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Bildungsstandards Religionsunterricht und Schulpastoral Von Beate Thalheimer, Tübingen |
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Mit der Einführung der neuen Bildungspläne im Schuljahr 2004/05 ist eine neue Dynamik in den Schulen Baden-Württembergs in Gang gekommen. Mit Themenfeldern, Dimensionen, Schulcurricula, Kompetenz- und Output-Orientierung wird neuerdings nicht nur der Unterricht sondern auch die innerschulische Personalentwicklung betrieben. Zusammen mit einem wachsenden Bedarf an Kinderbetreuung führt die angestrebte Evaluation schulischen Lernens vielerorts auch zu einer zeitlichen Ausdehnung der schulischen Organisationsform in Richtung Ganztagesschule. Der Religionsunterricht (RU) ist als Unterrichtsfach unmittelbar von den Veränderungen betroffen. Er orientiert sich nun, wie die anderen Fächer auch, an einem Zweijahresturnus. Dabei sind sieben Dimensionen beim Lernen zu berücksichtigen. Bald werden zentrale Arbeiten am Ende der beiden Schuljahre stehen, die den Leistungsstand der Schüler und Schülerinnen feststellen. Von nun an soll kompetenzorientiert unterrichtet werden. Angestrebt wird dabei eine stärkere Orientierung am Lebensraum der Kinder und Jugendlichen und an der Kooperation mit anderen Fächern. Das bedeutet u.a., dass die unterrichtlichen Lernarrangements zunehmend in 90-Minuten-Sequenzen und Projekten organisiert werden und dass Unterricht häufiger außerhalb des Klassenzimmers und an außerschulischen Lernorten stattfinden kann. Für den RU bietet sich dadurch z. B. eine stärkere Kooperation mit den Kirchen- und Pfarrgemeinden an. Aus einer systemanalytisch geschulten Perspektive ist es nicht verwunderlich, dass das, was hier pädagogisch zeitgemäß und plausibel erscheint, im Verhältnis von RU und Schulpastoral zueinander Irritationen auslöst. „Traditionelle Felder" der Schulpastoral (SP), wie Tage der Orientierung, Frühschichten, Projekte in Kooperation mit Kirchen- und Pfarrgemeinden finden sich nun im Aufgabenbereich des RU wieder. Dabei kommt es nicht nur zur Verwirrung was die Zuständigkeit für konkrete Aktivitäten angeht, sondern auch bei der Frage nach den aktiven Personen. In den vergangenen Jahren haben Bischöfliche Schulämter sich des Bereichs SP angenommen, Lehrkräfte und pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen qualifiziert. Die SP erlebt seither eine Ausweitung. Schulpastorale Aktivitäten wurden an vielen Schulen erstmals entfaltet, neue schulpastorale Wege entdeckt und entwickelt. Diese Entwicklung weist allerdings auch Schattenseiten auf: In der konkreten Praxis an den Schulen kam es mehrfach zu einer Verengung im Verständnis von Schulpastoral und auch bei den schulpastoralen Intentionen. Da Lehrkräfte sozusagen „automatisch" zu Verantwortlichen für SP wurden, erweiterte sich ihr traditionelles Arbeitsfeld, der RU, um den Bereich SP. Zum einen stellt sich hier die Frage nach dem ehrenamtlichen Profil dieser Tätigkeit. |
Erhalten Lehrkräfte einen Auftrag für schulpastorale Aktivitäten, der sich auch in Zeitstunden und Bezahlung niederschlägt? Sind Lehrkräfte immer auch Schulseelsorger und Schulseelsorgerinnen? Wenn dem so ist, wird es immer schwieriger werden, die SP als eigenen kirchlichen Dienst in den Schulen zu identifizieren. Zum anderen besteht die Gefahr, dass SP auf SchülerInnenseelsorge durch Lehrkräfte reduziert wird. Ausgeblendet sind dabei Möglichkeit wie: Schülerinnen leiten einen Bibelkreis; ein Mathelehrer bietet in der Fastenzeit eine Frühschicht an; eine Mutter engagiert sich in der Hausaufgabenbetreuung; ein Pastoralreferent nimmt sich Zeit, um als Ansprechpartner im Schülercafé da zu sein, obwohl er keinen Lehrauftrag an dieser Schule hat; Kirchengemeinden stellen Räume zur Verfügung, in denen sich Schülerinnen und Schüler in der Freizeit aufhalten können (Schülercafé, Hausaufgabenbetreuung)... Die Einführung der neuen Bildungspläne bringt neben Verwirrung auch Impulse mit sich, religionspädagogische und pastorale Aufgaben in der Schule und ihre Verteilung neu zu bedenken. Die folgenden Impulse verstehen sich als Orientierungshilfe: A Lehrer und Lehrerinnen, Schülerinnen und Schüler, Väter, Mütter und Erziehungsberechtigte, Schulleitungen, Hausmeister und andere wie Schulpsychologen und Sozialarbeiterinnen können Träger und Trägerinnen der Schulpastoral sein. Und: Schulpastorale Maßnahmen orientieren sich an allen Menschen in der Schule: A Kirchliche
Dienste in der Schule fördern ein Klima der gegenseitigen
Wahrnehmung, Vernetzung, Unterstützung und Ermutigung; Literaturhinweise Schulpastoral – der Dienst der Kirche an den Menschen im Handlungsfeld Schule. Die deutschen Bischöfe. Kommission für Erziehung und Schule. Bonn 1996. |
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