Pflichtzölibat
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Eigene Erfahrungen Wechselnde Zustimmung |
Für die freie Entscheidung Von meiner Erfahrung mit Priestern plädiere ich dafür, den Zölibat frei zu stellen. Für viele Priester ist die Ehelosigkeit eine geeignete Lebensform, ihren Dienst in der Gemeinde mit vollem Engagement zu leisten. Allerdings muss man dann die Voraussetzungen bedenken, damit die Ehelosigkeit authentisch gelebt werden kann. Die Ehelosigkeit wird ihm nur gelingen, wenn er eine gesunde Lebenskultur entwickelt, wenn er einen intensiven spirituellen Weg geht und wenn er gute menschliche Beziehungen erlebt. Für andere Priester wäre es sinnvoll zu heiraten. Wenn der Zölibat freigestellt wäre, gäbe es nicht mehr die heimlichen Beziehungen zwischen Priestern und Frauen, die vor allem die Frauen sehr verletzen. Denn auf Dauer kann man keine heimliche Beziehung leben. Eine sexuelle Beziehung will immer auch Öffentlichkeit. Manche Priester verbrauchen sehr viel Energie, um ihren Zölibat leben zu können. Sie kreisen ständig um dieses Problem. Diese Energie fehlt ihnen für ihre Aufgabe als Seelsorger. Die Freigabe des Zölibats wäre insgesamt für die Kirche ehrlicher. Sie wäre frei von dem Vorwurf, nach außen hin den Zölibat zu verteidigen und dann doch den manchmal ungelebten Zölibat zu decken. Mehr Berufungen Vor allem aber wäre es für die Kirche gut, wenn sie auf diese Weise mehr priesterliche Berufungen hätte. Denn ein Teil der Anwärter zum Priestertum gibt diesen Weg wegen der Zölibatsprobleme wieder auf. Viele gute Pastoralreferenten könnten zum Priester geweiht werden. Ich kenne viele Priester, die ihre Aufgabe sehr gerne erfüllen. Sie kennen keinen besseren Beruf, in dem sie ihre vielen Begabungen so kreativ einsetzen können, wie den Priesterberuf. Aber sie werden blockiert durch ihre Auseinandersetzung mit dem Zölibat. Sie haben in der Jugendarbeit die schönen Seiten des Priesteramtes gesehen. Daher haben sie sich für diesen Beruf entschieden. Aber sie haben den Zölibat nicht bewusst bedacht. Sie haben ihn nur in Kauf genommen und gehofft, dass sie ihn schon irgendwie leben können. Doch dann geraten sie in Schwierigkeiten. Allerdings muss man auch zugeben, dass mit der Freigabe des Zölibates nicht alle Probleme gelöst sind. Denn auch die Priesterehe bringt Probleme mit sich. Das zeigt die hohe Scheidungsrate evangelischer Pfarrer. Aber insgesamt würde eine Atmosphäre von Offenheit und Ehrlichkeit entstehen, in der das Charisma der Ehelosigkeit nicht nur für Ordensleute - für die steht die Ehelosigkeit gar nicht in Frage - , sondern auch für Priester neue Faszination ausüben könnte. |
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