Pfarrsekretärin

Erste Anlaufstelle in der Pfarrgemeinde

Pfarrbüros sind Vermittler zwischen Kirche und Menschen. Pfarrsekretärinnen sind die zentrale Säule für die Kontaktpflege, für Information und Verwaltung. Und oft genug sind sie auch Seelsorgerinnen, wenn Gemeindemitglieder bei ihnen ihr Herz ausschütten. Der Beruf der Pfarrsekretärin, des Pfarrsekretärs gehört zu jenen Diensten, ohne die Gemeinde, zumal große Gemeinden, heute nicht mehr denkbar sind. Folgenden Artikel übernehmen wir mit freudlicher Genehmigung aus „Erzbistum intern“, Bamberg.


Kaum hat Christa M. Meinlschmidt um acht Uhr ihr Büro betreten, klingelt auch schon das Telefon. Die Pfarrsekretärin ist die erste Anlaufstelle in ihrer Gemeinde. Trotzdem fühlt sich Frau Meinlschmidt nicht gestört, wenn immer wieder Anrufe und Besuche andere Arbeit unterbrechen: „Jeder hat das Recht hierher zu kommen.“

An diesem Vormittag kümmert sich Christa Meinlschmidt um die Buchhaltung des Kindergartens und schreibt für die Einrichtung eine Statistik. Dazwischen bespricht sie mit der Kindergartenleiterin eine Reparatur.
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Verwaltungsarbeit für Pfarrkindergärten ist aber nur eine typische Aufgabe von Pfarrsekretärinnen. Im Pfarrbüro werden Tauf-, Trau- und Sterberegister - die sogenannten Matrikel - geführt, Spendenquittungen ausgestellt, die Kartei der Gemeindemitglieder gepflegt, Messbestellungen und Taufanmeldungen angenommen. Fast der gesamte Schriftverkehr wird im Pfarrbüro erledigt. Mit den verschiedensten Anliegen kommen Besucher ins Pfarrbüro.

Hier erfüllen die Pfarrsekretärinnen und Pfarrsekretäre „seelsorgliche Aufgaben im weitesten Sinn“, beurteilt Christa M. Meinlschmidt, die auch Vorsitzende des Berufsverbandes ist (siehe Kasten), ihre Arbeit. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen seien oft erste Ansprechpartner für hilfesuchende Menschen. Sie trösten Trauernde, die wegen einer Beerdigung kommen, hören sich die Sorgen psychisch belasteter Menschen an und vermitteln Hilfe bei sozialen Problemen.



Breit gefächert sind aber nicht nur die Aufgaben im Pfarrbüro. Auch der Beschäftigungsumfang der rund 270 Pfarrsekretärinnen und -sekretäre im Erzbistum reicht von zwei, drei Wochenstunden bis zur Vollzeitstelle. „Unbezahlte Überstunden sind tägliches Brot“, sagt Christa Meinlschmidt. Und wo es keinen Pfarrer mehr vor Ort gebe, sei die Pfarrsekretärin ganz besonders gefordert. Werden mehrere Pfarreien zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst, müsse die Sekretärin oft mehrere Pfarrbüros versorgen, was ein hohes Maß an Flexibilität erfordere.

Im Namen ihrer Kolleginnen und Kollegen wünscht Frau Meinlschmidt, dass sie als kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Seelsorgeteams ernst genommen werden. Dies könnte sich im Informationsfluss und in regelmäßigen Dienstbesprechungen ausdrücken.

Für wichtig hält Christa Meinlschmidt eine regelmäßige Fortbildung - nicht nur beispielsweise am Computer und in Buchhaltung, sondern ebenso in Gesprächsführung, Persönlichkeitsbildung und im religiös-spirituellen Bereich. Als Berufsvoraussetzung nennt sie eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und einige Jahre Berufserfahrung.

Was reizt Christa Meinlschmidt an ihrer Tätigkeit im Pfarrbüro? „Es ist ein toller Beruf mit vielen Möglichkeiten, und wir kommen mit vielen Menschen zusammen.“

Klaus Stefan Krieger

Berufsverband

Im Oktober 1998 wurde der „Berufsverband der Pfarrsekretärinnen und -sekretäre im Erzbistum Bamberg“ gegründet. Er will der Vereinzelung, dass jede Pfarrsekretärin eine andere Kirchenstiftung als Arbeitgeber hat, begegnen und versteht sich als unabhängiger Gesprächspartner des Ordinariats. Gegenwärtig gehören dem Verband 85 Mitglieder an. Vorsitzende ist Christa M. Meinlschmidt,
Kath. Pfarramt „Unsere Liebe Frau“ Amberger Str. 53,
91217 Hersbruck

Solche Berufsverbände gibt es inzwischen in vielen Diözesen.