Herausforderung und Ermutigung:

Teamarbeit in der Seelsorge

Ohne Kooperation zwischen den pastoralen Berufen kann Seelsorge in einer Gemeinde nicht gedeihen. Wo dieses Zusammenspiel jedoch gelingt, wird die Verschiedenheit zu einem Reichtum. Pastoralreferentin Edith Heindl, Traunstein, Erzdiözese München und Freising, erlebt ihr Team als Ermutigung.


Wir sind als Seelsorger und Seelsorgerin für zwei Pfarrgemeinden zuständig, für Traunstein, St. Oswald (ca. 5000 Katholiken) und Johannes der Täufer, Kammer (ca. 1200 Katholiken). Wir, das sind: Sebastian Heindl, Pfarrer (seit 1994), Wolfgang Dinglreiter, Pastoralassistent (seit 1995) und Edith Heindl, Pastoralreferentin (seit 1995). Mit uns arbeiten noch ein Diakon mit Zivilberuf, ein Kirchenmusiker, ein Pastoralpraktikant, ein Ruhestandspfarrer und ein Priester in der Krankenhausseelsorge, die Gottesdienste übernehmen.

Wir sind Seelsorger, nicht Manager
Die gemeinsame Arbeit von so vielen Mitarbeitern ist gar nicht einfach zu organisieren. Der eine soll und möchte vom anderen und seinen Arbeitsbereichen etwas erfahren, die Situationen in den beiden Gemeinden (Kleinstadt und Land) ist recht unterschiedlich und das Zeitbudget der Mitarbeiter ist auch nicht unbegrenzt groß. Es ist also nötig, gut zu planen, dabei aber nicht nur Wert auf Management und Abläufe zu legen. Wir sind Seelsorger und kirchliche Mitarbeiter und keine Manager.

In unserer Arbeit geht es vor allem darum, wie Glaube in unseren Strukturen so gelebt werden kann, dass er echte Hilfe zum Leben ist. Unser Wunsch und unsere Aufgabe ist es, gemeinsam lebendige Gemeinden zu begleiten, in denen die Menschen Hilfe und Ermutigung für ihren Lebensweg finden. Die Botschaft vom barmherzigen Gott zu den Menschen bringen und sie immer wieder, auch wenn es noch so aussichtslos scheint, zu verkündigen, das ist unsere Aufgabe.


Um diesem Auftrag gerecht werden zu können, nehmen wir uns einmal in der Woche Zeit zum gemeinsamen Gespräch. Pfarrer, Pastoralassistent und Pastoralreferentin treffen sich für etwa eineinhalb Stunden, um sich über die Erfahrungen und die Arbeitssituationen der letzten Woche auszutauschen. Auch die persönliche Situation des einzelnen kommt dabei zur Sprache. Wir drei erfahren so das Wichtigste über die einzelnen Arbeitsbereiche. Wie war die Stimmung in der Pfarrgemeinderatssitzung? Was nimmt sich der Liturgie-Kreis als nächstes vor? Welche neuen Brennpunkte haben sich im sozialen Bereich ergeben? Wie geht es mit Erstkommunion- und Firmvorbereitung? Wie läuft es im Frauenbund und im Helferkreis? Wo steht das Pfarrbrief-Team gerade? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen uns. Was für alle Mitarbeiter wichtig ist, halten wir schriftlich fest.
Teamgespräch mit geistlichem Austausch
Danach treffen wir uns dann für eine Stunde im großen Kreis. Wenn alle teilnehmen, sind wir zu acht. Zunächst nehmen wir uns Zeit für ein Bibelgespräch. Wir beschäftigen uns mit den Texten des kommenden Sonntags. Dieses Gespräch ist für mich immer sehr spannend und hilfreich. Die Bandbreite in unserer Runde ist sehr groß (unterschiedliches Lebensalter, verschiedene Lebenssituationen und Arbeitsbereiche), das macht den Austausch so lebendig. Wir alle erfahren so voneinander, und das nicht nur bezogen auf unsere Arbeit, sondern auch auf unseren Glauben, auf das, was uns Hoffnung und Ermutigung schenkt.

Mit all den vielen Aufgaben, die in der Seelsorge anstehen, nicht das Wesentliche aus den Augen zu verlieren, dazu verhelfen uns unsere Teamgespräche. Dass sie atmosphärisch gut sind und es nicht immer todernst zugeht, auch das motiviert für die Arbeit. Nicht zuletzt ist es auch der gemeinsame Weg, der herausfordert und ermutigt.