Ministrantinnen und Ministranten:

Die Gemeinschaft ist uns wichtig

 

WB: Warum habt ihr euch entschieden Ministrantin oder Ministrant zu werden?

Anja: Die Entscheidung war zuerst von der Familie geprägt, weil auch die Geschwister alle Ministranten waren. Es gab dann aber ein Alter, in dem man es sich überlegt und in dem es ein bisschen „peinlich“ ist zu ministrieren. Da habe ich mich bewusst entschieden, denn ich habe gemerkt, dass es mir viel bedeutet und dass es mir wichtig ist. Man investiert natürlich Zeit, aber man bekommt auch viel zurück, von den Kleinen, von der Gemeinschaft.

Lukas: Ich bin dazu gekommen, weil alle meine Freunde dahin gingen und meine Eltern mich unterstützt haben. In der Zeit, in der man sich überlegt weiterzumachen, war ich irgendwie schon fest eingebunden. Da hatte man mich oft gefragt zu helfen und etwas zu machen. Das hat mir immer Spaß gemacht und ich fand das immer toll. So bin ich dabei geblieben und bin dann irgendwann voll eingestiegen. Es hat mir immer schon und macht mir immer noch Spaß mit Jugendlichen zu arbeiten, es gibt mir für mein Leben etwas.

Daniel: Ich bin dazu gekommen, weil mein Bruder Ministrant war und dann sind alle meine Freunde Ministranten geworden, da bin ich halt auch Ministrant geworden.

WB: Wie groß ist die Ministrantengemeinschaft in eurer Pfarrei?

Lukas: Wir sind 180 Ministrantinnen und Ministranten, davon 22 Gruppenleiter, die das Ganze leiten und organisieren. Der Ministrantenausschuss ist in mehrere Unterausschüsse aufgeteilt:

1.) Freizeitausschuss

2.) Bömbleausschuss ist für den Miniplan und unsere Zeitung zuständig.

3.) Ausschuss für den Jugendraum und Jugendtreff.

4.) Sonstiges: alles andere, Spät- u. Frühschichten, Film Nacht, Glühweinverkauf, Diskos, Maxi-Moovie Night.

Wir haben 8 Ministrantengruppen, die sich wöchentlich oder in 14 tägigem Rhythmus regelmäßig treffen.

WB: Habt ihr trotz der Arbeit in der Pfarrei auch Zeit für euch ?

Anja: Die Arbeit in der Pfarrei stört uns nicht „ganz“ normal zu leben, sie nimmt schon viel Zeit in Anspruch, aber die Zeit, die ich hier investiere ist mir wichtiger und ist mir mehr wert, als mit anderen zum Tanzen zu gehen oder etwas anderes zu machen. Dass ich manchmal einfach nicht mitgehen kann, bedeutet keine schlechtere Lebensqualität.

 

WB.: Verstehen eure Schulfreunde, dass Ihr Ministranten seid?

Anja: Im ersten Moment ist es manchmal schwierig, wenn man sagt, dass man nicht kann und einen Termin deshalb absagen muss, an dem man ministrieren muss. Die anderen kennen das nicht, sie verstehen das auch nicht, weil sie es nicht erlebt haben, aber wenn sie sehen und mitbekommen was ich mache, dann ist das etwas anderes.

Lukas: Wenn die anderen in die Kirche gehen, setzen sie sich in die Bank, schalten ab und es ist ganz egal, was der Pfarrer da vorne macht und finden es dann langweilig. Aber für uns ist es ganz anders am Altar, es macht Spaß, wenn man mitfeiert. Die anderen kennen das nicht und unsere Gemeinschaft kennen sie auch nicht. Da kann man von einigen schief angesehen werden, aber das macht nichts.

WB: Was erwarten die Ministranten von dem Pfarrer?

Anja: Der Pfarrer sollte die Ministranten unterstützen, sie ernst nehmen und es als wichtig ansehen, was sie machen. Er soll die Ministranten in die Gemeinde integrieren.

Wichtig ist auch, dass er persönlich für mich als Jugendlichem mit meinen Problemen da ist.

WB: Habt ihr durch den Dienst eine besondere Beziehung zum Pfarrer?

Daniel: Ganz klar. Wenn ich nur normal in die Kirche gehe, dann sitze ich hier in der Bank und der Pfarrer ist vorne und ich kenne ihn nicht wirklich. Wenn ich beim Ministrieren bin, dann sieht man sich öfter, nicht nur beim Ministrieren, auch in den verschiedenen Ausschüssen und es baut sich eine Beziehung auf. Dadurch dass man sich engagiert, lernt man sich besser kennen, und wenn man sich kennt, bekommt man eine bessere Beziehung.

WB: Was bringt euch die Ministrantenarbeit für das Leben? Was erhofft ihr euch für das Leben?

Anja: Der Ministrantendienst bringt ganz viel für den eigenen Glauben. Zu Beginn ist es mehr nur der Job, wenn man klein ist, dann ist das mehr nur die Hülse. Aber später dann, wächst man da rein und dadurch wird der Glaube an einen herangebracht. Auch der gemeinsame Besuch des Weltjugendtages war ein großes Erlebnis, das mich sehr berührt hat und greifbar war. Das bedeutet mir sehr viel. Wenn man Stress in der Schule hat oder so, dann ist da immer noch die Struktur hier in der Gemeinde, da kann man zur Ruhe kommen.

Lukas: Es bringt einen anderen Akzent in mein Leben, es ist etwas anderes, als wenn ich zur Uni gehe, ein anderer Akzent zu der Hektik des Studiums. Das hilft mir, dass ich zur Ruhe kommen kann, da habe ich Zeit für mich und kann einfach nochmals nachdenken. Das hilft mir mich selber besser kennen zu lernen.

Daniel: Man steht auf der Bühne und muss damit umgehen können. Ich glaube, man wird durch den Dienst auch selbstbewusster.