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Mitarbeiter(innen) in der Ministrantenpastoral Ein Anliegen für viele Anne Ferner-Steuer, Referentin für Kinder-, Jugend- und Ministrant(inn)enpastoral, Trier
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Ministrantenpastoral – Ziele und Chancen In allen Pfarreien prägen sie das Bild des Gemeindelebens. So wie die Kirche im Dorf, gehören auch sie einfach dazu: die Ministrant(inn)en! Mit gut 393.000 Ministrantinnen und Ministranten stellt diese Gruppe von Jungen und Mädchen die größte Gruppe der in den Pfarreien engagierten Kinder und Jugendlichen dar. Ministrantenpastoral versteht sich als Jugendarbeit, die bei den Kindern und Jugendlichen, ihren Bedürfnissen und Sehnsüchten ansetzt. Sie will lebendige Jugendarbeit sein, die an Jesus Christus Maß nimmt. Hierbei sind vor allem drei Dimensionen zu erwähnen: Die Liturgische Dimension beinhaltet die Liturgie für Kinder und Jugendliche erfahrbar zu machen und zu vertiefen. Die Pädagogische Dimension meint ganzheitliche und qualitative Jugendarbeit nach pädagogischen Gesichtspunkten ermöglichen. Die Begleitende Dimension heißt, Kinder und Jugendliche in der Ministrantenarbeit begleiten und für ihren Dienst motivieren.
Damit dies gelingt, bedarf es einer kompetenten und sensiblen Begleitung der Kinder und Jugendlichen durch engagierte Mitarbeiter(innen). Mitarbeiter(innen) in der Ministrantenpastoral In der Ministrantenpastoral gibt es sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Mitarbeiter(innen), Erwachsene wie Jugendliche. In der Mehrheit wird die Ministrantenpastoral von Ehrenamtlichen getragen, auch weil die Auslastung der Hauptamtlichen es oftmals nicht zulässt, sich der Kinder- u. Jugendarbeit in gewünschter Weise zu widmen. Zudem ist auch gerade die Übernahme von Verantwortung durch Jugendliche und junge Erwachsene eine Chance selbständiger, demokratischer und kreativer Mitgestaltung des Gemeindelebens. Um diese Chance nutzen zu können bedarf es der Unterstützung von Seiten des hauptamtlichen Personals. Die Wertschätzung der ehrenamtlichen Mitarbeiter(innen) auf allen Ebenen der Ministrantenpastoral ist eine wichtige Voraussetzung für ein gelungenes Zusammenwirken aller Beteiligten. Erwachsene Mitarbeiter(innen) in der Ministrantenpastoral Die Weitergabe des Glaubens in unseren Gemeinden hängt vor allem von Personen ab, die glaubwürdig und bewusst im Leben stehen und die alltäglichen Höhen und Tiefen im Glauben zu leben versuchen. Solche Personen, Glaubensväter und Glaubensmütter, Familien und kleine Gruppen können Keimzellen für eine gute Glaubensgemeinschaft sein. Haupt- u. ehrenamtliche Erwachsene in der Ministrantenpastoral übernehmen eine solch wichtige Aufgabe. Zum besonderen Charisma engagierter Erwachsener gehört, dass sie aufgrund ihrer Lebenserfahrung und Lebenssituation gerade beim Neuaufbau und der Begleitung von Kinder- u. Jugendarbeit eine wichtige Hilfestellung geben und den nötigen „langen Atem“ haben können. Ebenso können sie wichtige Begleiter(innen) sein auf dem Weg zur Selbstwerdung und Identitätsfindung. Jugendliche Mitarbeiter(innen) in der Ministrantenpastoral Besonders erstrebenswert ist es jugendliche Mitarbeiter(innen) für die Ministrantenarbeit zu gewinnen. Häufig wachsen die Jugendlichen in diese Aufgabe hinein: zunächst sind sie selbst Ministrant(inn)en, übernehmen dann immer häufiger Assistenzaufgaben der Gruppenleitung bis hin zur Leitung einer eigenen Gruppe (wobei dies nicht vor 16 Jahren sein sollte). Diese Entwicklung bietet einerseits große Chancen, andererseits birgt sie auch Schwierigkeiten: wer wird Gruppenleiter(in) und warum? Kann ich Gruppenmitglied und Leiter(in) gleichzeitig sein? Wie kann dem Jugendschutzgesetz Rechnung getragen werden? Was ist sonst noch an rechtlichen und versicherungstechnischen Dingen zu beachten? Diese und andere Unsicherheiten müssen durch Information, Schulung, Motivation und reflektierte Unterstützung aufgefangen werden. |
