaben. Meine freie Zeit kann ich mir eigenständig einteilen“ betont sie und meint abschließend, dass ihr Haltepunkt sei, an einen Gott zu glauben, der immer da ist und verweist dabei auf die Bibelstelle in Exodus: „Ich bin der ich bin da“. |
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