Junge Leute geben Zeugnis:

Gott ist in meinem Leben da

 

Heike Spellbring (21), Studentin, 26871 Papenburg

Wir waren auf dem Rückflug vom Weltjugendtreffen in Toronto. Irgendwann ging die Sonne wieder auf. Dieses Bild werde ich nie vergessen. Ich gehörte zu den wenigen, die wach waren, als sich die Sonne allmählich durch die Wolken schob. Erst nur als kleiner Punkt, dann immer größer und strahlender. Ein Sonnenaufgang über den Wolken betrachten zu dürfen, empfand ich in diesem Moment als ein unbezahlbares Geschenk. Da war kein Baum im Weg, keine Wolke, da war einfach nur der tiefblaue Himmel und die strahlende Sonne. So etwas Riesiges, Großes und Wunderschönes ist mehr als nur ein Naturschauspiel. Es hatte für mich etwas Göttliches an sich. Ich spürte einfach: Jetzt ist er uns ganz nah. Er begleitet uns auf unserem Heimweg. Sich dieser Nähe Gottes ganz sicher sein zu können, war ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Ich habe seit diesem Erlebnis versucht, Gott auch in den kleinen Dingen zu entdecken. Es gelingt nie so intensiv, wie ich es manchmal gerne möchte. Zu stark sind die vielen anderen Dinge, die mich beschäftigen. Aber ich durfte die Erfahrung machen, wie bereichernd es sein kann, zu spüren, was Gott versprochen hat: „Ich bin der Ich bin da". Dafür bin ich dankbar.

Hermann Wessels (25), Baggerfahrer, 49733 Haren/Rütenbrock

Ich habe früher sehr oft auf dem Bauernhof meines Onkels ausgeholfen. Freunde gab es für mich nicht, mein Freund hieß Arbeit. Und ich war soweit zufrieden damit. Bis dann einmal der Tag kam, an dem ich mich heftig mit meinem Onkel stritt. Damals wurde mir klar, dass ich jetzt einen Schlussstrich ziehen muss. Aber wie sollte dieser Schlussstrich aussehen? Die Antwort kam zwei Tage später in Form einer Einladung der Diözesanstelle der Berufe der Kirche zu einem Wochenende für Jugendliche in Clemenswerth. Bis zu diesem Tag gehörte die Person "Lieber Gott" zwar zum Wochenendgeschehen, aber über Gott als Freund hatte ich mir bis dahin noch keine Gedanken gemacht. Es wurde ein super Wochenende. Denn nie hatte ich so sehr mit mir fremden Personen gelacht. Und was mir erst viel später klar geworden war, ist, dass ich einen neuen Freund gewonnen hatte. Gott hatte sich in mein Leben geschlichen und ich habe mich nicht gewehrt. Denn genau das, was ich dort an Gesprächen und Unterhaltungen hatte, fehlte mir bis dahin, wie ich später gemerkt habe. Und da ich auch meine Freundin in Clemenswerth kennen gelernt habe, bin ich mir sicher, dass mein Glaube an ihn dazu beigetragen hat, dass alles so gekommen ist.

Karina Klug (21), Studentin, 49074 Osnabrück

Meine Oma starb Mitte Dezember vor einigen Jahren für uns alle sehr plötzlich. Erst später ist mir aufgefallen, dass es einige Anzeichen gab, die auf ihren Tod hindeuteten, wie zum Beispiel ihre Karte zu meinem Geburtstag Mitte November. In den vorherigen Jahren war es immer ein „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag wünscht dir deine Oma" gewesen. Die Karte, die ich knapp einen Monat vor ihrem Tod bekam, enthielt den Text: „Hallo, liebe Karina, zu deinem Geburtstag wünsche ich dir alles Liebe und Gute und weiterhin viel Glück im Leben. Es gratuliert herzlich, deine Oma Theresia Börger." Merkwürdig, dass mir damals nicht aufgefallen ist, dass dies ihre Abschiedsworte für mich waren. Alles in allem gab es noch mehrere kleine Hinweise dafür, dass ihr bewusst oder unbewusst klar war, dass sie bald sterben würde und sie daher die nötigen Dinge erledigt und Vorbereitungen getroffen hatte. Ich war überrascht, wie blind ich gewesen sein musste, dass ich die Zeichen, die auf ihren Abschied hindeuteten, nicht bemerkt hatte. Wie die Emmausjünger Jesus nicht erkannten und ihnen plötzlich „die Augen aufgingen", hatte ich auf einmal das Gefühl „mehr" zu sehen und das Leben intensiver wahrzunehmen.

Christian Küthe (22), Chemielaborant, 49577 Kettenkamp

Lange Zeit dachte ich tatsächlich, Gott hätte mich lieb, weil ich bei der Firmvorbereitung helfe, zur Messe gehe, halt etwas daher frömmle. Für mich war das fast ein Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings kam dann ein Moment in meinem Leben, an dem ich mich ziemlich allein fühlte. Die Beziehung zu meiner damaligen Freundin ging in die Brüche und ich dachte, weder mit meinen Eltern noch mit sonst jemand darüber reden zu können. Was mich aus dieser Situation herausgeholt und wieder gestärkt hat, war der Blick auf das Kreuz, an dem Jesus hängt. Mir war auf einmal klar: auch wenn ich von allen Menschen verlassen und missverstanden werde, Gott liebt mich. Er lässt mich nicht allein. Auch bekam ich eine Vorstellung davon, wie unvorstellbar groß, ohne Anfang und Ende Seine Liebe ist. Wir können noch soviel in der Gemeinde arbeiten, noch soviel beten; oder andersherum, Ihn links liegen lassen, uns nicht um Gott kümmern: Seine Liebe für uns bleibt ein und dieselbe. Das war halt meine Erfahrung, dass ich mich angesichts dieses riesigen Berges an Liebe total überwältigt und geplättet fühle. Das ist einfach das größte Glück des Menschen, von Gott geliebt zu werden.