Keine falschen Schlüsse! |
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Grundstimmigkeit |
Es gibt Gründe zu vermuten, dass zumal im Zuge des Umbaus der pastoralen Kirchenstrukturen (auf Grund des wachsenden Pfarrermangels) sich der Akzent innerhalb der Stärken merklich verlagert. Die Hauptstärke, von der viele Priester leben, ist die seelsorgliche Begleitung von Menschen entlang ihrer Lebensgeschichte, von der Wiege bis zur Bahre. Sobald aber die neuen Raumordnungspläne vollendet sein werden, werden die Priester nicht mehr Seelsorger an der Seite der Menschen sein, sondern den Großteil ihrer Kraft und Zeit mit dem Management großer Seelsorgeeinheiten verbringen.
Damit wird die Balance zwischen Stärken (Gratifikationen) und Belastungen (Irritationen), die zur Zeit bei den meisten Priester zu Gunsten der Gratifikationen ausschlägt, in Richtung der Irritationen verschoben werden. Das wird vorhersehbar ihre Grundstimmigkeit verringern. Fürsorgepflicht für Priester Die Kirche, die von Gott berufene Männer für den priesterlichen Dienst annimmt, übernimmt mit deren Weihe eine Fürsorgepflicht. Hauptverantwortlich dafür ist und bleibt der Ortsbischof. Gerade Bischöfe müssten auf Grund ihrer Fürsorgepflicht verhindern, dass die immer weniger und zugleich älter werdenden Priester immer mehr belastet werden. Seine Pflicht ist Sorge um Entlastung. Vielleicht ist das eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie, die Strukturen der Kirche so zu gestalten, dass der priesterliche Dienst menschlich zumutbar bleibt und Freude machen kann. Es ist dabei unzulässig zu meinen, Spiritualität sei ein Ersatz für eine priesterfreundliche Kirchenpolitik - etwa mit der Formel: Man muss die Spiritualität der Priester stärken, damit sie die Strukturreform aushalten können. Für die Priester sorgen heißt, sich um mehr Priester zu sorgen Statt Arbeitsräume der Priester ständig auszuweiten und die Arbeit der Priester zu entpersonalisieren wird es dringend notwendig sein, dass es für die nach wie vor vorhandenen gläubigen Gemeinden mehr Priester gibt. Dafür kann - was ja schon immer geschehen ist, gebetet werden; es lässt sich auch noch mehr und zielsicherere Werbung für den Priesterberuf machen; was weniger weiterführt ist, noch mehr Priester aus anderen pastoralen Kulturräumen zu importieren. Was aber, wenn das alles zu keiner Mehrung der Priesterzahlen und damit zur Entlastung der Priester führt? Dann kann die Kirche gar nicht anders, als nach anderen Lösungen auszuschauen. Mehr dazu in: Zulehner, Paul M.: „Ihr ladet den Priestern Lasten auf“ (nach Lk 11,46). Priester im Kirchenumbau. Weitere Folgerungen aus der Studie RIESTER 2000©, Ostfildern 2002 (in Vorbereitung). |
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