Geistlicher werden |
| „Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Volk -Priester für das 21. Jahrhundert“, so der Titel des Internationalen Symposions vom 16. -18.12.2002 in Paderborn. Jeweils nachmittags fanden Arbeitsgruppen statt, am Dienstag, den 17.12., zu den Themen Priesterbildung und Jüngerschule. Der Arbeitsgruppe B7 wurde die Frage vorgelegt: Wie wird man geistlicher / Geistlicher? Spirituelle Fundierung und Begleitung. Christian Kaiser, Alumnus im Priesterseminar Bamberg und Vorsitzender der Deutschen Seminarsprecherkonferenz, berichtet. Begriffsklärung |
Spiritual und den Seminaristen / Alumnen allerhöchste Priorität; hinzu
kommt eine sensible Einstellung auf den einzelnen Kandidaten. Die geistlichen Elemente werden durch Deutung im Licht des Evangeliums für das tägliche Leben fruchtbar. Hinter der Aussagelosigkeit traditioneller Gebetsformen, wie z. B. Anbetung oder Stundengebet, steht ein Desiderat an persönlichen Gebetserfahrungen. Dem Sprechen von, zu und über Gott müssen eine geeignete Haltung
(habitare secum = bei sich selbst zu sein) und vor allem das Hören vorausgehen. Mit spiritueller Ausbildung ist auch die Vorbereitung der Seminaristen / Alumnen auf ein zölibatäres Priesterleben verbunden; aus dem Verzicht auf Ehe und Familie entsteht Raum für andere Felder. - Schlussfolgerungen Grundsätzlich sind alle Beteiligten gefordert, in einem Seminar für ein Klima zu sorgen, in dem Berufungen für die Kirche wachsen können. Dabei wird der Spiritual eine große Rolle spielen. Weil geistliche Begleitung über die Zeit der Ausbildung und die Person des Spirituals hinausverweist, sollte eine ausreichende Zahl von geistlichen Begleiter/-innen vor und nach der Weihe zur Verfügung stehen. Die Vielfältigkeit neuer Gebetsformen ist ernst zu nehmen, was aber nicht heißt, dass ursprüngliche Frömmigkeitsformen der Vergangenheit angehören müssen. Im Verlauf der gestuften Ausbildung treten immer wieder Grenzsituationen und Krisenzeiten ein, die auf dem Weg zu einem geistlichen Geistlichen gedeutet und fruchtbar gemacht werden müssen. Besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass ein Klima von Achtung und Ehrlichkeit im Seminar angestrebt wird, in dem tabuisierte Fragen zu Sexualität und Zölibat offen zur Sprache kommen können. Hierfür kann die Spiritualsstunde Gelegenheit bieten. Ausblick Nachdem die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vorliegen, kann an dieser Stelle ein kurzes Resümee stehen: Eine Aufgabe christlicher Spiritualität liegt wohl darin, aus der täglichen Flut von Reizen im Blick auf Jesus Christus geistliche Erfahrungen zu filtern; dazu bedarf es geschulter Begleiter/-innen, die über genug Glaubens- und Lebenserfahrung verfügen, um der Vielfalt an Berufungen gerecht zu werden. Welche Schlüsse für die Ausbildung in den Seminarien erfolgen, hängt von den Verantwortlichen auf den Entscheidungsebenen ab. Im Rahmen der Veranstaltung war die Arbeitsgruppe B 7 für das Thema geistliche Ausbildung und Spiritualität ein würdiges Instrument zum Meinungsaustausch. Mein besonderer Dank gilt dem Erzbistum Paderborn und H. H. Regens Dr. Peter Klasvogt für die freundliche Einladung. Abschließend darf ich den Titel des Symposions nach meinem Empfinden neu fassen: „Da stieg in mir die Leidenschaft für meinen Gott“. |
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