Die Anerkennung, Unterstützung und Begleitung, welche die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Gemeinde erhalten macht es ihnen häufig erst möglich dieser verantwortungsvollen Aufgabe nachzukommen. So haben ihre Begleiter(innen) vor allem darauf zu achten, dass jedem Jugendlichen, der dies wünscht, eine altersgemäße, sinnvolle und für seine Person förderliche Aufgabe zukommt, um das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten. Schulung der Mitarbeiter(innen) in der Ministrantenpastoral Begleiter(inn)en und Gruppen-leiter(innen) von Ministrant(inn)en haben Anspruch auf eine angemessene praxisorientierte Schulung für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie Unterstützung bei der Erfüllung ihres Dienstes. Für die Leitung und Begleitung von Ministrantengruppen bedarf es unterschiedlicher Kompetenzen wie beisp. Kenntnisse über die Ziele und Aufgaben kirchl. Kinder- u. Jugendarbeit, (Er-)Kenntnisse hinsichtlich der eigenen Rolle als Leitung, Hintergründe über die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen, Gruppendynamisches Wissen, Kenntnisse in Rechts- u. Versicherungsfragen u.a.. Entsprechende Schulungen sollten vor der Übernahme einer Leitungsfunktion in Anspruch genommen werden. Unterstützungsangebote Damit Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen ihrer gar nicht hoch genug einzuschätzenden Aufgabe optimal nachkommen können, gibt es neben der Begleitung durch hauptamtliche Mitarbeiter(innen) vor Ort weitere Unterstützungsangebote. Einmal wären da die Ministrantenreferate der Bistümer zu nennen. Die meisten deutschen Bistümer verfügen über Referate, welche die Förderung und Qualifizierung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter(innen) in der Ministrantenarbeit zur Aufgabe haben. Im Sinne von Lobbyarbeit für die Ministrantenpastoral werden hier, je nach Diözese, unterschiedliche Unterstützungsformen angeboten: Kurs- und Schulungsangebote, Ausbildung von Ministrantengrup-penleiter(innen), Diözesane und internationale Begegnungen und Wallfahrten, Beratung und Lobbyarbeit für nachgeordnete Ebenen Öffentlichkeitsarbeit (Bistumseigene regelmäßig erscheinende Informationsbroschüren für Mini-Gruppenleiter(innen), Bereitstellung von Materialien und Themenheften, Erstellung von Arbeitshilfen, Internetpräsenz) Zudem kooperieren die
Verantwortlichen für Ministrantenpastoral der Diözesen auf
Bundesebene. Das Referat für Ministrantenpastoral und
musisch-kulturelle Bildung der Arbeitsstelle für
Jugendseelsorge (afj) der Deutschen Bischofskonferenz
koordiniert, fördert und initiiert Bestrebungen der
Ministrantenpastoral auf Bundesebene. Hier werden u.a. eine
Reihe von Arbeitshilfen und Materialien für die
Ministrantenpastoral erstellt. Neben zahlreichen Pub- Ebenso ist es Aufgabe des/der Verantwortliche/-n auf der Ebene der Bischofskonferenz, in Kooperation mit den Diözesen, internationale Kontakte zu pflegen. Ministrant(inn)en gibt es auf der ganzen Welt. In Europa gibt es die Vereinigung des C.I.M (Coetus Internationalis Ministrantium), welcher sich die Förderung der Ministrantenpastoral auf europäischer Ebene zum Ziel gesetzt hat. Der C.I.M lädt beispielsweise alle fünf Jahre, so auch dieses Jahr wieder, zur internationalen Ministrant(inn)enwallfahrt nach Rom ein. Letztendlich entscheidend für eine erfolgreiche Ministrantenpastoral ist der wertschätzende und motivierende Umgang miteinander. Ganz gleich auf welcher Ebene und in welcher Funktion, die Freude und Begeisterung am Glauben, am gemeinsamen Tun, in der Erfahrung des lebendigmachenden Geistes Gottes bilden eine tragfähige Grundlage (nicht nur) für eine kompetente Ministrantenpastoral. |