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„Wir suchen eine/-n engagierte/-n Mitarbeiter/-in… Wir erwarten… Wir bieten…“ Woche für Woche füllen solche Angebote mit Stellenbeschreibungen, Anforderungsprofilen und Verdienstaussichten die Zeitungsseiten. Je mehr eine Branche boomt, desto größer scheint der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. |
3. Große Ernte und wenige Arbeiter - Jetzt ist die Zeit!
(Mt 9,37) Bevor die Jünger ihre Instruktionen erhalten, werden sie, wieder mit Hilfe eines Bildes, schonungslos über die Situation und das Ziel ihrer Mission aufgeklärt. Die Metapher der Ernte steht für das endzeitliche Gericht, das Gott als Herr der Geschichte halten wird (Jes 24,13; 27,12). Im Munde Jesu erhält dieses ursprünglich zukünftige Bild jedoch einen besonderen, präsentischen Akzent. Die Zeit der Ernte ist jetzt, in der Gegenwart. Mit dem Anbruch der Gottesherrschaft, den Jesus verkündet, hat die Ernte begonnen. Zugleich klingt jedoch im Erntebild ein unangenehm-bedrohlicher Aspekt an: Jetzt ist die Zeit der Entscheidung und des Gerichts gekommen! Deshalb drängt die Zeit, was durch den Kontrast zwischen der großen Ernte und den wenigen Arbeitskräften zusätzlich unterstrichen wird. 4. Mitarbeit am Reich Gottes - Arbeiter sein und um Arbeiter bitten! (Mt 9,38) Beim Gebet um zusätzliche Arbeitskräfte wäre nach jüdischem Verständnis an Engel Gottes (vgl. Mt 13,39!) oder an Gott selbst zu denken (letzterer wird aber als Herr der Ernte bezeichnet). An unserer Stelle sind es wohl die Jünger, die dadurch jedoch in einer seltsamen Spannung zu stehen scheinen: einerseits sollen sie Gott um die Aussendung von Erntearbeitern bitten, andererseits sind sie selbst diese Arbeiter. In der Gebetsaufforderung an die Jünger wird die besondere Bedeutung des Gebetes für die Nachfolge sichtbar: Was Jesus schon in der Bergpredigt des Matthäus formulierte, wird hier noch einmal wiederholt: Gebet und Bitte sind die Basis der missionarischen Arbeit der Jünger. Nachfolge Jesu lebt also aus der bittenden Hinwendung zu Gott. Freilich ist damit nicht ein passives Bitten gemeint, das alles göttlichem Handeln überlässt. Christliches Gebet ersetzt nicht menschliches Handeln, vielmehr bildet es seine Grundlage. Mt 9,35-38 ist gleichsam eine Stellenanzeige, die ohne Beschönigung Größe und Schwierigkeit wie mutmachende Perspektiven der Arbeit am Reich Gottes benennt. Claudio Ettl, geb. 1967, ist Diplom-Theologe und derzeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für neutestamentliche Exegese an der Universität München beschäftigt. Außerdem Tätigkeit in der Erwachsenenbildung. |
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